Mittwoch, 29. Juli 2015

Vorfälle

Gestern, bei unserer Ankunft, war die Polizei etwa 30 Sekunden vor uns auf dem Platz. Haben wir zwar gesehen, aber nicht lange darüber nachgedacht. Wir haben das Wohnmobil hingestellt und uns um einen Übernachtungsplatz gekümmert. Das dauerte allerdings weil wir zwar die Nummer drei in der Schlange waren, der Receptionist aber auch sehr gesprächig. Allerdings dann auch zu uns, wobei wir dann schon Nummer vier waren - die Polizei war plötzlich im Büro und wollte so einiges wissen. Es gab offenbar einen "Vorfall" mit einem Hund und einem Kind (welches im Spital behandelt werden musste). Na das fing ja gut an. Zumindest kennen wir jetzt den Namen des Mitarbeiters vom Campingplatz (Klausdieter - in einem Wort - Faust) und seine Wohnadresse (die habe ich mir aber nicht gemerkt).
Zumindest konnten wir uns dann in aller Ruhe bezüglich den Nahe-Weinen beraten lassen und haben auch 12 Flaschen Weisswein eingebunkert (dann noch Wasser eingefüllt, Lebensmittel und Getränke eingekauft - unser Wohnmobil wird im Moment nur schwerer.... Und wir haben gestern auch ganz toll zugelangt beim Abendessen: Salatteller, Rumpsteak, Pommes und das Ganze in recht grosser Ausführung. Der Campingplatz hat ja schliesslich ein Restaurant, nur war das im letzten Jahr geschlossen weil der Wirt unerwartet verstorben war).

Der Abendspaziergang fiel dann etwas anders aus als erwartet:  die Wege gemäss Google Maps gab es zwar, aber es war überhaupt nicht flach, im Gegenteil. Bergziegen wären eindeutig im Vorteil gewesen. Und dann gab es noch Vorfall Nummer 2, ein Springbock hüpfte 20 Meter vor uns über den Busch. Hund Nummer 1 (Dylan) hatte ständig die Nase am Boden und deshalb nichts gesehen, Hund Nummer 2 war zu weit hinten - weil er das Tier bereits in der Nase hatte und stark an der Leine zog (was dann eben zu einem Stillstand der Hundeführerin führt - nebst dem dass sie dann ziemlich sauer wird).

Vorfall Nummer drei gab es dann am Morgen: da rennt doch glatt ein Reh (das gleiche vom Vortag?) quer über das Feld vom Wald zum Bach - und als ob das nicht genug wäre, keine Minute später wieder den gleichen Weg zurück. Gut dass es für Hunde Leinen gibt....
Irgendwann, leider erst nach halb zehn, ging es dann auf nach Frankreich. Diesmal war es etwas ruhiger auf den Strassen - nicht generell, Basel-Karlsruhe war auch heute eine Katastrophe - aber unser Weg war soweit im grünen Bereich, bis auf die Sperre der Autobahn zwischen Metz und Nancy. Da ging es zuerst mal fünf Kilometer in die falsche Richtung, weil unsere Richtung gesperrt war, dann Ausfahrt, nach links war die Fahrbahn - wen wundert's - gesperrt, also bis zum nächsten Kreisverkehr, einmal rundherum, zurück zur Autobahn, diesmal in die andere Richtung und dann, endlich, Richtung Nancy. Die gute Navi-Dame hatte schon fast eine Krise weil wir immer alles anders gemacht hatten als sie wollte....

Vorfall Nummer vier war unser Einkaufszentrum - war zwar dort wo wir es suchten und richtig angeschrieben, aber leider kein Laden sondern ein Verteilzentrum. Blöd, gibt es doch an unserem Ziel keinen Supermarkt, ja nicht einmal ein richtiges Dorf. Dann waren wir dann also mal wieder auf einer Suche, diesmal nach einem Einkaufszentrum. Haben wir dann auch mal gefunden, Viertel nach zwei war's und noch eine halbe Stunde geschlossen. Kleiner Stadtrundgang war also angesagt und das war gar nicht mal uninteressant: die haben doch tatsächlich einige Stellplätze für Wohnmobile mitten im Dorf, mit Strom, Wasser, Toilette und Hunde-WC in der Nähe (für 2 € für eine Nacht). Typisch Frankreich, Campen kann man fast in jedem Dorf und meist sogar mit Hunden....

Über kleine und kleinste Strassen haben wir dann unser Ziel gegen halb Fünf erreicht - Check-in ging rasch und deshalb waren wir schnell auf unserem Platz, der im Moment noch leider etwas schattig ist, gemäss Wettervorhersage aber bald schon glücklicherweise diese Eigenschaft aufweisen wird. Da es schon etwas spät war bis alles aufgestellt war, wollten wir uns eine Pizza holen. Vorfall Nummer fünf: heute geschlossen. Wir haben dann an der Bar etwas getrunken, ein paar Pommes und Chicken Nuggets verspeist und zusammen mit unseren Hunden die Sonne genossen.

