Samstag, 27. August 2016

Das kühle Südtirol

Um es vorweg zu nehmen: es sollen jetzt 22° sein - es fühlt sich aber viel wärmer an, wir haben ein gut geheiztes Zimmer mit Seesicht, einem riesigen Balkon und Sonne ohne Ende. Sicher ist: es kühlt gut ab hier über Nacht, 10-11° können wir kurz vor Sonnenaufgang erwarten. Und die Temperaturen werden in den nächsten Tagen auch tagsüber nicht mehr so hoch steigen. Bleibt zu hoffen, dass es keine grossen Gewitter gibt, die mag von uns eigentlich keiner....

Die Anreise verlief ruhig, kaum Verzögerungen bis nach Zürich, dann etwas Kolonnenverkehr vor dem Gubristtunnel - den wir allerdings links haben liegen lassen. Wir haben uns für die Walensee-Route bis nach Sargans, dann das Rheintal runter nach Haag und rüber nach Feldkirch entschieden. Und wir waren früh genug dran, um den Unfallstau zu verpassen, welcher sich eine Dreiviertelstunde nach uns bei Urdorf bildete. Im Gubrist übrigens auch, die Alternativroute wäre zu diesem Zeitpunkt also auch keine mehr gewesen. Ganz unfallfrei ging es dann doch nicht: kurz nach Sargans gab es ziemlich Blechschaden und einen ordentlichen Stau - zum Glück auf der anderen Seite, wir hatten freie Fahrt.

Verkehr gab es dann erst auf den Reschen hoch: Autos, Wohnmobile, Motorräder, Lastwagen, Busse, einfach alles und davon reichlich. Die Strasse ist gut zu fahren,  lange Zeit 100 km/h erlaubt, aber das kann man selten fahren weil sich das nicht alle zutrauen. Und zum Schluss gibt es dann noch ein paar Kurven was auch nicht alle mögen. Bergauf kommen dann noch die alten Wohnmobile an ihre Grenzen, es geht einfach an schönen Wochenenden hier nicht allzu schnell vorwärts. Nach 4 Stunden reiner Fahrzeit (und ein paar Minuten) waren wir jedenfalls da, fanden auf Anhieb einen Parkplatz (weil gerade einer rausfuhr) und konnten unser Zimmer beziehen.

Wir sind angekommen.

Samstag, 6. August 2016

Home sweet home

Der Entscheid, die Reise zwischen Winterswijk und Utzenstorf in zwei Teilstücke aufzuteilen, hat sich einmal mehr bewährt. Trotz Morgenspaziergang und ausgiebigem Frühstück waren wir bereits um halb Vier in Guldental und konnten dann noch so einiges erledigen: ein Fussmarsch ins Dorf zur Bäckerei beispielsweise, um ein Stück Kuchen zu kaufen und den Weg auszukundschaften, Fazit: wegen zu geschlossen. Also haben wir nach dem selbstgekochten Abendessen im Restaurant Brötchen bestellt; und ein Dessert ausprobiert, was aber durch Warten verdient werden musste. Kein Wunder wenn die Küchenhilfe krank ist und die Bedienung fehlt.
Wein haben wir ebenfalls noch eingekauft, genug ausprobiert hatten wir ja in Winterswijk. Und am zweiten Tag haben wir in Frankreich noch den Kühlschrank mit einigen altbekannten Leckereien aufgefüllt. Bis zu Hause hatten wir dann wohl fast das Maximalgewicht der Reise erreicht. Trotzdem ging es immer leichter voran, heimwärts eben. Und dank staufreier Fahrt waren wir auch schon zeitig wieder zu Hause. Zufrieden,  aber etwas müde.

Auf die nächsten Ferien.

