Dienstag, 9. November 2021

Altavista

Eine der frühen Suchmaschinen im Internet hiess Altavista - gibt's die überhaupt noch? Jedenfalls nennt sich das Quartier oben auf den Hügeln ebenso, und steht man dort oben auf dem Aussichtspunkt über der Stadt, dann erkennt man, wie passend der Name für die Suchmaschine war: von dort oben hat man einfach den Überblick über die ganze Stadt.

Zuerst muss man aber da erst mal hinkommen. Geht ganz einfach, mit Bus Nummer 33 ab dem Parque Santa Catalina. Laufen war für mich keine Option, der Hügel ist gute 700 Meter hoch und ich bin bekanntlich am Meer. Der Bus fährt alle 10 Minuten, sagt jedenfalls die App der Busgesellschaft - und die sagt noch Einiges mehr: wie gelange ich von A nach B, wann kommt der nächste Bus, und ganz wichtig: welches sind die nächsten Stationen während einer Busfahrt. Was auch auffällt im Bus: Masken werden konsequent getragen, dafür werden alle Sitzplätze besetzt. Hier setzt man sich einfach dazu, ohne zu fragen, unkompliziert. Ebenfalls spannend ist die Möglichkeit, den Saldo der Guthabenkarte kontaktlos an vielen Haltestellen anzeigen zu lassen. Wenn man das System einmal begriffen hat, dann erscheint es einem einfach und effizient. Dank der horrenden Fahrweise der Busfahrer kommt man auch wirklich schnell voran. Die fahren aber nicht schlecht, sondern einfach zügig und mit einem guten Auge für Distanzen. Da es noch andere Verkehrsteilnehmer hat, sollte man sich trotzdem immer gut festhalten...
Das Quartier Altavista - die Ciudad Alta - beherbergt auch jene Häuser, welche ich von der Kathedrale aus fotografiert hatte. Das Bild erinnerte mich etwas an die Favelas - steht man dort oben, dann merkt man: es ist genau das Gegenteil. Die Häuser hier sind strassenseitig meist mit dicken Mauern und metallenen Toren begrenzt. Zahlreiche Warnschilder weisen darauf hin, dass diese Menschen ihre Ruhe haben möchten. Vor Falschparkierern, vor Bettlern, Verkäufern und Dieben. Hier sitzt wohl das Geld, und das erklärt dann auch die zahlreichen Colegios, welche doch schwer nach Privatschule aussahen. Dafür hat mich dann noch das folgende Strassenschild zum Schmunzeln gebracht - der Carlos I ist mein Lieblingsbrandy, und der kommt definitiv nicht aus China (und ist darum auch kein Blandy)...

Eben -Altavista, Aussichtspunkt. Hatte ich fast für mich alleine, vermutlich kommen hier kaum Individual-Touristen rauf, eher geführte Touren und im Moment war grad keine da. Passte für mich, so mag ich es eigentlich.

Und dann stellte sich die Frage, wie geht es nun wieder runter? Gleicher Weg mit dem Bus? Nicht spannend, mache ich eigentlich selten, wenn es andere Möglichkeiten gibt. Zu Fuss? Wäre eine Möglichkeit gewesen, allerdings schien mir das recht weit, weil die Strassen in grossen Bogen nach unten führen. Und ich arbeite ja in einem Busunternehmen, also...wohin fährt dieser Bus weiter? Gemäss Karte - online heruntergeladen auf mein Tablet - geht die Linie weiter Richtung Teatro, und damit in das Quartier Vegueta. Passte für mich. Und mittlerweile finde ich die richtige Haltestelle zum Aussteigen schon ohne grosses Nachschauen, zumindest wenn ich im entsprechenden Quartier schon mal war. Eine Mischung aus Wiedererkennen und der Tatsache, dass gleich der halbe Bus dort ausstieg, half mir beim richtigen Entscheid. Ich stand dann zwar noch etwas "verdreht" auf einem Platz, aber die Kathedrale ist ja hoch und weit herum sichtbar - was wiederum zur Orientierung hilft.  Nach einem Abstecher in die Calle Triana - übrigens gleich belebt wie am Sonntag - fuhr ich mit dem Bus Nummer 1 direkt bis zum Hotel.


