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Mittwoch, 30. September 2015

Stürmische Zeiten

Wie hatte es der Wetterfrosch auf SRF am Abend ausgedrückt: "in einzelnen Kantonen haben die Herbstferien bereits begonnen; wer nun aber im Mittelmeerraum Wärme sucht, könnte enttäuscht werden: mehrere kleine Tiefdruckgebiete sorgen dort für Niederschlag". Wie wahr....

Es fing gestern Morgen noch ganz passabel an, der Spaziergang am Strand war zwar windig, aber trocken bis auf die letzten Meter. Wir hatten wohlweislich bereits vor dem Laufen die Seitenwände montiert, so bleibt auch der Platz unter der Markise jeweils einigermassen trocken (solange das Wasser von oben kommt).  Morgenessen gab es also noch vor dem Wohnmobil, dann war aber Schluss mit lustig, der Regen lotste uns ins Innere. Die nächste Regenpause kam schon bald und wir erledigten den Abwasch, zeitweise sogar bei Sonnenschein. Der Regen kam aber zurück und zwar genau beim Zurücklaufen zur Parzelle. Zum Glück kennen wir das ja bereits, das Geschirr war abgedeckt und blieb somit trocken. Ätsch!
Im Gegenzug schickte uns dann Petrus den ganzen Tag Regen, Windböen und zweimal sogar leichten Hagel - manchmal auch alles kombiniert und gewürzt durch vereinzeltes Donnergrollen. Satellitenempfang wurde zeitweise unmöglich, mal hatte es zuviel Wind (was die Schüssel zum Schwanken brachte), mal waren die Empfänger einfach zu nass (die Regentropfen stören dann eben auch gewaltig das Signal). Nicht dass es uns langweilig geworden wäre.... und sowieso versteht man im Wohnmobil so gut wie gar nichts mehr vom Fernseher, wenn es richtig stark regnet. Sei's drum, gegen halb sechs Uhr liess der Regen nach und der Wind... na ja ging so. Wir mussten mal raus mit den Hunden.

Zuerst mal stapften wir die Wasserkanäle Richtung Ausgang. Am Fuss bei mir die besten Schuhe für solches Wetter: Plastik-Clogs! Man sollte dann einfach nicht über die nassen Parzellen laufen, sonst nähert man sich plötzlich unfreiwilig einem spontanen Spagat. Diese Schuhe haben sozusagen kein Profil und haften auf feuchtem Rasen fast gar nicht.
Vor dem Campingplatz kam dann der Canale Grande, die Strasse war verschwunden und hatte einem Fluss Platz gemacht. Ungefähr Knöcheltiefe hatte das Wasser, uns schien die nebenan liegende Wiese besser zum Laufen (schliesslich standen dort auch schon Autos drauf, früher, als es noch trocken war). Zu Beginn ging das alles ganz gut, die Hunde bewegten sich absolut normal auf der Wiese vorwärts. Aber ich bin ja bekanntlich nur auf zwei Beinen unterwegs und doch einiges schwerer als ein Hund. Nach ein paar Schritten wurden diese immer schwerer, ich wurde langsamer und irgendwann blieb mein erster Schuh stecken, beim Rausziehen gab ich logischerweise alles Gewicht auf den anderen Fuss - und diesen Schuh konnte ich anschliessend ausgraben. Die Wiese hatte meinen Clog verschluckt! Wir wechselten also wieder von Fango zu Kneipp, zurück auf die Strasse - kamen aber nicht bis ganz ans Meer. Irgendwann war es absehbar, dass dort vorne alles unter Wasser stand, also zurück ins Camp.

Auf die Nacht hin wurde es tatsächlich trocken, der Regen machte Pause und der Wind hielt die Stellung. Gekocht haben wir im Wohnmobil ein feines Pilzrisotto und raus gingen wir nur, wenn es sein musste. Leider habe ich keine Bilder von Klein-Venedig, da war es mir dann doch zu nass um mein Handy mitzunehmen. Bleibt noch nachzutragen, dass die Seitenwände nichts nützen, wenn das Wasser von unten kommt - es wird dann einfach alles überflutet. Und zum Schluss noch dies: offenbar war auch irgendwo die Strasse Richtung Dorf gesperrt, Wegfahren wäre also gar nicht möglich gewesen (hierher Fahren auch nicht, das will im Moment aber wohl auch keiner).

Dienstag, 29. September 2015

Vollmond und Wetterwechsel

Morgens um vier war die Nacht noch in Ordnung - der Vollmond schien hell und klar. Morgens um fünf war dann die totale Mondfinsternis, und wenn man sich die Bilder so anschaut, dann kann man verstehen, dass ein solcher Mond früher die wildesten Fantasien angeregt hat. Wenn ich heute rausschaue - wir sitzen nämlich gerade im Wohnmobil - stelle ich fest, dass der Blutmond einen Wetterwechsel angekündigt hat: es regnet, in der Ferne blitzt und donnert es, und das Entscheidende sind die Temperaturen: 18,7° im Wohnmobil (wo es jetzt sicher wärmer wird wo wir alle drinnen sind), 16,2° draussen (wo die Heizung heute offenbar streikt).

Nun, man kann nicht nur schönes Wetter haben wenn man in den Ferien ist. Es ist ja immer jemand in den Ferien und das fast überall - wäre es dort immerzu schön, wären weite Landstriche Wüste, staubtrocken und somit auch bald mal unbewohnt. Nun muss das Abwaschgeschirr noch etwas warten (was ja eigentlich ein Witz ist, weil das Geschirr ohnehin nass werden soll - ich aber nicht und das trockene Geschirr muss ja auch irgendwie zurück zum Wohnmobil).

Abendessen gestern war mal wieder ausgezeichnet und die Teigwaren mit Poulet und Gemüse angebraten fast noch besser als am Vortag. Lag vielleicht am Speck den wir zum Anbraten verwendet hatten; der war noch übrig von den Partyfilet-Stücken die es dazu gab, da passen Specktranchen und Filetstücke anzahlmässig ja nie zusammen. Jedenfalls war es superlecker und wir konnten dann mit vollem Bauch unseren Serienmontag am TV geniessen. Sonst läuft der Fernseher ja fast nie, aber der Montag ist fest eingeplant.
Im Moment lichten sich die Reihen auf dem Campingplatz. Jeden Tag verlassen einige Gespanne und Wohnmobile den Platz, und nur wenige reisen im Gegenzug an. Wir können nicht behaupten, dass uns das stört, obwohl es doch sehr gut geht mit unseren Hunden, trotz der vielen Artgenossen auf dem Platz. Ebenfalls gestern angereist ist der Aargauer mit dem umgebauten PostAuto, den wir eigentlich in jedem Jahr im Herbst hier unten angetroffen haben. Ohnehin hat es hier sehr viele Dauergäste und nur wenig Camper die man "noch nie gesehen hat". Natürlich erinnern wir uns nicht an jeden Gast, aber an viele und diese kennen dann auch jede Menge Leute - fast wie auf Facebook kennt man dann über mehrere Personen irgendwie den ganzen Platz.

Nun warten wir auf eine Regenpause, trauern ein wenig den Temperaturen von gestern nach und hören im Radio: es bleibt schön und warm.... das hat man nun vom Satellitenradio aus der Heimat.