Mittwoch, 10. Mai 2023

Regen zum Zweiten

Gestern war es viel weniger windig, dafür auch viel weniger sonnig. Heute Morgen scheint wieder die Sonne und ratet mal - richtig, der starke Wind ist zurück. Das ist nicht per se ein Problem, ich stehe bewusst so, dass der Wind von hinten ans Wohnmobil bläst (und die Sonne vorne durch wandert, von Links nach Rechts). Allerdings bläst es uns hier gerade mit mehr als 50 Km/h um die Ohren, da kommt das Material der Markise schon etwas an seine Grenzen. Ich getraue mich ehrlich gesagt gerade nicht, zum Abwaschen zu gehen - ich habe die Hoffnung, dass ich eingreifen könnte, falls sich da was selbständig machen sollte. Vermutlich eine Illusion.... Man könnte auch die Markise einfahren, was aber gar nicht so einfach ist: insgesamt drei Streben müssten entfernt werden, dazu zwei Erdnägel und zwei Abspannseile. Mit jedem Element wird das Konstrukt instabiler, da sollte dann nicht gerade eine Böe von der falschen Seite her kommen...
Nun, der Wind wird voraussichtlich noch etwas nachlassen. Dann wird es vielleicht auch möglich sein, kurz ans Meer zu gehen. Ich bin gespannt, ob es heute ein paar Windsurfer und Kiter hat - Wind hätte es nun ja genug.
Gestern war ziemlich tote Hose am Strand. Ein paar versprengte Touristen, ein paar Hunde und wohl auch ein paar Einheimische, erkennbar an der deutlich wärmeren Kleidung. Der Strandanteil ist weiter geschrumpft, der Dünenanteil wird weiter ausgebaut. Die Entwicklung ist frappierend wenn man mit der Situation vor 10, 12 Jahren vergleicht. Das Wetter war wie erwähnt stark bewölkt und wegen des nahezu fehlenden Winds auch angenehm warm. Den Sonnenaufgang hatte ich verschlafen, weil der im Gegensatz zum Herbst noch vor Sechs Uhr über die Bühne geht. Was erstaunlich war: keine einzige Qualle. Das war mir in Marseillan schon aufgefallen,  dort hatte ich aber eine Erklärung dafür: am Freitagabend und Samstagmorgen hatte es von diesen weisslich-durchsichtigen Tieren jede Menge, sowohl im Wasser, als auch angespült am Strand. Am Sonntag waren alle weg - mit Sicherheit wurden sie am Strand weggeräumt. Aber wieso es im Wasser keine mehr hatte, ist mir unbekannt. Die Dinger sahen aus, wie ich mir Silikon-Brustimplantate vorstelle. Hier in Spanien waren sie jeweils wesentlich grösser und eher violett. Wenn's in diesem Jahr keine hat, ist es mir nur recht. Das Wasser ist nämlich - zumindest für die Füsse - schon richtig angenehm. 

In der Nacht kam dann wieder mal eine Portion Regen. Eigentlich bereits gegen 18 Uhr, womit klar war: die Penne Carbonara werden drinnen gekocht. Nicht ganz ideal mit dem Speck, aber ging halt nicht anders...