Der Nachmittag gehörte dann an diesem recht sonnigen Tag dem Strand. Auch dieser recht gut besucht, nicht nur von Touristen. Die Zahl der Liegestühle und Sonnenschirme ist hier zum Glück verschwindend klein, der Grossteil der Fläche ist einfach für Badetuch-Liegende vorgesehen. Ich könnte zwar gratis Liegestuhl und Sonnenschirm benutzen, aber erstens wirkt das auf mich irgendwie alt und dekadent, zweitens ist das dann wieder so eine Touristenblase, die ich eigentlich so gar nicht mag.

Auf dem Bild erkennt man auch gut das typische Wetter: immer ein paar Wolken da, welche sich vor die S8nne schieben können. Das Sonnenlicht wandert dann gemächlich dem Strand entlang, man sieht es regelrecht auf sich zukommen - und später von dannen ziehen. Gestern habe ich es recht lange ausgehalten am Strand, im Ohr die Musik von La Oreja de Van Gogh und immer etwas zu beobachten. Dafür war ich dann auch beim Abendessen mal wieder nicht vor Acht unterwegs. Ich hatte mich aber vorbereitet und einen Beitrag im Internet gelesen, in dem ein deutsches Paar Restaurant-Empfehlungen für las Palmas aufgelistet hatte. Die leben seit vier Jahren auf der Insel und sollten eigentlich schon etwas Erfahrung angesammelt haben, oder? Ich vertraute ihnen, und das war gut so - das La Oliva kannte ich schon vom Sehen, hatte mich bislang aber noch nicht anlocken können. Was soll ich sagen...professioneller Service, tolle Gerichte, guter offener Wein - eine Empfehlung auch von meiner Seite. 
Zu guter Letzt noch ein paar Strandimpressionen von meinem Weg zurück ins Hotel...


Das Rote wäre das "Cristina" und das weisse das "Reina Isabel"


Montag, 8. November 2021

Vegueta

So wird sie genannt, die Altstadt von Las Palmas. Und sie ist doch ein paar Kilometer von meinem Hotel entfernt, im Prinzip dort, wo ich meine Buskarten gekauft habe. La Vegueta beherbergt unglaublich viele Geschichten (und Geschichte), von denen jene über Cristobal Colon wohl die bekannteste ist. Neben dem Museo de Colon und der gleichnamigen Calle, finden sich aber auch zahlreiche enge Gassen und die typischen Balkone an den Häusern. 




Dominiert wird das Ganze von der Catedral Santa Ana, einem wirklich imposanten Bauwerk, das von jeder Seite aus anders aussieht. Ich habe einige Schritte über den grossen Platz vor der Kirche machen müssen, um alles auf ein Foto zu bekommen. Oben entdeckte ich dann ein paar Menschen, offenbar Touristen beim Fotografieren. Sollte ich da wirklich hinaufsteigen? Nicht wegen der Höhe, aber wegen der unzähligen Stufen? Die Spanier haben das ganz einfach gelöst, und einfach einen Lift eingebaut. Der kostete zwar 1,5 €, aber ich habe in diesen Ferien schon mehr Geld ausgegeben.




Die Aussicht war toll, lustig anzusehen die unzähligen kleinen, farbigen Häuser an den Hügeln über der Stadt. Erinnerte irgendwie an Bienenwaben, die sich immer mehr ausbreiteten. Die Tatsache, dass diese Hügel höher als die Kathedrale sind, lässt darauf schliessen, dass man von da oben die noch bessere Aussicht geniessen könnte. Mal schauen....



