Montag, 15. Dezember 2025

Es geht nach Hause...

Ich hatte irgendwann in den letzten Tagen gemerkt, dass ich mich bei der Abflugzeit etwas vertan hatte: nicht 13:00, sondern 11:25. Na ja, ist ja fast das Gleiche, oder...? Jedenfalls hiess 11:25 auch, dass ich - theoretisch - um 09:25 am Flughafen sein sollte. Dann gehen - auch wieder theoretisch - die Check-in-Schalter auf.Es bedeutete aber auch, dass mein Bus zum Flughafen wohl etwas länger haben würde, denn Montagmorgen um halb Neun ist hier noch Stosszeit. Ich bin dann also mal um Acht an die Rezeption. Die halbe Stunde Morgenessen habe ihc mir geschenkt, ich bin ohnehin kein grosser Esser so früh am Morgen. Alles ging blitzschnell, und der Regenguss eine halbe Stunde zuvor hatte sich zum Glück weiter noch Norden verabschiedet, die Strasse war noch nass, aber von oben kam nichts mehr nach. Ich war superschnell am Busbahnhof, und darum sollte es mir sogar auf den früheren Bus um 08:15 reichen. Eine halbe Stunde später war eigentlich eingeplant gewesen. Es wurde dann in etwa ein 08:25er Bus, weil wie gesagt, Stosszeiten = Verspätungen. Insofern: alles richtig gemacht. Kurz nach Neun war ich dann trotzdem bereits am Flughafen, wie üblich wenn man wirklich früh dran ist, ging es schneller als gedacht. Ich war mit der App von Aena unterwegs, der lokalen Betreiberin des Flughafens (nicht nur hier). Darum war mir auch schon klar, welche Schalter für uns zur Verfügung stehen würden: 316 und 317. Dort angekommen hatte es bereits zwei riesige Schlangen vor den Schaltern, ich setzte mich erst mal hin und wartete auf die Anzeigen. Dann war klar: es gab einen dritten Schalter, 318, für Business Class. Und dort stand noch niemand. Ein paar Minuten später ging es los und ich war dann so ziemlich der erste (weil da niemand stand und es zu früh los ging). Dann fehlte Papier für die Gepäcketiketten. Warten. Ich hatte ja Zeit. Irgendwann waren dann die Papierrollen da und es ging weiter - für mich zur Sicherheitskontrolle. Dort hatte es sehr, sehr wenige Leute und es ging schnell vorwärts - bis zum Italiener vor mir. Der hatte Fussballschuhe mit Nägeln im Handgepäck. Das führte dazu, dass das Band stillstand und der Koffer - auf dem Band -geöffnet wurde. Alle dahinter durtten warten.Und nachdem die Diskussion zweier Kollegen kein Ergegnis gebracht hatte, stapften sie zusammen davon  - mit dem Schuh. Einer kam dann irgendwann zurück und führte die Kontrolle weiter, vielleicht steht der Italiener immer noch dort. 
Ich bin mittlerweile in der Lounge am Zmörgele. Ich weiss, es gibt später noch was im Flugzeug. Aber das musste jetzt einfach sein...

Sonntag, 14. Dezember 2025

zurück zur Normalität

Heute sieht alles wieder einigermassen normal aus. Die Wellen haben eine vernünftige Höhe, der Regen hat - mehr oder weniger - aufgehört, und vor allem ist der Wind wieder in einem Bereich, den man von Küsten kennt. Ich gehe mal davon aus, dass heute auch beim Morgenessen wieder der Normalzustand anzutreffen sein wird: Menschen in kurzen Hosen draussen beim Frühstücken. Die waren auch gestern noch anzutreffen, nicht beim Morgenessen, aber über den Tag verteilt. Nicht nur Touristen, auch die Einheimischen waren teilweise mit sehr dünner Kleidung unterwegs, kurze Hosen und eine dünne Regenjacke waren keine Seltenheit. Ich hatte da schon mehr angezogen, nur als die Jeans nass waren, da fand ich es dann auch nicht mehr so prickelnd. Aber ich war ja nicht weit weg vom Hotel und konnte problemlos wechseln gehen. 
Der Tag war dann etwas Hotel-lastig, weil draussen wurde man wirklich nicht glücklich. Die Schauer kamen so unvorhersehbar und in einer Stärke daher, dass danach alles Weitere eher ungemütlich wurde: mit nassen Hosen im Bus? Nicht wirklich toll. Oder in einem Kaffee? Macht auch keinen Spass. Darum ging ich nur ins Kaffee um's Eck, die paar Meter waren nicht risikobehaftet. Um's Eck bedeutet glücklicherweise mein geliebtes Cafe Regina. Die Chefin meinte beim Reinkommen zu mir: ein Bier, oder doch ein Kaffee? Natürlich war's ein Kaffee, dazu wieder ein Cheesecake, der Tag war gerettet. Irgendwann gegen 15 Uhr kam dann übrigens noch die Reinigungsequipe in mein ZImmer. Ich war bereits wieder zurück von Kaffee und Kuchen, und bei diesem Wetter ist man dann halt einfach immer im Weg beim Putzen - man kann ja nicht auf den Balkon ausweichen. Könnte man schon, aber dann kommt wieder das Thema der nassen Kleider auf..... Jedenfalls nach dem Putzen waren wieder mal die beiden grossen Handtücher im Badezimmer verschwunden. Immerhin, die Ladies waren noch auf dem Flur, diesmal war das Malheur schnell behoben.
Abendessen gab's nochmal beim Italiener, welchen ich vorgestern zufällig entdeckt hatte. Das Essen dort ist wirklich gut, die Bedienung auch, und es hatte bislang immer problemlos einen freien Tisch. Das ist nicht selbstverständlich, wobei gestern viele Restaurants, vor allem an dern Promenade, eher wenig Gäste hatten. Man blieb offenbar zu Hause, oder zumindest weiter weg vom Meer. Denn auch gestern Abend war es noch so, dass man eigentlich nur in eine Richtung wirklich gut gehen konnte: mit dem Wind. Ein älterer Mann lief beim Abendessen vor dem Restaurant gegen den Wind, mit einem Schirm in der Hand. Der Schirm hatte keine gerade Stange mehr, er hatte sich eher zu einem Hut verformt. Und der Mann hielt in wenige Zentimeter über dem Kopf, die unebene Fläche gegen den Wind. Er hat mir ein wenig leid getan, vermutlich hatte er einfach nichts Besseres dabei. Aber ein Schirm, das war gestern tatsächlich kaum von Nutzen - man konnte froh sein, wenn er einem nicht aus der Hand geblasen wurde....
Und zum Schluss: zurück zur Normalität heisst es dann auch Morgen für mich. Wenn alles klappt, bin ich gegen 17 Uhr in Zürich, und zumindest Petrus sollte auf den ersten Blick nichts dagegen haben. Die Flugzeuge sind übrigens auch gestern mehr oder weniger alle, und sogar pünktlich gelandet und gestartet hier in Las Palmas. Und sollte es etwas später werden - ich habe dann am Dienstag ja offiziell noch frei...

