Mittwoch, 5. August 2015

Home sweet home

Das Wetter wurde seit dem gestrigen Regen immer besser - trotzdem haben wir am Abend im Restaurant gegessen und nicht auf der Terrasse. Danach haben wir noch etwas den letztem Abend genossen, dann die letzte Nacht und am Morgen den letzten Spaziergang. Aufgeräumt war dann recht schnell und um zehn Uhr waren wir unterwegs Richtung Vogesen und das Elsass.

Während der Fahrt wurden dann auch die Strassen besser: mit dem Departementswechsel zuerst der Belag, später auch die Strassenbreite. Wir fuhren durch wunderschöne Landschaften immer leicht ansteigend in die Vogesen hinein und befanden uns dann plötzlich auf einem kleinen Pass, von dem es in engen Kurven runter ins Elsass ging. Zum Fahren war das aber recht angenehm, zumal auch Lastwagen diese Strecke befahren - und zumindest runter geht das nicht allzu schnell.
In Mulhouse gab es dann noch einen kurzen Shopping-Halt - im bereits bestens bekannten Carrefour - und gegen halb fünf Uhr waren wir dann wieder zu Hause. Angekommen sind wir etwas später, als alles ausgepackt war und das Abendessen mit frisch eingekauften Köstlichkeiten auf dem Tisch stand.

à la prochaine!

Dienstag, 4. August 2015

Es wird immer kühler....

Gut, dass es gestern noch ein wenig geheizt hat. Der Abend war mild und wir waren froh, konnten wir bis gegen Mitternacht das Wohnmobil thermisch gesehen schlaffähig machen. Neben uns seit gestern - auf dem Platz von El Schnarch der vor zwei Tagen abgereist ist - ein Wohnmobil ais dem Rheintal mit SG-Nummernschild. Sie sind auf der Heimreise von England, wo es immer so um die 18 bis 20 Grad kühl war. Da war es gestern hier mit gut 30° doch sehr warm für die drei. Wir konnten sie aber beruhigen, der Dienstag war kühler angesagt.

In der Nacht kam dann das, was wir den drei Ostschweizern verschwiegen hatten: tropf, tropf - ab halb fünf gab es immer mal Regen und so soll das weiter gehen bis am späteren Nachmittag. Kühl war es beim Aufstehen nicht, 19° am Morgen ist sehr mild. Die Temperatur ging dann aber stetig zurück und hat sich jetzt, Mittag um halb Eins, bei 18 Grad eingependelt. Es sollte noch etwas wärmer werden, aber wahrscheinlich erst gegen Abend - sofern die Sonne noch wie versprochen rauskommt.

So ein Regen hat immer auch eine reinigende Wirkung. Der eine oder andere Camper ist abgereist - vielleicht weil so geplant, vielleicht auf der Suche nach besserem Wetter. Wir kommen damit ganz gut klar, wenn's nicht gerade drei Tage Dauerregen sind; dann wird einfach nichts mehr richtig trocken weil auf den Stewi kann man es ja nicht zum Trocknen aufhängen und drinnen hat es einfach zu wenig Platz zum Aufhängen von Sachen.

Vor dem Mittag haben wir es geschafft, 1,5 Stunden nahezu trocken mit den Hunden unterwegs zu sein. Somit ist der Tag schon fast gerettet - wenn wir am Nachmittag dann wider Erwarten komplett verregnet werden, muss das nicht mehr ganz trocken werden - Morgen geht's ja schon nach Hause. Heute Abend essen wir darum nochmals auswärts und wenn das Wetter mitspielt, werden wir auch noch das eine oder andere vorher einpacken, versorgen oder aufladen. Und sonst machen wir das eben Morgen.

Montag, 3. August 2015

Es wird immer wärmer

Die Temperaturen steigen langsam aber stetig an. Die Nächte sind nun auch nicht mehr so kühl, sondern eher angenehm erfrischend. Und wie erwartet geniessen wir nun sowohl den Schatten als auch ein kühlendes Lüftchen, so es denn eines hat. Beides war am ersten Tag noch eher weniger gefragt und Glacé hat es auch erst seit gestern im Kühlschrank, der ansonsten langsam leer wird - untrügliches Zeichen dafür, dass es schon bald nach Hause geht.

