Donnerstag, 12. September 2013

Die Reihen lichten sich langsam...

Gestern war noch die Sonne den ganzen Tag über da und hat den kühlen Wind etwas kompensiert. Wir haben rasch gemerkt, dass ziemlich genau um 18.00 Uhr die Abendsonne wunderbar an unser Wohnmobil scheint. Entsprechend haben wir die Essenszeit ausgerichtet, am ersten Tag mit Sonne (Dienstag) war das eher zufällig weil wir den Fussballmatch sehen wollten - und der ging um 19:00 Uhr los. Gestern war es dann Absicht und heute schauen wir mal - im Moment fehlt noch die Sonne. Es ist wieder etwas kühler, aber es scheint eher besser zu werden. Wir haben gestern Abend beschlossen, heute nochmals im Dorf ein Eis essen zu gehen; vielleicht ist das der Grund für das Wetter: bei grauem Wetter gehen Lörtschers Eis essen und bei schönem Sonnenschein über die Düne an den Strand spazieren....

Egal, wir lassen uns die Ferien nicht verderben. Dass es kühler sein würde als am Mittelmeer, das wussten wir. Und dass es dort im Moment auch nicht sehr warm ist, das wissen wir auch. Ist also generell eher etwas schlechter als letzte Woche, aber schön ist es trotzdem. Und fein essen kann man auch bei diesem Wetter. Gestern gab es einen Crevettencocktail mit Avocados zur Vorspeise und als Hauptgang ein Pilzrisotto. Das ist doch auch nicht schlecht und zum Rest des Risottos gibt es heute Abend - hoffentlich  um 18:00 Uhr bei Sonnenschein - ein Partyfilet. Schweinsfilet und Specktranchen haben wir im Kühlschrank und der Rest ist ja schon gekocht.

Die kühlen Temperaturen und der fehlende Sonnenschein setzt vor allem den Zeltcampern zu. Es werden immer weniger und abends sitzt kaum jemand draussen - ist einfach bald einmal zu kalt und man kann sich ja danach nicht extrem gut aufwärmen im Zelt. Da haben wir es doch besser im Wohnmobil, wobei dies primär vom Gefährt selber kommt - der Wärmeverlust ist doch anders als bei einem Zelt. Jedenfalls haben wir die Heizung noch nicht verwenden müssen. Was wiederum wirklich ok ist: die Temperatur der Dusche. Da haben wir schon anderes erlebt. Lauwarm ist das nicht, sondern richtig schön warm - jedenfalls am Morgen habe ich dies feststellen können. Beim Abwasch ist es nicht ganz so toll, wahrscheinlich müsste ich das Wasser länger laufen lassen.  Oder es kommt auf den Verbrauch an: Morgens um halb neun ist natürlich noch fast niemand unterwegs hier, alles warme Wasser ist dann für mich.... :-)

Gestern war Astrid noch auf dem Markt. Das haben wir zufälligerweise festgestellt als wir am Montag eine Dorferkundung gemacht haben. Es gab dort einen Parkplatz, auf dem von Dienstag 22:00 Uhr bis Mittwoch 15:00 Uhr Parkverbot gilt: kombiniere = dies ist der Marktplatz (dem war auch so). Sie hat ein paar Kleinigkeiten für sich und die Mädels gefunden - was genau verrate ich aber nicht, könnte ja jemand mitlesen....