Weiter ging's Richtung Calle Triana, der Einkaufsmeile von Las Palmas. Vorbei an Fruchtbäumen - Orangen? - gelangte ich in eine völlig andere Welt. In der Calle Triana pulsierte das Leben, und das an einem Sonntag - oder vielleicht gerade darum? Ich werde wohl noch die Probe auf's Exempel machen und unter der Woche zurückkehren. Zumindest, wenn ich das mit den Bustickets noch in den Griff bekomme. Ich habe zwar eine Dreitageskarte, aber ich weiss nie, wo die kontrolliert werden soll. Einstieg ist nur beim Fahrer, schon mal gut. Da hat es dann einen Leser für die kontaktlosen Karten - soweit immer noch alles klar. Aber...bei mir steht da immer "carga" - aufladen. Der Busfahrer selber ist sich wohl auch nicht ganz sicher und sagt dann, ich solle die Karte auf die Kasse legen. Blöd nur, dass man beim Leser schon fast am Fahrer vorbei ist. Informationen gab's keine zur Karte, auch nicht im Internet. Nachdem mich nun gestern ein Fahrer nicht mitnehmen wollte - es war in San Telmo, beim Fqhrkartenschalter - habe ich noch etwas genauer recherchiert. In einer Zeitungsmeldung über die Einführung dieser neuen Touristenkarten fand ich dann eine spannende Information: die Karte wird, wie die Zwei-Fahrten-Karte, offenbar immer bei der Fahrerkasse geprüft. Der Leser scheint nur Geldbeträge von Karten abzubuchen. Ich stelle mir vor, dass bei der Zwei-Fahrten-Karte an der Kasse die einzelnen Fahrten entwertet werden. Bei der Touristenkarte wird wohl beim ersten Gebrauch ein Datum auf die Karte geschrieben, dann wird nur noch geprüft - 24 oder 72 Stunden, je nach Karte. Nicht ganz so einfach rauszufinden, ob es wirklich so funktioniert, wird der Praxistest zeigen.



Sonntag, 7. November 2021

Reina Isabel

Ein paar Worte zum Hotel.
Die sprachlichen Fähigkeiten hatte ich bereits einmal erwähnt. Das Hotel selber scheint Geschichte zu haben, oder anders gesagt: es ist schon ziemlich alt. Aber es wird gut gepflegt und eigentlich hat es alles, was es braucht. Das fängt beim Portier an der Türe an, und hört bei der Zimmereinrichtung auf. Die werde ich weiter unten noch etwas bebildern. Das Hotel hat aber auch eine riesige Lobby mit unzähligen Sitzgelegenheiten. Die sind auch sehr bequem, ich schreibe dort jeden Morgen einen Blog-Eintrag. Diesen nicht, jetzt sitze ich auf meiner kleinen Terrasse - hat man auch nicht immer - blicke über den Blumengarten Richtung Meer und lausche der Brandung. Ich bin etwas müde von meinem Ausflug in die Altstadt und zum Hafen, aber davon mehr in meinem nächsten Beitrag aus der Hotellobby.
Zurück zum Hotel: im 8. Stock hat es einen Pool und eine Bar. Habe ich beides noch nicht ausprobiert, eine Bar hat es unten im Erdgeschoss und warum sollte ich an den Pool, wenn ich noch nicht mal am Meer war? Sorry Leute, 21° ist zwar nicht kalt, aber mit dem Wind eben doch recht kühl. Und ich spreche hier von der Temperatur ausserhalb des Meeres, das Wasser dürfte aber kaum viel kühler sein. Im 9. Stock findet sich ein Spa mit Gym, letzteres nur mit Maske betretbar, bei den Wasseraktivitäten vermutlich eher nicht - in der Sauna....wer weiss. Ich lasse das alles bleiben, eher gönne ich mir da einen Gratis-Liegestuhl vor dem Hotel am Strand. Übrigens weiss ich jetzt, dass es doch Bademäntel im Hotel gibt. Erstens habe ich gestern von der Bar im Erdgeschoss eine ältere Dame in einem weissen Exemplar und Badelatschen vom Strand ins Hotel laufen sehen. War eine sehr elegante Vorstellung am Samstag auf der Strandpromenade, sieht man sonst eher bei einem Hotelbrand wenn die Menschen fluchtartig das Gebäude verlassen. Zweitens - und damit zurück zum Thema - habe ich heute jemand Bademäntel und Tücher bestellen hören. Ich war übrigens gerade in der Lobby am Schreiben....
Zum Zimmer: wie geschrieben, es ist schon etwas in die Jahre gekommen. Die Minibar ist leer, man darf sie selber füllen - Covid lässt grüssen. Immerhin ist das eigene Zimmer die einzige maskenfreie Zone, ausser man sitzt an einem Esstisch. Im Zimmer hat es zwei Telefone, eines davon im geräumigen Badezimmer mit Regendusche. Die Stromsparlampe im Gang ist irgendwann auch mal hell, der Rest der Beleuchtung reagiert wesentlich spontaner. Zwei grosse Schränke laden zu einem längeren Urlaub ein, ich habe gerade mal einen etwa zur Hälfte gefüllt. Das Bett ist eine 1,5 Meter breite Liegefläche und ich schlafe recht gut darin. Wie viel davon mit dem Bett zu tun hat, und wie viel mit anderen Faktoren (meine abendliche Müdigkeit, dem Merresrauschen oder der -brise), das sei mal dahingestellt. Abgerundet wird das Ganze durch einen Tisch mit zwei Stühlen und einer Liege auf der Terrasse.