Gestern gab es erneut Gäste-Zuwachs in unserer Strasse, es sind aber immer noch viele Parzellen frei. Ob man wirklich reservieren müsste? Ich weiss es nicht... Unsere neuen Nachbarn, ältere Wohnwägeler aus der Niederlande, sind buchstäblich mit Getöse angereist. Dass sie verkehrt rum durch die Einbahnstrasse angekommen sind, verstehe ich ja noch - kann schon mal vorkommen wenn man den falschen Eingang erwischt (es hat zwei Barrieren und die Wege führen in unterschiedliche Bereiche des Campingplatzes). Dann war aber lange, sehr lange ein Scheppern und Knallen zu hòren - man konnte meinen, die bauen den ganzen Wohnwagen um. Mittlerweile haben sie auch ihr Hörgerät wiedergefunden und kommunizieren in normaler Lautstärke und nicht so, wie heute Morgen kurz nach Acht.

Gut, wir wollten ja sowieso früh aufstehen, einen Kaffee trinken und dann "im Frühtau zu Berge ziehn" - haben wir dann auch gemacht, war alkerdimgs erst um neun Uhr und von Tau keine Spur, aber wir haben diesmal die Route so gewählt, dass der sonnige Teil zu Beginn lag, dann eine grosse Steigung und danach ging's nur noch bergab durch den Wald - zurück ins Funkloch, wo gestern Nachmittag auch noch das WiFi-Netz in unserem Teil des Camlingplatzes ausfiel. Das ist hier echt nicht der Hammer.

Nun spielen wir, nach unserem 3.-August-Brunch mit Rührei und anderen Köstlichkeiten, tote Fliegen und liegen im Schatten rum. Das Thermometer zeigt rund 30° Tendenz steigend. Es ist Sommer und wir geniessen ihn..

Sonntag, 2. August 2015

Der Campingplatz

Wir sind Mitte der Ferien hier in den Ardennen und ich glaube, wir können schon mal eine Bilanz ziehen.
Angelegt ist der Platz entlang eines kleinen Flüsschens, terrassiert weil es hier fast immer rauf oder runter geht. Es scheint sich um eine alte Siedlung oder ein Landgut zu handeln, denn es hat mehrere alte Gebäude auf dem Gelände - damit sind jetzt nicht die Sanitärgebäude gemeint, dazu komme ich später noch. Einige dieser Gebäude wurden in Ferienwohnungen umgebaut, es hat aber auch fest installierte Wohnkabinen und Zelte zum Mieten. Wer selber mit einem "Haus" anreist kann wählen zwischen zwei Platzarten: Wasser und Abwasser sowie Strom gibt es überall, zusätzlich kann man noch einen Platz mit Spezialausrüstung mieten, mit Gartenmöbeln, Grill und Kühlschrank.
Der Platz bietet einen gut ausgerüsteten Laden, eine Bar, ein Restaurant, eine Pizzeria mit Platz-Service (der klaut dann schon mal der Putzfrau ihren Elektrowagen wenn seiner leer ist), ein Schwimmbad mit Jaccuzi, eine Spielwiese mit Fussballtoren und einem Volleyballnetz.... eigentlich ist alles da was man braucht. Gleich hinter dem Campingplatz kann man wunderbar wandern gehen und dazu sind die Felder oft wie bei uns nicht mit Stacheldraht eingezäunt - sonst in Frankreich weit verbreitet.

Die Sanitärhäuser könnte man etwas besser gestalten. Sie sind eigentlich sauber, sehen aber nicht unbedingt so aus. Die Bodenplatten sind in Braun gehalten und weisen Muster auf, die einen immer nach einem Putzlumpen Ausschau halten lassen. Die Anlage wirkt willkürlich angelegt, WC, Duschen und Waschkabinen mit Lavabos wechseln sich unregelmässig ab, Pissoir, Waschmaschinen und die Kinderdusche gibt's wiederum nur an je einem Ort. Auf dem WC gibt es zwar Papier, aber die grosse Rolle ist genau hinter dem Kopf angebracht (wenn man auf dem Topf sitzt) - nicht wirklich praktisch. Fazit: ok, aber wir haben schon bessere gesehen.