Dienstag, 28. Juli 2015

Ausweichmanöver

Wie geplant waren wir um neun Uhr unterwegs - so läuft das, wenn wir uns halb Neun als Ziel setzen und keine Eile haben. Mit dabei waren ein paar Getränke für unterwegs, den Rest wollten wir am ersten Stopp besorgen und auch gleich tanken. Bis kurz vor Basel ging's ganz flott, dann meldete sich unser Navi: Verkehrsmeldung, Baustelle und stockender Kolonnenverkehr zwischen Basel und Karlsruhe. Alternativroute via Mulhouse, Colmar und Strasbourg. Wir fuhren mal weiter, über die Grenze und dann kam die Meldung nochmals - wechseln wir über den Rhein oder doch nicht? Nun gut, man könnte ja dann bis an die Grenze im Norden Frankreichs fahren, das kennen wir schon, und dort im Carrefour tanken und was essen. Gesagt, getan, bei Neuenburg ging's über den Rhein.
Nach einer halben Stunde meldete dann SWR3 noch einen Unfall mit Autobahnsperrung im selben Gebiet - Glück gehabt. Auf der französischen Seite ging's jedenfalls zügig voran, trotz Gratisautobahn war das Verkehrsaufkommen ganz passabel. Dann kam Lauterburg wo eigentlich der Carrefour stehen sollte - ds sah aber ganz anders aus als beim letzten Mal - schwupp, Ausfahrt vorbei, Grenzübergang voraus und schon in Deutschland. Dort gab es nach einem Kilometer eine Umleitung - wegen eines Unfalls war die B9 (keine Autobahn an dieser Stelle) gesperrt. Es ging zurück in Richtung Klein-Lauterburg wo wir uns dann von der Umleitung verabschiedeten und durch ein malerisches Dörfchen ziemlich direkt zurück zum Carrefour fanden. Dort hat dann eine Wespe noch die beste Ehefrau von allen gestochen - wahrscheinlich war die irgendwann unter die Bauchtasche geflogen und dann im Carrefour eingeklemmt worden.
Ach ja, das Euro-Portemonnaie hatten wir auch noch kurz aus den Augen verloren.... aber nur kurz, die Aufregung war allerdings gross genug.

Weiter Richtung Koblenz meldete sich dann mal wieder das Navi: Totalsperrung A61 zwischen Autobahnkreuz Ludwigshafen und Frankenthal, ein LKW lag quer über alle Spuren. Hier musste ich nicht lange überlegen und überliess dem Navi die Führung - und die war echt gut. Über B9 und A6 gelangten wir staufrei wieder auf die A61 - nach dem Unfall. Und den Stau haben wir von hinten gerade noch gesehen - Horror.

Um 15:10 waren wir dann auf dem Campingplatz - 10 Minuten nach Öffnung und wie geplant, einfach auf anderen Strassen...

Montag, 27. Juli 2015

Auf geht's...

Der Plan ist klar: mit Isabel aus den Federn, Morgenessen, letzten Krimskrams ins Wohnmobil, grosser Hundespaziergang und dann um halb Neun auf die Piste. Schliesslich weiss man nie, was die Verkehrslage an Überraschungen bereithält. Erste Station ist dann ein altbekannter, Camping Lindelgrund in Guldental. Dort im Nahe-Gebiet (sinnigerweise nicht so nah, sondern 400 Km entfernt) gibt es guten Wein, der auch unserer jüngeren Tochter schmeckt. Wenn wir den richtigen finden, gibt's den im Oktober am 18. Geburtstag 😎

Nun, wir lassen uns mal vom Wetter etwas überraschen. Beim letzten Mal gab es dort ein Gewitter, dass man fast hätte rechts ranfahren müssen - wir wären nicht die ersten gewesen. Um 15:00 Uhr ist die Mittagspause zu Ende und kurz danach möchten wir dort eintreffen - wenn der Fahrplan einigermassen stimmt.