Essen nach Bildern

Man lernt ja jeden Tag dazu, so auch beim Essen. Gestern Samstag hatte ich damit gerechnet, dass die Restaurants am Abend ziemlich voll sein würden. Waren sie dann nicht mehr als am Freitagabend, aber wer konnte das im voraus wissen? Ich hatte mir jedenfalls in Google Maps etwas die Restaurants in der zweiten und dritten Reihe etwas angeschaut. Ich suchte nach Bildern vom Essen und vom Restaurant, was schon etwas von "Malen nach Zahlen" hatte. Im Normalfall suche ich nach online-Speisekarten, aber das ist hier eher die Ausnahme. Hängen blieb ich bei einem Schuppen, der sich "i Tucci" nennt. Sagte mir zwar nichts, dieser Ausdruck und auch der Google Übersetze brachte keine Treffer. Aber als Familiennamen fand ich einige Treffer - aha, also quasi "die Meiers" auf italienisch. Wirklich angezogen hatten mich aber die Bilder der Pizzen, die sahen wirklich authentisch und lecker aus. Nichts wie hin...
Vom Hotel aus konnte ich einfach alles geradeaus gehen, rund 400 Meter weg vom Strand. Ich überquerte zwei Querstrassen und fand dann problemlos Platz in der engen Gasse (das Bild ist von meinem Platz aus geknipst). Natürlich hatte ich mich vorbereitet um auf Spanisch nach einem Tisch zu fragen - klappte auch problemlos. Bedient wurde ich von zwei - sagen wir mal jüngeren Frauen, ich bin da etwas schlecht im Schätzen. Die zwei wechselten sich ab, die eine wahr ziemlich oft am Nebentisch und unterhielt sich mit dem Paar, welches am Abendessen war. So, und nun fing es an verwirrend zu werden. Neben der Karte gab es noch eine Tafel mit ein paar Tagesspezialitäten. Ich sinnierte einen Moment lang über die "Tagliatelle ai porcini" nach, bestellte dann aber doch eine Pizza Diavola und ein Glas Rotwein. Die Dame schlug einen Tropfen aus Italien vor - Nero d'Avola, vale.... Aber Moment mal, alle Speisen waren auf Italienisch aufgeführt, in Spanien wird italienischer Wein gepusht....? Und so ging es weiter, irgendwann fiel mir auf, am Nebentisch spricht die Bedienung auf Italienisch! Meistens jedenfalls. Und die nächsten Gäste gingen mit einem unverkennbaren " buona sera" ins Restaurant. Ok, das war dann schon verdächtig, aber als noch ein Mann mit zwei Jungs vorbeikam, drei Pizzen bestellte und wieder nach Hause ging, war für mich alles klar: Familienbetrieb, Mama und Papa in der Küche, die Töchter bedienten und der Mann der einen Tochter hütete die Kinder. Ich hab' sie natürlich dann auf Italienisch angesprochen, in der irrigen Meinung, dass mir dies etwas leichter fallen würde. Nicht wirklich, nach der spanischen Prägung der letzten Tage funktionierte auch mein Italienisch etwas holprig. Im Prinzip ähnlich wie bei der Bedienung,  bei der sich auch immer mal wieder ein spanisches Wort unter's Italienisch mischte. Alles in allem aber war das Ristorante ein Volltreffer - danke Google.
Was übrigens auch etwas verräterisch war: die kannten keinen Carajillo und hatten auch keinen Brandy im Haus. Aber egal, war vielleicht besser so, ich war auch so schon wieder recht früh ziemlich auf den Felgen. Dafür natürlich am Morgen wieder früh wach, was mich nicht sonderlich stört, weil ich ja sonst nach den Ferien wieder etwas neben dem Rhythmus liegen würde. So passt das wunderbar zum Andrang beim Frühstück, um Acht ist es dort noch ziemlich ruhig. Später steht dort dann eine Dame und weist die Plätze zu. Gestern war es gegen Zehn so voll, dass sie zeitweise auf einen freien Tisch warten mussten. Ich war zu dieser Zeit schon in der Lobby am Schreiben meines Blogs und konnte das ganz gut beobachten.
Was draussen recht gut funktioniert, ist im Hotel fast unmöglich: Spanisch sprechen (mal abgesehen von der Rezeptionistin). Da kann ich auf Spanisch mein Omelett mit Schinken, Käse und Zwiebeln bestellen, zwei Minuten später gibt's zum fertigen Omelett ein paar englische Worte dazu. Ich glaube, die Leute werden hier schubladisiert - Spanier / Ausländer. Und so erfolgt dann auch die Kommunikation, spanisch / englisch. Und dass ich vermutlich nicht wirklich gut Spanisch spreche, liegt ja auf der Hand. Ich werde das jetzt aber nicht ändern und übe mich weiter in dieser Sprache....