Donnerstag, 4. August 2016

Abschiedsgruss

Zwei Sonnenschirme, 2 faltbare Abtropfsiebe, 4 Gummispanner, 1 Gasanzünder, 1 Kehrrichtsack-Halter, 10 Rollen Isolierband...die Ausbeute im Obelink war grösser als erwartet. Man findet eben immer was "Kleines" vor allem gleich im Bereich gleich hinter dem Eingang. So kommt man gleich in Einkaufsstimmung und weil alle so viel anzuschauen haben, nicht wirklich flüssig vorwärts. Hoffentlich kein schlechtes Omen für Morgen....

So sind wir dann gegen 13 Uhr mit beladenen Fahrrädern gegen den Wind zurückgefahren. Danach war Aufräumen angesagt - wenn es schon mal trocken war: Grill abwaschen und versorgen, drei Klapphocker verstauen, Sonnenschirme ins Wohnmobil, Seitenwand abbauen und versorgen...eh man sich versieht, ist schon so einiges gemacht - man weiss ja nie, ob das später auch noch trocken geht.

Kochen mussten wir für einmal nicht. Letzter Abend, Restaurant-Besuch, in Winterswijk heisst das Watermoelen Berenschot. Hier waren wir schon vor zwei Jahren und zur Sicherheit planten wir unseren Nachmittagsspaziergang dort vorbei um gleich einen Tisch zu reservieren - man weiss ja nie. Der nette Herr sorach leidlich deutsch, aber es wurde mir dennoch klar, dass die Küche um 17 Uhr öffnet und um 19 Uhr schliesst. Will heissen, man sollte um halb Sieben einlaufen.... no problem, ist ja eh nicht besonders warm, da kommt man beim Fahrraddahren nicht ins Schwitzen - passt.
Wir sind also zurück zum Wohnmobil, haben geduscht, was Anderes angezogen, noch etwas gefaulenzt und sind dann wenig später hungrig losgefahren. Interessant war schon die Getränkebestellung: wir wollten ein Glas Weisswein  - es gab trockenen,.... weiter liess ich sie gar nicht aufzählen. Wir bestelkten 2 Gläser vom Trockenen, der sich auf der Rechnung als Chardonnay entpuppte (Südafrika unsere Vermutung). Dazu gab es ein Rinder-Carpaccio, wirkluch gut gemacht mit schöner Garnitur. Der Hauptgang bestand dann aus einem Rindersteak für die Lady und ein gefülltes Pouletbrüstchen für den Lord,  begleitet von guten Pommes Frites und etwas Gemüsegarnitur in Rohkostform. Dazu bestellten wir zwei Gläser Rotwein, welcher  auf der Rechnung als Merlot gelistet war (Südafrika? Jedenfalls gut...).
Die Mühle gefällt uns immer noch gut. Schade konnten wir nicht draussen sitzen, schade war das Steak etwas zäh. Aber schön und gemütlich ist das Restaurant allemal. Gut sind wir früh Essen gegangen - so kamen wir gerade noch vor dem Regenschauer zum Wohnmobil zurück.

Obelink

Donnerstag - letzter Tag in Winterswijk. Was wollten wir doch noch erledigen hier wenn's mal wieder etwas besser Wetter ist? Ach richtig, ein Besuch beim riesigen Campinghändler Obelink. Und ein Besuch im neuen Garten-Kaffee in der Waldlichtung. Und Abendessen in der Mühle - das geht zwar auch bei schlechtem Wetter, aber die An- und Rückreise mit dem Velo nicht. Nun, für alles wird es heute wohl nicht reichen....