Mittwoch, 11. September 2013

Die Sonne kehrt zurück - und der Wind

Es ist oftmals eine Krux am Meer - hat es keinen Wind, dann hat es Wolken und somit keine Sonne. Manchmal auch Regen, so wie vorgestern. Nun, gestern war es dann zunehmend sonnig und damit kam auch der Wind zurück. Und dieser hat es in sich - es ist ein kühler Wind, dem man gerne ausweicht. Deshalb haben wir auch unsere (windseitige) Seitenwand montiert, mit beachtlichem Erfolg: es wirkt fast schon Wunder.
Mit der Sonne kam auch unsere Lust auf einen längeren Spaziergang - zumindest bei mir, Astrid war da schon ein paar mal auch bei schlechtem Wetter. Diesmal sind wir etwas nordwärts durch den Pinienwald gelaufen und dann links Richtung Strand abgebogen. Im zweiten Anlauf war's dann auch ein durchgehender Weg, beim ersten Mal wurde es zuerst ein Pfad und dann ein Nichts.
Der Strand ist zumindest bei Ebbe enorm breit: endlose Weiten und nur wenig Touristen, einige Hunde, hin und wieder ein Kite-Surfer (sonst sind hier eher klassischen Wellenreiter) - einfach viel Platz für alle. Man kann sich hier gut aus dem Weg gehen. Im Gegensatz zum Campingplatz: dort gibt es diesen einen (freundlichen) Hundehalter, der in unseren Augen nicht ganz normal ist. Er ist einfach irgendwie komisch, zudem lässt er seinen Hund quasi komplett frei rumlaufen. Mal geht er auf die Toilette und sucht dann beim Rauskommen seinen Hund (morgens um halb acht mit lautem Pfeifen). Heute Morgen war der Hund sogar ausserhalb des Camingplatzes, ohne Meister notabene.
Kontrolliert wird hier übrigens eher lasch. Unsere Satellitenschüssel steht auf dem Nachbarplatz, man läuft hier oft über fremde (besetzte) Parzellen, es hat sehr viele Zelte, wenige Wohnwagen und auch nicht viele Wohnmobile. Die einen reisen mit einem Lieferwagen umher und pennen darin auf einer Matratze, andere haben wir mit einem kleinen Kind gesehen  - unterwegs mit Fahrrad und Anhänger sowie einem kleinen Zelt. Gerade an Regentagen ein einziges Vergnügen...

Neben uns steht (noch) ein Pärchen aus  Leipzig mit Touran, kleinem Wohnwagen und viel Selbstgebasteltem. Total nett, wir wurden gestern noch versorgt mit Tomaten und blauen Kartoffeln - für den Rest der Reise haben wir davon nun keinen Bedarf mehr :-) Ganz freundliche Leute, auch irgendwie mutig, denn mit Deutsch und Russisch ist das hier in Frankreich nicht immer ganz einfach. Aber aufgrund des Alters sind sie eben noch in der DDR gross geworden, und da war eben Russisch die erste Fremdsprache (wohl meist auch die einzige).

So wie das Wetter sich macht, werden wir wohl noch ein paar Tage hier verbringen, vielleicht wie geplant bis Samstag. Es ist zwar nicht die grosse Wärme ausgebrochen, aber es ist trocken, hat wunderbare Wege zum Laufen, auch Radwege gäbe es viele (wenn man das Velo dabei hätte) und irgendwie herrscht in dieser Gegend ein ähnlicher Spirit wie seinerzeit in Australien: alles ist relativ locker, Regeln gibt es aber auch den gesunden Menschenverstand  - und man lässt sich gegenseitig leben. Uns gefällt es hier.

PS: wenn es die Leitung zulässt, werde ich noch ein paar Fotos nachschieben, ist aber nicht so stark die WiFi-Verbindung hier...

Montag, 9. September 2013

Raindrops are falling on my head...

Einkaufen lief ja soweit ganz gut. Hyper-U haben wir super gefunden ohne uns zu verfahren, war auch  alles da was wir erwartet hatten (ausser ein spanischer Brandy, scheint wie beim Wein fast nur französische Produkte in den Regalen zu geben). An der Kasse wartete dann das nächste Abenteuer: die Schlange war ja nicht soooo lang, aber das dauerte.... Zuerst die Deutsche vor uns, wollte mir einer Karte bezahlen deren PIN-Code im Zimmer geblieben war - ich bin ja schon mal froh dass ich mir diesen PIN noch auswendig merken kann (obwohl,  noch ist eher falsch geschrieben, die gute Frau war ja jünger als ich). Die Kassiererin meinte, man könne es ja mal versuchen. Mal so rein, dann anders rum, nochmal wie vorher - alles erfolglos. Nächste Karte, diesmal mit bekanntem Code und  - es klappte!
Nun waren also wir an der Reihe. Scan, scan, scan, scan, beep - hoppla, was war denn nun nicht gut? Unser Lachs-Jakobsmuscheln - Braten hatte keinen Preis zum EAN-Code bereit. Nun ging es auf die Suche nach dem Preis, der nach diversen Telefongesprächen dann nicht allzu günstig ausfiel. Ok, macht ja nichts, ist ja auch wirklich gute Ware. Weiter ging's mit scan, scan, scan und - dreimal dürft  ihr raten: beep! Diesmal der spanische Wein, den wir nebst dem vielen französischen noch kaufen wollten. Wieder kein Preis, Augenrollen bei der Kassiererin, dann erst mal weiterscannen und plötzlich hat sie dann den Wein mit 1€ manuell taxiert. Ok, auch nicht schlecht.