Samstag, 6. November 2021

Man(n) schlägt sich durch...

Ok, wir sind immer noch beim Thema Spanisch. Es hat einige Touristen hier, aber viele von ihnen sprechen spanisch. Im Prinzip gefällt mir das ja auch, rein touristische Orte sind mir ein Greuel. Gestern Abend auf der Strandpromenade hatte ich jedenfalls stark das Gefühl, dass hier einfach die Einheimischen den Freitagabend genossen haben. Die kurzhosigen, offensichtlichen Touristen sprachen auch spanisch, vielleicht vom Festland, wer weiss. Kurze Hosen waren von den Temperaturen auch gar nicht so verkehrt, immerhin zeigte das Thermometer 21° an - aber der giftige Wind und die recht hohe Luftfeuchtigkeit liessen mich bei meinen langen Hosen bleiben. Eine Strickjacke wäre auch nicht verkehrt gewesen.
Die hatte ich heute dabei und am Anfang auch kurz an. Zuerst hatte ich aber die Dame an der Reception gefragt, ob man im Gym eine Maske tragen müsse (ja, und somit für mich definitiv vom Plan gestrichen), und ob ich die Buskarte beim Busbahnhof Santa Catalina bekomme (ebenfalls ja, wobei die richtige Anrwort gewesen wäre: im Prinzip, ja). Ich machte mich also auf zum Parque Santa Catalina, der Busbahnhof ist gleich nebenan und auch etwas darunter, schön versteckt unter einem Deckel. Problem Nummer eins war, dass ich diese Verkaufsstelle nicht fand. Also fragte ich mal in einem Kiosk - hätte ja sein können. Die gute Frau hat mich immerhin verstanden, ich ihre Antwort auch. Problem Nummer zwei nachdem ich den Shop gefunden hatte: cerrado! Zum Glück hatte ich eine App der Guaguas (Busse) auf meinem Handy, auf zur nächsten Verkaufsstelle, wieder ein Kiosk, wieder eine nette Dame. Die hatte aber diese Karten nicht, verwies mich abermals zum Busbahnhof. Mein "cerrado" brachte dann an den Tag: San Telmo ist meine letzte Chance, vor Montag an eine Touristenkarte zu kommen. Jetzt hätte ich natürlich eine Fahrt bezahlen und nach San Telmo fahren können.  Gab mir aber der Kopf nicht zu, also ging ich zu Fuss....trois kilomètre à pied, ca use, ca use... es waren dreieinhalb Kilometer, aber immerhin dreieinhalb Kilometer ausserhalb der touristischen Trampelpfade. In San Telmo gab es dann eine längere Schlange vor den beiden Schaltern, also fragte ich zuerst mal einen Einheimischen hinter mir. Der verstand wohl primär "turistica" (was definitiv nicht für mein Spanisch spricht) und verwies mich an die Touristenauskunft. Dort stand zum Glück eine Dame und fragte jede und jeden, um was es gehe. Die verstand dann auch wirklich, was ich wollte, und schickte mich prompt zurück. Nun habe ich meine zwei Tarjetas Turisticas, jede ist 3 dias gültig (setenta y dos oras um genau zu sein), was für meine Ferien exakt passt. Zurück ging's dann mit dem Bus, natürlich nicht ohne Frage: die Türe öffnet hier nur ganz vorne zum Einsteigen, wer nicht ein Ticket beim Fahrer löst, der hält eine kontaktlose Karte an den Leser. Blöd nur, dass meine neu gekaufte kontaktlose Karte einen Fehler anzeigte. Was zum Henker...... Ich fragte also den Fahrer, wie man die Karte aktivieren müsse. Die Lösung ist einfach, man legt die Karte auf das Gehäuse der Kasse. Da ist nichts markiert, kein Kleber, kein Symbol, einfach nur grauer Kunststoff. Wie soll man da drauf kommen? Zurück also mit dem Bus, aber irgenwelche Haltestellen-Informationen? Nein, keine Durchsage (zweifelhaft, ob ich diese hätte verstehen können), keine Anzeige, nada. War ja zum Glück kein Problem, weil ich alles schon gelaufen war. Aber es braucht auch beim Busfahren Eigeninitiative und am besten die Karten von Google Maps.
Fazit der ersten 24 Stunden: viele Personen hier sprechen Englisch, im Hotel geht es auch auf Deutsch problemlos. Ich mag das aber nicht so - mein Spanisch ist aber noch nicht gut genug, für Gespräche. Ich schlqge mich irgendwie durch, aber es ist doch etwas anstrengend. Vor allem, wenn ich keinen Zusammenhang zu einer Frage herstellen kann. Gestern wurde ich im Spar gefragt, ob ich eine Tüte benötige. Habe ich natürlich nicht verstanden. Sie hat dann die Frage nochmals wiederholt und diesmal "bolsa" verwendet - dann ist der Groschen gefallen....