Gestern Abend haben wir dann noch das Restaurant ausprobiert. Für 17.50€ gab es ein Dreigänge-Menü mit Rinds-Carpaccio, Lachstranche mit Noilly-Prat-Sauce, Reis und Ratatouille und als Dessert irgendwas extrem Feines aus Schokolade und Gebäck mit Vanille-und Schokoladesauce (was ich mir für 3€ gleich noch ein zweites Mal bestellt habe). Dass die Gänse aus dem Teich ständig auf der Terrasse rumliefen, liegt an den Touris welche diese mit Brot füttern. Dass es Wespen gab, war zwar nicht ungefährlich, aber agressiv waren die Viecher zum Glück nicht - eher blöd, weil sie an die unmöglichsten Orte hinflogen. Der Service war wie immer sehr freundlich und aufmerksam. Und dass die Chefin uns auf Niederländisch ansprach, erstaunt uns mit unseren Velos fast schon nicht mehr....

Samstag, 1. August 2015

250 Meter Höhendifferenz

Es wird hier jeden Tag etwas schöner und wärmer. Nach den 10 Kilometern gestern bei kühlendem Wind - angenehm - war es heute Morgen windstill. Ich hatte ziemlich grossen Hunger, was eher erstaunlich war nach dem gestrigen Abendessen: Fisch vom Grill (keine Ahnung, was es für ein Fisch war) und ein Morchel-Risotto dazu. Lecker und sättigend, und zum Kaffee gab es sogar noch ein paar Güetzi....

Jedenfalls hatten wir auf dem Zmorgetisch Gipfeli, Weggli, Baguette, Vollkornbrot, Butter, Konfi, Honig, Käse, Rohschinken, Terrinne forestière, Boursin mit Feigen und Joghurts. Das reichte bei Weitem zur Stärkung für die anschliessende Wanderung. Die führte diesmal auf die andere Talseite, steil den Hang hinauf in den Wald. 125 Meter höher hatten wir allerdings wegen der vielen Bäume überhaupt keine Aussicht, dafür recht guten Natelempfang. Ich sag's ja, der Campingplatz ist in einem Loch gelegen, einem Funkloch. Dafür an einem kleinen Fluss, was für eine Schmiede nicht abwegig ist - genau das heisst Forge auf Deutsch nämlich.
Die Aussicht kam dann etwas später als uns der Weg bereits wieder runter führte Richtung des Dorfes Thonnance-les-Moulins (ein weiterer Hinweis darauf, weshalb die Leute hier ansiedelten: auch eine Mühle benötigt Wasser, die Windräder sind erst viel später aufgestellt worden). Am gegenüberliegenden Hang war ein Teil unserer Strecke zu sehen, auch der kleine alte Bahnhof und man konnte sich leicht vorstellen, wo die Ingenieure seinerzeit die Schienen der Eisenbahn verlegen liessen. Ja, fast meinte man, irgendwo in der Ferne den Rauch einer Dampflokomotive zu erkennen - heute sind das aber eher die Kühltürme der AKWs welche für Dampf sorgen.

Verglichen mit der Siedlung die wir gestern gesehen haben, ist Thonnance-les-Moulins richtig lebendig. Waren es gestern eher bewohnte Ruinen, gibt es hier doch einige neue oder renovierte Häuser. Wo wir gestern gerade mal einen Bauern auf dem Feld gesehen hatten, gab es hier junge Familien und Hausbesitzer die im Garten am werken waren. Zugegeben, der schmucke Ort wo wir am Mittwoch eingekauft hatten, wirkt dagegen immer noch wie eine Metropole, aber immerhin....

Mit 7,5 Kilometern war dieser Spaziergang schon ziemlich kurz gegenüber jenen der Vortagen und trotz steilem Anstieg war es nicht zu warm - dank ein paar Schleierwolken im Südosten, genau vor der Sonne, genau in Richtung Schweiz wo es heute ja nicht ganz trocken bleiben soll....