Schon mal positiv, dass gestern Abend, nach einem erneut grau-nassen Tag, einige Sterne zu sehen waren. Kein Wunder nach der Sternstunde in Bern,  genauer im Stade de Suisse. Ich hatte mir die erste Halbzeit geschenkt, weil wir noch etwas an der Eskimo-Meile (sprich: draussen vor dem Wohnmobil) unsere Moskito-Spirale und die Citronella-Kerzen amortisiert haben. Und um noch etwas vom warmen Süden zu träumen beim Betrachten meiner "Ente im Glas" - danke nochmals Catalina, ich liebe dieses Geschenk!
Die zweite Halbzeit hat sich dann gelohnt, die war wirklich spannend. Die Nachspielzeit verkam allerdings zu einer Zitterpartie: der Wind rüttelte derart an der Sat-Schüssel, dass es zu Signalunterbrüchen im Fernseher kam. Bis zum Elfmeterschiessen hatte die beste Ehefrau von allen diese aber behoben - und esfolgte die erwähnte Sternstunde für YB. Gratulation! Ein Vecchia Romagna rundete das Ganze ab.

Am Morgen war dann alles anders als sonst. Master Skipper musste sich übergeben - kommt hin und wieder mal vor - und dies führte zu einem leicht verfrühten Kaltstart. Ist man nämlich schnell genug, reicht's um den Hund nach draussen zu lassen. So früh und so schnell waren wir hier noch nie auf den Beinen. Und weil es bereits hell war und so was komisch hell Leuchtendes am Himmel stand - kam uns irgendwie bekannt vor, wo hatten wir diese gelbe Kugel bloss schon mal gesehen? - war natürlich nicht mehr an ein Weiterschlafen zu denken. Nun gut, dann eben kurz Gassi mit den Hunden, Duschen, Morgenessen, grosse Morgenrunde und ab zu Obelink. Normalerweise war es ja immer umgekehrt: grosse Morgenrunde, dann Morgenessen. Aber heute ist eben alles anders - heute hat es noch gar nicht geregnet....

Mittwoch, 3. August 2016

Ganz in Grau...

Die Gallier hatten früher immer Angst, der Himmel könnte ihnen auf den Kopf fallen. Wahrscheinlich hatten sie anderes Wetter als wir gerade..... Der Himmel ist hier eigentlich gar nicht zu sehen im Moment. Am Horizont spannt sich ein graues Etwas über unsere Köpfe, die Farbe variiert zwischen Schwarz in der Nacht und unterschiedlichen Grautönen am Tag - mal heller, mal dunkler. Sterne? Fehlanzeige. Sonne? Was ist das?! Wolken? Je nach Standpunkt eine oder keine. Das einzige was sich stetig verändert ist die Stärke des Regens: gestern wurde man dank des irischen Nieselregens auch feucht, wenn man eigentlich das Gefühl hatte, es regne gar nicht. Dann gab es noch sichtbare Nieselregen-Stufen und in der Nacht einen veritablen Wolkenbruch.

Toll sind in dieser Zeit die Sanitärräume,  da ist es immer warm und trocken (wenn man nicht gerade unter der Dusche steht - dort ist es aber imnerhin warm). Wir kennen andere Campingplätze mit halboffenen Räumen wo das bei diesem Wetter äusserst unangenehm wäre.
Toll ist auch unser Trockenraum Marke Eigenbau: die Duschstange haben wir ja bereits seit einigen Saisons im WC, seit einem ähnlichen Wettererlebnis auch einen Stromanschluss. Zusammen mit einem Heizlüfter ergibt das einen veritablen Trockenschrank der sich einmal mehr bewähren konnte. Nun steigen gemäss Wetterbericht die Temperaturen wieder etwas an - was zu neuen Herausforderungen führt: die bewährten Regenjacken sind dafür einfach zu warm, da wird man von Innen nass. Und da es nur nieselt, kann man auch in etwas leichterer Kleidung auf die Piste....mit dem Risiko, dass es wieder Arbeit für den Trockenschrank gibt.

Dienstag, 2. August 2016

Land unter

Der erste August war hier ein ganz normaler Montag. Der Morgen war eher kühl, dann zeigte sich aber auch mal wieder die Sonne - perfekt für Morgenspaziergang und -essen. Macht man sich um Acht auf die Runde und verirrt sich nicht auf einen unbegehbaren Waldpfad, sitzt man um halb Zehn vor Kaffee und frischen Brötchen am Tisch. Dazu die Zeitung - ausser am 1. August, weil das dort wo die Zeitung herkommt, kein gewöhnlicher Montag ist - Abwaschen, ein paar Zeilen für den Blog....schon ist Mittag. Das war auch gestern nicht anders, nur gab es bei uns noch eine Bratwurst vom Grill so gegen ein Uhr. Alles paletti....