tengo una reservaciòn

Der Titelsatz war gestern mein grösster Fehler. Ein "hola" ist ja noch recht unverfänglich, aber wenn man sich natürlich einen solchen Satz zurecht legt, dann muss man sich nicht wundern, wenn ein Wasserfall von Sätzen in wunderbarem Castillo auf einen niederprasselt. Immerhin habe ich einiges verstanden, die Zimmernummer zum Beispiel, wie ich ins Wlan komme, dass das Morgenessen im Restaurante Roma von 07:30 bis 10:30 eingenommen werden kann, wo sich der Pool und das Spa befinden und dass die Bar zwar von 11 - 23 Uhr offen ist, aber nur  "tardes" etwas zu Essen anbietet - was das auch immer heissen mag. Beim Spa war noch irgendwas mit "Vorabend", das habe ich nicht ganz verstanden. Ich vermute, es hat etwas mit den kostenpflichtigen Behandlungen zu tun, aber wie ich die kostenlosen Angebote nutzen soll, das hat sich mir noch nicht erschlossen. Es hat hier nämlich nirgends Bademäntel, nicht auf dem Zimmer und auch auf den Gängen ist mir bislang keiner über den Weg gelaufen. Und ob es auf den Fitnessgeräten eine Maske benötigt, weiss ich auch noch nicht. Affaire à suivre, im Moment bin ich mit meinen 15'000 Schritten von gestern ganz gut unterwegs und muss nicht noch auf's Velo.
Die Ankunft in LPA gestern war letztendlich rund eine Stunde zu früh. Gut für uns, schlecht für den Flughafen. Der musste etwas improvisieren und so standen wir dann nicht an einem Fingerdock, sondern eine Reihe dahinter und durften Bus fahren. Das hätte ich dann auch gerne später Richtung Hotel gemacht, aber erstens war die Zeit schon arg knapp, und zweitens fand ich die Bushaltestelle nicht. Später habe ich dann auf Google Maps gesehen, wo sie gewesen wäre. Die Hierarchie beim Verlassen des Terminals ist klar: Taxis, dann Reisebusse, Mietwagenfirmen, und wenn man sich dort überall durchgekämpft hat, dann kommt der öffentliche Bus. Nicht mit mir, ein Taxi musste her. Das kostete zwar gute 30 €, aber dafür musste ich den Koffer keinen Meter mehr schleppen - bis ins Zimmer. Das Taxi-Management war übrigens beeindruckend: ein Typ machte nichts anderes, als Taxis aus dem "Vorratspool" weiter hinten an's richtige Ort zu weisen - dorthin, wo gerade eines weg fuhr. Die haben ja unterschiedlich viel einzuladend, darum ist nicht immer das vorderste auch das erste, welches wegfährt. Extrem effizient - chapeau.
Im Hotel hatte ich dann schnell alles ausgepackt, Fernseher ist eher sch..... weil alle Sender durcheinander angeordnet sind, alle Sprachen durcheinander ohne Liste - egal, das Wlan ist ok und mit der UPC-App sehe ich dank VPN-Tunnel dasselbe wie zu Hause. Der spielt nämlich der UPC vor, ich wäre in Zürich.... Allerdings war gestern nicht viel mit Fernsehen. Ich hin zuerst die Promenade rauf und runter und habe mir alles angesehen. Dabei war ich echt unentschlossen, ob und wo ich etwas essen sollte. Grossen Hunger hatte ich nicht, es war für die Spanier noch viel zu früh und für mich schon fast etwas spät. Am Ende schaute ich mir noch den Fussballmatch Thun-Vaduz an, am Ende war es eher ein Zuhören. Ich war total müde, und das um halb Zehn - logisch, bei uns war ja schon halb Elf.
Morgenessen habe ich soeben gegessen, davon aber mehr zu einem späteren Zeitpunkt....