Dienstag, 9. Mai 2023

Schüttelbecher

Zuerst ging das ganz fix gestern. Nach einer guten halben Stunde war ich reisefertig und manövrierte mich aus dem engen Platz raus. Dazu ging es zuerst zweimal rückwärts und zweimal vorwärts, um am Ende etwas näher zur Strasse zu stehen. Vorne konnte ich das gut abschätzen, hinten fuhr ich bis sich der Busch bewegte. Gar nicht so einfach bei diesem Wind..... Näher an der Strasse konnte ich dann genauso rausfahren, wie ich reingekommen war, in diesem Fall schräg rückwärts. Dann ging es los in Richtung Spanien.
Der Verkehr war entspannt unterwegs an diesem Montag, zumindest was Geschwindigkeit und Anzahl Fahrzeuge anging. Lastwagen hatte es fast keine, oder aber ich habe sie einfach nicht gesehen. Denn meist war ich lediglich mit 90 Km/h unterwegs, also in etwa der Geschwindigkeit der Lastwagen. Ich vermute aber, dass weniger unterwegs waren, weil der Montag in Frankreich ein Feiertag war. Trotz der tiefen Geschwindigkeit schüttelte es mich zeitweise so richtig durch. Der Mistral tobte sich so richtig aus, mal zog das Fahrzeug nach links, war der Wind weg, ging's in die andere Richtung. Entspannt ist definitiv anders, aber richtig gefährlich war es auch nicht.
An der Grenze holte ich schon mal das Portemonnaie auf den Beifahrersitz, denn in Spanien funktioniert logischerweise das Mautgerät von Frankreich nicht. Oben auf dem Pass sieht man heutzutage keine Spur mehr von einer Grenze. Weiter unten bei der Zahlstelle war die Veränderung noch krasser: bis auf ein paar Spurtrenner aus Beton war die ganze Zahlstelle weg. Ok, vielleicht weiter unten? Nein, gar nicht. Die Autobahn scheint in Spanien neu kostenlos befahrbar zu sein. Ok, nimmt man gerne....
Ansonsten war die Anfahrt wie gewohnt, auch hier verpasste ich den Supermarkt um einen Kreisel. Da diese auf dieser Strecke aber inflationär vorhanden sind, war dieser Fehler rasch ausgebügelt. Im Carrefour kaufte ich den Restbestand an Lachs-Philadelphia, Boursin hatte es gar keinen, dafür guten Wein und leere Kartonschachteln von gutem Brandy. Ich musste ja nicht unbedingt einen Carlos kaufen, aber mit 25€ war der hier schon einiges günstiger als bei uns. Ich erkundigte mich also mal, wo es die Flasche zum Karton gab. War eigentlich ganz einfach: an der Kasse bezahlen, mit der Quittung zum Kundendienst, und dann hielt ich einen Karton mit Flasche in der Hand.
Der Rest ist dann rasch erzählt: anmelden an der Reception, Rundgang über den Platz, Parzelle aussuchen, reinfahren, aufstellen, geniessen. Die Wärme vor allem, gestern war es hier nämlich sehr warm....

Montag, 8. Mai 2023

Camper

Gut besuchte Campingplätze sind immer eine gute Voraussetzung für Beobachtungen, insbesondere an Wochenenden- da gibt es immer ein paar Wechsel bei den Gästen. Bezüglich Manöver und Aufstellen gab es hier wenig zu sehen. Die Wohnmobile sind massiv in der Überzahl, die teuren davon benötigen nicht einmal mehr Auffahrkeile, sondern gleichen die Unebenheiten des Bodens hydraulisch aus - vollautomatisch und unspektakulär für Beobachter. Auch eine schlaue Ausrichtung des Gefährts brachte hier bislang jeder hin: keine Manöver um die Satellitenschüssel blickfrei zu bekommen, wer Schatten hat, der wollte das so. Beispielsweise meine Nachbarn: Eckplatz, auf zwei Seiten Aussicht auf eine grüne Gebüschwand, gegen die Strasse das Wohnmobil als Sichtschutz. Caché würde man wohl dazu sagen auf Französisch. Der Mann kümmert sich um den Hund, mehr sehe ich nicht. Allerdings ist seine Partnerin sehr wortkarg unterwegs - das Klischee sagt, die sind wohl schon lange verheiratet. Sie entsprechen auch dem überwiegenden Teil der Camper hier: 2 Personen, ein Mann eine Frau, Rentner oder wohl bald soweit. In der Regel sind die Aufgaben klar verteilt, man agiert als Team und versteht sich blind. Wortlos würde auch passen, denn meist herrscht Stille bei diesen Paaren. Gemeinsam einsam irgendwie: Man(n) liest ein Buch, Frau verhätschelt den Hund, beispielsweise. 
Die Hunde sind hier mehrheitlich klein geraten, Modell Teppichratte - oder angepasstan die Lökalität Modell Sandratte. Die kommen natürlich nicht so schnell vorwärts und darum schafft's von denen eigentlich keiner aus den Campingplatz raus zum Verrichten des Geschäfts. Darum machen das auch die wenigsten Camper, man dreht eine Runde und die Hunde markieren so ziemlich alle Bäume und grossen Sträucher. Grosse Verwunderung dann, wenn der Hund direkt vor dem eigenen Platz auf den Weg sch.....t. Ja wie denn, der dachte jetzt geht's raus, und als er merkte, dass dem nicht so war.... ist doch logisch.
Es gibt natürlich auch Ausnahmen. Da ist einmal die Familie schräg gegenüber, drei Kinder verteilt über geschätzt 13, 14 Jahre, mit Grosseltern. Die Mutter habe ich noch nie gesehen, aber es sind ja genug andere Personen da - und die braucht es auch, denn die Kleine macht Betrieb und wickelt - meiner Meinung nach - jede(n) Einzele(n) um den ganz kleinen Finger. Oder die Fra zosen, welche jeden Abend bis spät in die Nacht zusammen sitzen. Ich nehme an, drei befreundete Paare, welche sich hier für das verlängerte Wochenende getroffen haben.
Nun geht es weiter in Richtung Spanien, wo ich dann der neue Camper sein werde, wo mir dann alle zusehen werden beim Reinfahren, Aufstellen, Satellitenschüssel ausrichten...