Freitag, 5. Juni 2015

Going Home

Ich bin wieder zu Hause. Und das ging ziemlich rasch (kein Wunder bei einer reinen Fahrzeit vom 1h10 wenn man nicht noch den Umweg über Mulhouse fährt und einen Sushi-Stopp einlegt). Spannend an der Geschichte ist aber, das ich eigentlich jetzt, Freitagmorgen, eigentlich noch hätte dort sein wollen. Irgendwas ist da bei der Anmeldung nicht gut gelaufen, war ja auch nicht ganz einfach am Montag die Anmeldung: der Compi lief nicht und die junge Dame hatte etwas Mühe mit dem Lesen der Papierunterlagen mit den freien Plätzen. "Nicht für 5 Tage" meinte sie als ich für einen Platz oben im Bereich des kleinen Restaurants fragte. Nun, ich wollte ja auch nur vier Nächte bleiben, oder Tage, egal ich zähle jeweils soviel wie ich zahlen muss - die Dame offenbar nicht, vermutlich hat sie tatsächlich 5 Tage inklusive An- und Abreisetag gemeint. Irgendwie komisch für mich, aber gerade darum macht man das ja noch schriftlich, unterschreibt die Anmeldung und notiert: Anreisetag 01.06. / Abreisetag 05.06.

Nützt dann natürlich nichts, wenn man dann feststellen muss, dass der Platz doch schon ab Donnerstag reserviert ist. Man könnte ja noch für eine Nacht auf einen anderen Platz umziehen, aber das wollte ich nicht. Zuviel Aufwand bei dieser Hitze, da genügte mir schon das Abräumen um richtig ins Schwitzen zu kommen. Dass sich hier keine andere Lösung finden konnte, kann ich nachvollziehen - die andern reisten in einer Gruppe an und die will man ja nebeneinander platzieren.

Deshalb sitze ich nun also bereits zu Hause, geniesse meinen Kaffee draussen (wie auf dem Campingplatz, aber mit besserem Inventar), kann noch gemütlich ins FlowerPower etwas Schwitzen gehen (als ob das heute notwendig wäre....) und es bleibt auch noch Zeit das eine oder andere zu erledigen - damit man dann das Wochenende so richtig geniessen kann. Am Montag geht's dann wieder los "in der Mine".....die nächsten Ferien gibt's erst in sieben Wochen, ab dem 25. Juli....

Donnerstag, 4. Juni 2015

Crocs forever

Es hat ja nicht wirklich viele Mücken hier, aber es hat welche. Und wenn die Stechen, dann sieht man (zumindest ich) das dann mehrere Tage. Na, wenigstens juckt das Ganze nicht allzu sehr. Und ich habe - weil ich ja ursprünglich irgendwo anders hin wollte, nahe am Rhein - Gegenmassnahmen in Form einer stinkenden Spirale gekauft. Das Ganze in einem Tongefäss damit man das auch auf den Tisch stellen kann. Scheint jedenfalls zu wirken und ist rege in Gebrauch bei diesen wunderschönen Sommerabenden.

Gestern Abend habe ich noch alles von der Grillparty abgewaschen - und das war auch nötig, der Grill war echt schmutzig. Dafür reichte es nicht mehr zum Duschen (die Motivation, nicht die Zeit). Aber Duschen am Morgen hat ja auch was, es ist ja nicht kalt und die Duschen sind sowieso in einem gut geschützten Gebäude. Es hat dann abwechselnd Duschen vom Typ "Turnhalle" (Drücken - 20 Sekunden Wasser - Drücken; spätestens nach einer Minute ärgert man sich darüber, weil man gar nicht vorwärts kommt vor lauter Drücken) und solche vom Typ "home sweet home" (Stange, höhenverstellbar, manuelles An- und Abstellen). Falls es noch nicht klar sein sollte, für welchen Typ ich mich jeweils entscheide: ich behalte lieber die Kontrolle über die Wasserzufuhr.
Nun hatte das Ding heute so seine Tücken: mit dem Wasserdruck begann sich das Teil bis zum Anschlag (an der Wand) nach links zu drehen. Anziehen konnte ich nichts mehr, das wirkte nur auf die Höhenverstellung. Was nun? Etwas einklemmen zwischen Wand und dem drehenden Teil an der Stange.... ha, zum Glück waren meine wasserfesten Crocs dabei! Klappte vorzüglich, die Dusche war gerettet.

Diese Crocs sind wirklich fast unersetzlich und nahezu in jeder Situation ein Gewinn: wenn's nass ist sowieso, macht den Schuhen überhaupt nichts. Und als Schlüpfschuhe sind sie auch an warmen Tagen zu gebrauchen (weil man sie ganz einfach an- und wieder ausziehen kann). Ist es mal etwas kühler, behält man sie einfach an und gut ist. Und man kann Duschköpfe damit fixieren!
Nicht so toll sind sie auf nassen Fliessen, da rutscht man ganz schnell mal aus - liegt auch nicht an meinem abgelaufenen Modell, da hat heute Morgen ein anderer Duschgast fast den fliegenden Holländer gemacht. Und es ist eben keine allzu feste Sohle, man spürt die Steine auf der Strasse ziemlich gut, jeden einzelnen. Und wenn Du plötzlich nasse Füsse kriegst beim Durchlaufen einer nassen Stelle, dann weisst Du: die Sohle hat ein Loch (und: gleich wird es rutschig).