Dann war es an der Zeit, die Hunde wieder etwas auszuführen. Wir wollten prüfen, warum unsere Teestube (auf einem Bauernhof im Garten) an der Strasse nicht mehr ausgeschildert war. Der Verdacht bestätigte sich leider, nix mehr Tee und Kuchen - aufgehoben. Schade, aber die Runde wollten wir dann doch noch fertig laufen, auch wenn es in der Ferne etwas donnerte. Das kannten wir ja schon, zwei drei Rumpler, ein paar Tropfen Regen und gut war - bis anhin.
Diesmal rumpelte es etwas mehr als dreimal, aber nicht so laut wie wir das von zu Hause kennen. Und es regnete immer stärker, ja es schüttete regelrecht. Wir standen also am Schluss bei Gewitter am Waldrand und hatten die Wahl: unter Bäumen auf ein Nachlassen des Regens warten oder die paar Hundert Meter über die Ebene zum Camping zurücklaufen.
Am Ende entschieden wir uns für eine Vorwärtsstrategie: warten hätte nur Sinn gemacht, wenn uns nicht kalt gewesen wäre. So wollten wir nur zurück ans Warme und Trockene. Angekommen sind wir wie begossene Pudel, nass bis auf die Unterhosen. Der Regen hörte natürlich auf, als wir zu Hause waren. Und dann kam das grosse Trocknen...

Montag, 1. August 2016

Hundewetter

Der Campingplatz ist wie gewohnt gut gefüllt, aber aufgrund der vielen Freifläche stört das überhaupt nicht. Die Anordnung in einem grossen Dreieck führt dazu, dass wir von unserem Platz aus sechs Parzellen gut sehen - und beobachten können. Da wird mal was aufgestellt, gekocht, gespielt (Federball, Boccia,...), geschlossen/geöffnet oder herumgezügelt. Die letzten zwei Punkte haben konkret mit dem Wetter zu tun: Zeltfenster schliessen bei einsetzendem Regen, dann wieder öffnen wenn's abtrocknet. Oder man zügelt mitten im Kochen den Grill unter Dach - alles schon gesehen. Bei uns steht er unterm Sonnenschirm, der auch bei Regen funktioniert.

Dass die Duschen und WC nicht üppig bemessen sind, scheint auf den ersten Blick klar zu sein. Auf den zweiten zeigen sich aber kaum Probleme, am ehesten noch beim Abwasch, aber anstehen mussten wir noch nie.... entweder verteilt sich das Ganze so gut, oder die Niederländer erledigen viel im eigenen Wohnwagen; kann man machen, raus muss das Ganze dann aber trotzdem mal. Abwaschen und Zähneputzen geht allerdings gut, hat doch jede Parzelle einen Abwasseranschluss.
Bei den Duschen haben sie übrigens eine gute Regelung: Warmwasser gibt's nur mit Karte und nur 6 Minuten am Stück - dann ist drei Minuten Pause und normalerweise ist man dann auch fertig. Duschen ist aber aktuell weniger zum Sauberwerden notwendig, viel mehr wärmt so eine warme Dusche angenehm auf. Bei 20° Tages-Höchsttemperatur weiss man das zu schätzen. Wir schätzen auch die frische Luft, aber nur die gerochene Frische, nicht die gefühlte.

Bei den Hunden sieht das natürlich etwas anders aus, die laufen im Moment praktisch temperaturmässig im Idealbereich, nur den Regen finden sie nicht ganz so toll.....wir auch nicht, aber es regnet ja nicht ständig.