Nun war der Kühlschrank voll und wir haben uns mal auf den Weg gemacht, nachdem alles verstaut war einen Rundgang in Lacanau-Océan zu machen. Dieses Retortenstädtchen ist auch nur bevölkert wenn Touristen da sind,  und aktuell hat es ja noch ein paar wenige (weshalb ja auch Campingplätze zum Teil  gut belegt sind). Es waren dort einige interessante Restaurants zu finden, ein paar Kleidershops und  -  selbstgemachte Glacé! Das haben wir uns natürlich nicht nehmen lassen....

Blau am Abend, Grau am Morgen

Gestern abend waren wir im Restaurant "zu den gestrichenen Menüs". Es ist Saisonende - man hat quasi Ausverkauf. Die Vorspeisen waren wider Erwarten toll, fein gemacht und schön angerichtet. Zum Hauptgang gab es dann einen Haufen Pommes mit einem angeblich 300 Gramm schweren Entrecote. Dieses ist ja bekanntlicherweise in Frankreich etwas anders geschnitten als bei uns, wesentlich mehr Arbeit für die Steak-Chirurgen und so bleibt dann einiges auf dem Teller zurück. Satt wurden wir trotzdem, einen feinen Bordeaux gab es dazu und der blaue, wolkenlose Himmel versprach gutes Wetter. Leider blieb es beim Versprechen, heute Morgen ist es wieder grau, etwas kühl und die Pains au chocolat sind noch warm - also, ran an das Morgenessen. Danach noch Einkaufen und dann sind wir wohl endlich richtig angekommen.

Sonntag, 8. September 2013

Lacanau Océan - Saisonende? Wohl eher nicht....

Am Morgen war es wie am Vortag - grau. Aber immerhin, es regnete nicht, noch nicht. Die Strasse war eher ein Pfad (verglichen mit der Grösse unseres Gefährts) und die Route führte meist abwärts Richtung Autobahn, mal links, mal rechts. Ab und zu waren Jäger zu sehen die in der Gruppe ihren Trophäen auf der Spur waren. Und auch einige Schlösser, Burgen und sonstige markante Gebäude gab es immer wieder zu sehen.
Nachdem die Autobahn einmal erreicht war, ging es dann flotter vorwärts. Zumindest bis der Regen zurückkam, und wie. Es regnete wirklich in Strömen zeitweise, erst als wir nach einigen Strassenwechseln Richtung Bordeaux unterwegs waren, ging es trockener vorwärts und es war sogar ab und zu ein Stück blauer Himmel zu sehen.

Man kann sich täuschen, der grosse Reinfall wartete in Lacanau-Océan auf uns. Nachdem wir Bordeaux durchfahren hatten  - wirklich eine schöne Stadt so auf den ersten Blick - waren wir endlos lang auf einer geraden Strasse Richtung Küste unterwegs. Gefühlte 100 Kreisel der Petrolfirmen (Verbrauchsfördernd, darum) lockerten die Fahrt auf und schüttelten gleichzeitig immer an der ganzen Ladung. Den Campingplatz haben wir ganz gut gefunden und der hatte auch noch Platz - aber nur noch in jener Zone, in welcher kein Verkehr erlaubt war. Nix einkaufen morgen im Super-U. Geht ja gar nicht haben wir gedacht und sind auf den Camingplatz neben an: Airotel de l"Océan heisst der (vielleicht finde ich dann auch noch mal ne Website, darauf war ich einfach nicht vorbereitet). Nun stehen wir unter Pinien, haben mit Ach und Krach etwas freien Himmel für unsere Satellitenschüssel gefunden und sind noch etwas... nicht so recht angekommen. Aber schon fast - morgen wird organisiert im Super-U und dann ist auch das Wetter hoffentlich noch etwas wärmer. Dann schreibe ich noch etwas über die Leute hier, die sind nämlich schon etwas speziell - von den Réceptions-Klatschtanten bis zu den Campern.