Heute ist schon Donnerstag, Morgen geht's nach Hause. Leider bin ich im Moment noch etwas "zugestellt" rund um meine Parzelle. Ich habe links von meinem Wohnmobil einen Busch - kann dort also nicht wirklich gut ausholen - und müsste aber rückwärts raus auf den Weg, und zwar rechtsrum. Da mit Einschlagen nicht viel ist, wollte ich eigentlich rückwärts auf die schräg hinter mir liegende Parzelle fahren (das wäre dann Ausholen nach rechts wo alles frei ist). Wollte....gestern Abend hat sich dort ein Aargauer breit gemacht, Plan = Makulatur, neue Idee muss her. Mal schauen, wer noch wegfährt bis Morgen früh....

Mittwoch, 3. Juni 2015

Die total vernetzte Welt

Es ist schon spannend zu sehen, wie sich die Welt verändert hat, seit wir Campen.
Früher war's der alte Opel Kadett mit Zelt und einem kleinen Gaskocher
Heute ist's ein Wohnmobil, das gerade noch unter 3,5 Tonnen bleibt
Früher waren wir zu zweit unterwegs
Heute eigentlich zu viert wenn man die Hunde mitzählt, wir waren aber auch schon sechs und aktuell bin ich alleine unterwegs
Früher gab's vielleicht mal einen Fernsehabend in einem Aufenthaltsraum des Campingplatzes
Heute ist die Satellitenschüssel mit dabei - viel mehr fern sehen wir bei schönem Wetter aber eigentlich nicht.
Früher hörten wir lokale Radiosender, wenn überhaupt was Schlaues reinkam
Heute gibt's dank Satellit SRF3 auch im Ausland (und dank Internet-Radio ausländische Sender auch zu Hause....)
Früher war man einfach ein paar Tage oder sogar Wochen weg, ohne Telefon und Briefkontakt
Heute ist man ständig online, liest Mails, Whatsapp, Viber, schreibt Blogs und erledigt Einfälle direkt und nicht erst nach den Ferien
Früher musste man hoffen, dass das Paket mit der bestellten Ware nicht ausgerechnet in den Ferien eintrifft
Heute weiss man wann es abgeschickt wird, wann zugestellt und wann zur Abholung gemeldet
Früher schickte man Ansichtskarten per Post mit ausländischen Briefmarken
Heute sendet man Bild und Text der Schweizer Post per Internet, die drucken die Karte aus und stellen sie zu

Schöne neue Welt.... nicht alles hat sich aber geändert: die Ferien dienen immer noch der Erholung, das Essen im Ausland ist immer noch eine Reise wert, der Mensch ist immer noch ein Herdentier und mag es am liebsten im Rudel (am Gotthard beispielsweise), und man freut sich irgendwann mal auch wieder auf zu Hause - denn dort ist es ja auch schön.

Nicht dass ich jetzt schon heimfahren möchte - nein, ich geniesse die Tage hier und erhole mich auch gut. Auf's Radfahren werde ich heute mal verzichten, es ist jetzt schon fast 25° und mir ist es hier einfach zu hügelig. Selber schuld, der andere Platz wäre in der Nähe des Rheins gewesen und die Gegend flach. Vielleicht hätte ich dort sogar was zu Futtern gekriegt gestern Abend, wer weiss. Aber hier ist es schöner, man sieht auch viel mehr (Höhenlage sei dank) und es hat doch wesentlich weniger Dauercamper. Aber der Platz ist gut gebucht; ich habe mich mal schlau gemacht, ob es in Deutschland aktuell Bundesländer gibt, welche Schulferien haben. Gefunden habe ich eine Grafik, welche mittels Farben aufzeigt, wie hoch die Feriendichte pro Tag ist. In diesem Jahr sticht der morgige Donnerstag orange heraus: Fronleichnam. Die nächsten drei Wochen bis Ende Juni sind dann wieder grün, und im nächsten Jahr sogar der ganze Juni.

Spannend ist auch die Zusammensetzung der Gäste: sehr viele Deutsche, recht viele Schweizer (in unserer Strasse hat es drei Berner, aber nur einen Basler), nur wenige Niederländer (meist unten bei den Kurzaufenthalter-Plätzen) und der Rest gilt dann schon alsTrouvaille. Ich glaub, ich hab mal einen Dänen gesehen, aber vermutlich auch nur zum Übernachten auf der Durchreise. Und die Französin welche hier einen Saisonplatz hat - die ist zwar gerade nicht da, weiss ich aber noch vom April.
Im Burgund war das dann ganz anders: viele Niederländer, noch mehr Engländer, ein paar Franzosen und Schweizer. Und viel mehr Hunde als hier....wo wir auch mitschuldig sind und waren☺