Freitag, 31. Juli 2015

Minus 25%

Andersrum ging's heute besser. Wir haben gestern Abend noch den Anfang des Rundgangs in die andere Richtung auskundschaftet und dabei festgestellt: die Signalisation ist nur auf eine Richtung ausgelegt - nicht so wie wir gestern gelaufen sind - und ein gelb-violetter Doppelstrich bedeutet nicht das Gleiche wie ein gelb-violettes Kreuz: Striche = hier lang, Kreuz = hier liegst Du falsch (in diesem Fall: hier läufst Du falsch).
Guten Mutes und mit Zuversicht auf den nächsten Tag haben wir uns dann eine feine Paella gekocht, abgewaschen, den Abend und ein feines Fläschchen Wein genossen, ein Spiel gespielt und den Abend genossen. Als wir gegen halb zwölf Schlafen gingen, war es schon ziemlich kühl, so um die 12 Grad. Der belgische Nachbar holzte schon wieder ganze Wälder ab, sonst war es - wie meistens hier - sehr ruhig.

Zum Frühstück gab es diesmal - oh Wunder - keinen Stromunterbruch. Der letzte war am späten Abend zu verzeichnen gewesen und gemäss unseren Nachbarn (el Schnarch) ist das hier ganz normal. Komischerweise immer nur in unserem Sektor, die Live-Musik beim Restaurant war auch während des Black-out zu hören....
Nach dem Frühstück ging's dann auf die Piste und diesmal haben wir dann auch die Route ganz einfach gefunden - dank Beschreibung und Signalisation. Und wir kamen an einer Natelantenne vorbei, wo dann auch der Empfang um einiges besser war als bei uns hier im Loch unten. Ok, ist nicht wirklich ein Loch, nur bezüglich Natelempfang, geografisch ist es eine Senke oder ein Tal. Am Ende waren es dann 9 Kilometer und damit ein Viertel weniger als gestern.

Ach ja, ganz vergessen: gestern hatten wir noch eine kleine Flugshow mit französischen Mirages - scheint ein beliebtes Übungsgebiet für Francois Hollandes Luftwaffe zu sein, sie waren heute auch schon wieder zu hören.

PS: Homepage des Campingplatzes

Donnerstag, 30. Juli 2015

Die Ardennen, unendliche Weiten

Es ist ein Ort am Ende der Welt. Nur über kleine Strassen erreichbar, kaum Verkehr, Natel-Empfang aus dem letzten Jahrtausend und auch das drahtlose Internet funktioniert eher launisch und tröpfchenweise. Der ideale Ort für erholsame Ferien, wenn man nicht gerade Freunden und Verwandten in einem Blog davon erzählen möchte. Erfahrungsgemäss funktioniert es am Morgen am besten - so auch hier: Zeitung runterladen war kein Problem (mit etwas Geduld) - alle noch am Pennen um diese Zeit (kurz vor Acht).

Brot war bestellt und deshalb eigentlich alles auf der Reihe, allerdings war unsere Stromleiste im Wohnmobil ausgeschaltet. Macht keinen Sinn wenn man ein Handy aufladen will - dachte ich mir und wollte die Leiste einschalten. Ging aber nicht, war schon an, kein Strom im Wohnmobil. Also Lampe angeschnallt und dem Kabel nach auf der Suche nach Power. Kein Strom an der Dose, keiner an der Nachbarsdose (war zufälligerweise frei), nix Licht im Sanitärhäuschen - aha, grösseres Problem. Da auch "unser" WiFi-Punkt als einziger nicht mehr sichtbar war, die anderen aber schon, war rasch klar: Problem ist nur auf bestimmten Parzellen des Platzes. Unser Kühlschrank war rasch auf Batterie umgestellt und dann radelte ich mal in den Laden, Brot holen und Problem melden. Natürlich war der Strom wieder da, bevor ich überhaupt im Laden war.

Da es noch nicht wirklich warm war, bot es sich an einen Rundwanderweg auszukundschaften. Der beginnt gleich beim Campingplatz und ist gelb-violett markiert - zumindest dort. Unterwegs wurden die Markierungen weniger und irgendwann waren wir dann so weit, dass wir umkehren mussten. Statt acht waren es dann zwölf Kilometer in drei Stunden - Morgen versuchen wir es mal anders rum...