Freitag, 5. November 2021

ZRH-LPA

Freitag 5. November - Zeit für Ferien? .....JA
Zugegeben, es ist schon etwas aussergewöhnlich für mich. Nicht gerade eine absolute Premiere - ich war schon im November in Thailand und im Dezember in Singapur und Australien - aber Standard ist das bei  mir nicht, als Camper bin ich mir das nicht gewohnt.
Im Moment stehen wir gerade zurückgeschoben vor dem Gate A73. Der Airbus A320 hat seine Triebwerke soeben gestartet, es stinkt etwas nach Kerosin und auf den kleinen Bildschirmen läuft ein Video über die Sicherheitsinstruktionen an Bord. Begleitet wird das Ganze von relativ lauter Instruktion über die Lautsprecher, wenn auch nur auf Englisch. Die Zeiten der clownesken Vorstellungen durch die Crew sind vorbei.
Um mich schon etwas in den Zeitrhythmus von Gran Canaria zu bringen, habe ich es gestern Abend ziemlich lange ausgehalten. Half bezüglich des Schlafs, aber nicht was das Aufwachen angeht: um Sechs war ich wach, um Viertel vor Sieben unter der Dusche. Um halb Neun auf der RBS, und um Neun im Intercity Richtung Zürich. Der tuckerte dann zwar einige Zeit vor sich her, aber weil in Zürich im Fahrplan eine längere Wartezeit eingeplant ist, spielte das im Endeffekt keine Rolle. Ich war um 10:20 am Flughafen, mit ziemlich genau zwei Stunden Zeit für Abfertigung und Boarding. Das sollte doch wohl genügen, oder? Nun, ich hatte eine Tatsache in meiner Rechnung vergessen: ich hatte ein Business-Class-Ticket. Und ja, man darf mit einem Edelweiss-Ticket bei den Business-Schaltern der Swiss einchecken. Und man hat eigene Security-Gates für alle welche nicht Economy fliegen. Und ich dürfte sogar in die Business-Lounge der Swiss, aber das habe ich mal sein lassen. Mein letzter Flug liegt doch schon etwas länger zurück, ich musste mich mal etwas umsehen im Flughafen. Zeit genug hatte ich, denn vom Bahnhofperron bis zum Gate benötigte ich gerade mal 20 Minuten - wenn ich denn zum Gate hätte gehen können. Das wurde aber erst eine Stunde vor Boarding angezeigt, und dazu war ich schlicht zu früh. Nun gut, anderthalb Stunden Zeit - was soll's, lieber als 5 Minuten zu wenig.
Ach ja, beim Einsteigen darf man natürlich auch ganz zuerst rein ins Flugzeug, wenn man Business fliegt. Und am Zielort auch wieder zuerst raus. Nützt nur nicht viel, wenn man dann noch auf den Koffer warten muss. Immerhin soll uns ein Jetstream noch 40 Minuten Zeitersparnis schenken. Wir werden sehen (verramos?)