Sonntag, 7. Mai 2023

Regen

Früher hat man vielleicht mal einen Blick in die Zeitung geworfen, die man gar nicht richtig verstand. Aber die Wetterprognosen gab's auch damals schon in Bildern. Oder man konnte an der Reception einen schlicht gehaltenen Aushang bewundern- im schlimmsten Fall eine halbe Sonne, eine Wolke und Regentropfen. Das hiess dann: alles dabei, aber wann war unklar. Gestern hätte diese Prognose gepasst: angeblich hatten wir Nebel am Morgen, dann war es mal mehr und mal weniger bewölkt, meistens sonnig und in der Nacht kam der Regen. Nur ist das heute auch für Touristen viel besser einschätzbar mit Internet und Wetter-Apps. Der Regen war so zwischen Mitternacht und 3 Uhr angesagt. Ich gin kurz nach Elf ins Bett und hatte schon geschlafen, als mich der Regen kurz aufweckte. Aber alles ok, kein Wind, kein Gewitter, nur ein regelmässiges, feines Trommeln auf das Dach des Wohnmobils.
Ich hatte natürlich alles unter Dach gestellt oder abgedeckt. Trotzdem war ich froh über den ausbleibenden Wind. Denn die Parzelle ist etwas klein gehalten. Nicht ganz einfach zum Reinfahren und hätte ich die Markise voll ausgefahren, stünde sie jetzt auf dem Weg. Darum ist sie auch weniger stabil und ausnahmsweise - für drei Nächte - vorne nicht abgespannt. Heisst zwar "Sturmspannung", gibt aber auch bei Wind im Normalbereich ein sichereres Gefühl. In Spanien werde ich nicht darum herum kommen, dort hat es am Nachmittag eigentlich immer Wind.... Dafür kaum Mücken, die gibt es dafür hier bereits, wenn auch noch in kleiner Zahl. Aber bekanntlich genügt ein Tier im Schlafraum, um mir den Schlaf zu rauben.
Brot gibt es direkt vor dem Campingplatz - oder 500 Meter weiter die Strasse rauf. Dort hat es jeden Morgen eine Schlange von Leuten, beim Laden vor dem Campingplatz nicht. Ich weiss, ein Baguette ist ein Baguette. Aber dort ist es dann eben ein "Marius" und daneben hat es noch ganz viele andere Sachen, die mir allesamt in der Regel gut schmecken. Ob es wirklich die bessere Wahl war, wird sich zeigen....nach den Ferien, auf der Waage.

Samstag, 6. Mai 2023

Camping Beauregard

Was für eine gute Paella, gestern Abend. Und danach wieder eine Nacht mit über 8 Stunden Schlaf, so wie ich das vom Campen kenne - zumindest an Reisetagen. Der Strand war nahezu leer, trotzdem badeten ein paar Unverdrossene im Meer. Meine Füsse signalisierten mir: kühl. Wobei, nach ein paar Minuten fühlte sich das schon angenehmer an. Was mir auffiel war diese grosse, teilweise verbuddelte Röhre. Die wird irgendwann etwas transportieren, hoffentlich nichts Explosives....

Der Platz ist gut gefüllt, vermutlich auch wegen des Feiertags vom nächsten Montag. Der Tag der Befreiung, wobei sich dies auf Paris bezieht. Glücklicherweise ist dieser Tag in jedem Land etwas anders, die Hoffnung bleibt, dass es in Spanien nicht derselbe Tag ist. Sonst wären meine Einkaufspläne für Montag Makulatur. 

Zurück zum Platz: richtig schön gepflegt, saubere Sanitäranlagen, alles funktioniert. Vorbildlich ist die Abfalltrennung, sofern die Camper mitmachen. Die diversen Hochbeete beherbergen auch frische Kräuter - eine tolle Idee. Das Sanitärgebäude ist in zwei Farben gehalten: die eine Hälfte in Rosa, die andere in Blau. Sollte uns das etwas sagen? Die Mehrheit der Camper meint, das wäre veraltet (oder hält sich schlicht aus Bequemlichkeit nicht daran). Mir ist das egal, ich stehe ja alleine unter der Dusche, und sonst bin ich bekleidet.