Let's surf ist hier das Motto....

Vous devez reserver.....

Sechs Uhr morgens war die Welt noch in Ordnung. Um sechs Uhr waren wir abfahrtbereit, es hatte geregnet aber soweit war nun alles ruhig,  im Trockenen und bereit. Um Sieben Uhr war es zwar schon etwas nass, aber keine geschlossene Wolkendecke. Das sollte sich aber bald ändern...
Frankreich war dann "business as usual" bis Lyon, dann bis St. Etienne Neuland auf "Gratis-Autobahnen" - will heissen, kurvenreich und mit mehr Verkehr als sonst. Dann gegen Clermont-Ferrand wurde es wieder bezahlbar (war natürlich freiwillig, aber dort war sie auch wirklich gut die Autobahn. Nur mit der Raststätte haben wir natürlich genau ins Schwarze getroffen und jene erwischt, die gerade umgebaut wird).
In Clermont-Ferrand sind wir dann gemäss Navi am Nordrand der Stadt durchgefahren. Die Autobahn hätte einen riesigen Umweg nach Norden genommen. Zeit zum Tanken und anschliessend gleich wieder gehörig Diesel zu verpuffen: die Route führte über zwei Pässe von rund 1000 Meter Höhe. Ok, das ist nicht so riesig, aber eben  mit dem Wohnmobil auch nicht ohne. Nach den Pässen kam wieder die gleiche Autobahn von vorher zum Zug und - es kam der Regen. Gewaltiger Regen eine halbe Stunde vor dem Zwischenziel für heute - nun war die Welt nicht mehr in Ordnung, sondern einfach saunass.

Der Platz selber, Domaine de mialaret (ich glaube http://www.lemialarets.com) ist nett, in einem kleinen Schlossgarten /-wald angelegt, verstreute Campinghütten, offen parzelliert - man kann sich hinstellen wo man will und Platz brauchen soviel man möchte - jetzt im Herbst. Der Regen hat sich dann in Grenzen gehalten, und wir haben uns darum im Haute-Cuisine-Restaurant im Schloss erkundigen wollen, ob es noch Platz für uns zwei habe. Nun, alles zu, eine nicht sehr freundliche Waschfrau hat uns dann gesagt (wenn sie nicht gerade an der Zigarette gezogen hat) man müsse reservieren. Ab halb sieben wäre offen.
Ein Blick auf die Menükarte hat gezeigt: klingt gut, ist aber nicht extrem spektakulär. Wir haben dann wegen eines nicht so tollen Bauchgefühls unsere Penne vom Sonntag gekocht und werden dafür in Lacanau was auswärts essen (oder holen). So geht's auch  -  vous devez reserver? Nein, wir müssen gar nichts....

Donnerstag, 5. September 2013

Frankreich ist in Sichtweite

Schon wieder stehen Ferien vor der Tür - man glaubt es kaum, wie schnell die Zeit vergeht. Es ist doch immer noch sommerlich warm in der Schweiz und wir stehen schon kurz vor unseren Herbstferien. Gut, wir gehen in diesem Jahr auch etwas früher und ohne die Kids - ausserhalb der Schulferienzeit, mal sehen wie gut die Campingplätze diesmal noch belegt sind.

Die erste Etappe führt uns voraussichtlich am Samstag in die Gegend westlich von Clérmont-Ferrand, nach Neuvic auf den Camingplatz "Domaine de Mialaret": http://www.lemialaret.com
Von dort aus ist geplant, an die Westküste Frankreichs in die Gegend von Bordeaux weiterzufahren, nach Lacanau-Océan. Und so wie es aussieht, hält das Sommerwetter dort zumindest in der ersten Woche noch an.