Heute werde ich  mich mal im Ort umsehen und erkunden, was sich verändert hat...irgendwann einmal, wenn ich Lust dazu habe...

Freitag, 5. Mai 2023

Marseillan-Plage

Diese Sache mit dem Navi ist heute schon vergessen. Dass die eine Batterie in der Fernbedienung oxidiert war, hat mich nicht lange aufgehalten: erstens denkt man zu Saisonbeginn zuallererst an diese, wenn etwas nicht funktioniert. Zweitens hat der erfahrene Camper Ersatzbatterien an Bord. Und dass die eine Stromleiste keinen Strom lieferte, zeigte der Leucht-Kippschalter ja deutlich an. Hier waren es die Kontakte im Adapter - den braucht es, weil unser WoMo in Germania gekauft worden war. Etwas die Kontakte zurecht biegen, und wenn es jetzt wieder 11 Jahre hält, gibt's nichts zu meckern. 
Nach einem Kaffee am Morgen war ich kurz vor Neun wieder on the road. Diesmal folgte ich dem Navi und nahm die direkte Route über Land, statt den Umweg über die Autobahn. Nach gut einer Stunde war ich in Valence und bog auf die Autoroute du Soleil ab. Gegen 11 Uhr gab es dann meinen Brunch auf einem schönen Rastplatz bei Montélimar: frisches Baguette, gesalzene Butter, Käse, Terrinne und ein Joghurt. Den Feigen-Boursin habe ich in Les Abrets nicht bekommen, nicht zum ersten Mal. Nach einer guten halben Stunde folgte die zweite Hälfte meiner heutigen Etappe mit ermüdender Autobahnfahrt. Es ist heute Freitag und die Lastwagen waren zahlreich auf der Strasse unterwegs.
Kurz vor der Verzweigung Marseillan - Agde hat es einen Hyper-U mit Tankstelle.  Das wusste ich, verpassf habe ich ihn trotzdem, weil man ihn von dieser Seite kommend erst sieht, wenn man an der Ausfahrt vorbei ist. Also nahm ich die nächste, ein paar hundert Meter weiter und steuerte die Tankstelle von der anderen Seite her an. Kein grosses Problem, wenn man nicht zum ersten Mal hier ist. Der Fiat hatte Durst,110 €  bei einem Preis von 1.60 €.
Der Campingplatz ist übrigens recht voll, einen Platz habe ich aber bekommen. Nicht der grösste, aber gleich hinter dem Zaun zum Strand. Nur das Ausrichten der Satellitenschüssel war etwas anspruchsvoll...


Donnerstag, 4. Mai 2023

Technik die begeistert

Morgenessen fiel heute aus, dafür habe ich mir für's Mittagessen etwas besorgt. Nachdem ich im Radio gehört hatte, dass es auf dem Felsenau-Viadukt zu einem Unfall gekommen war, wusste ich: Eile war nicht angesagt. Deshalb machte ich auf dem Weg zum Wohnmobil noch einen Abstecher nach Utzenstorf. Dort gab es die Kombination, welche ich suchte: Postomat, Coop, Parkplatz. Mit ein paar Euros, einem Salat, einer Flasche Volvic und noch etwas Käse, machte ich mich auf zum Wohnmobil.
Es brauchte etwas Zeit, bis alles im Wohnmobil verstaut war. Dann montierte ich das neue Navi, und stiess prompt auf das erste Hindernis: der Stecker für die Stromversorgung passte nicht. Also versuchte ich das Kabel vom alten Navi - das passte, Strom hatte das Gerät nun. Was mir dann beim Wegfahren auffiel: das Display war viel zu dunkel. Ich hatte aber keine Möglichzeit die Einstellungen zu prüfen, es war einfach bei diesem Wetter zu dunkel. Beim Tanken konnte ich mir das Ganze anschauen und jetzt war alles ok - bis ich den Motor startete: Stromversorgung an, Display dunkelte ab. Aha, zu wenig Strom, darum im Stromsparmodus.
Auf dem Weg nach Genf habe ich dann das Ganze überprüft und bewiesen: Stecker raus, Anzeige hell. Stecker rein, Anzeige dunkel. Allerdings fiel mir plötzlich auf, dass ich das Kabel direkt im Gerät befestigt hatte, beim alten Navi steckte das Kabel im Fuss. Sollte der neue Fuss etwa auch einen Anschluss haben?  Hat er, und sogar einen, der zum neu3n Kabel passt. Das hatte ich aber im Auto gelassen..
Ach ja, das alte Navi ist übrigens aufgetaucht. Aber die alte Halterung ist natürlich ebenfalls im Auto...