Samstag, 13. Dezember 2025

Herbststurm

Seit gestern Abend weht hier ein anderer Wind. Die Promenade ist leergefegt, ich war gestern vor dem Abendessen noch ein paar Meter dort unterwegs - es geht gar nicht. Ich war eigentlich nur zu faul zurückzulaufen, wollte über die Promenade in die nächste Gasse gehen. Zur Promenade hin kam ich fast nicht vorwärts, und nur dank der Brille habe ich vermutlich keinen Sand in die Augen bekommen. In der Nachbargasse, Wind im Rücken, ging's dann wie von selbst, ich musste eigentlich nur noch bremsen. Verrückt.
In der Nacht hat der Wind etwas gedreht, von Nord auf Ost. Das heisst, er greift nun nicht mehr frontal die Hotelfront an, sonder kommt von Rechts - und dort geht das Hotel ein ganzes Stück nach vorne Richtung Strand, ich habe also einen guten seitlichen Windschutz bekommen. Das Hotel selbst ist zum Spukhotel geworden. Überall pfeift es, komische und unbekannte Geräusche dominieren auf allen Etagen. Kein Wunder bei diesen Leichtbau-Fenstern. Die Türen unten sind zwar weitgehend geschlossen, aber wenn jemand reinkommt oder hinausgeht, dann wird der Weihnachtsschmuck in der Lobby schon etwas durchgeschüttelt. Ein Herbststurm, wie er hier eben mal vorkommt. Die Temperatur ist mit 14 Grad gerade nicht sommerlich, es wird wohl für sehr viele ein Hoteltag werden. Das heisst: Spa ist überfüllt, Bar ist überfüllt, am Morgenessen ist es ebenfalls überfüllt (weil die Tische draussen beim besten Willen nicht benutzt werden können), und vermutlich werden auch die Zimmer selber heute intensiver benutzt als auch schon. Wenn es irgendwie geht, werde ich trotzdem ein paar Schritte nach draussen machen, ob es dann die Promenade sein wird, das bezweifle ich. Aber ein Kaffee unten im Cafe Regina wäre schon nett, vielleicht mit einem Käsekuchen (damit meine ich die süsse Variante).... der Weg dahin führt aber unweigerlich ein paar Meter über die Promenade. Mal schauen, ob dort andere Leute unterwegs sind, sehe ich dann ja, wenn ich beim Morgenessen bin. Ich gehe heute wohl ei paar Minuten früher, weil ich mit einer langen Schlange rechne. Und Morgen, da soll der ganze Spuk dann schon wieder vorbei sein. Zumindest was den Sturm betrifft - Sonnenschein und Wärme wird immer noch etwas spärlich zu finden sein...

Freitag, 12. Dezember 2025

Le vent l'emportera...

Heute Morgen ist mir zuerst ein Lied von Noir Desir in den Sinn gekommen: le vent l'emportera heisst es dort im Refrain, was soviel bedeutet wie "der Wind wird es davontragen". Ich glaube mich zu erinnern, dass es dabei um irgendwelche dunklen Gedanken oder Probleme ging, hier aus Gran Canaria geht es eher um handfeste Dinge. Seit gestern Abend hat der Wind spürbar aufgefrischt - und eigentlich ist der "richtige" Wind erst für die Zeit nach dem Regen (9-11) angekündigt. Ich bin mir also gerade etwas unsicher, welche Jacke heute mit mir unterwegs sein wird. Denn ich liebe ja eigentlich Wind, sofern mir eben keine Gegenstände um die Ohren fliegen. Und ich liebe vor allem die stürmische Stimmung am Meer - keine Angst, ich bleibe auf der Promenade, ich denke, die Liegestühle am Strand bleiben heute wohl grösstenteils leer.
Gestern Abend hat es gerade so noch geklappt mit dem draussen Essen. Ich war natürlich mit der Strickjacke unterwegs, ohne wäre es ein Fall für drinnen gewesen. Und an der Promenade ging's gar nicht, darum habe ich mal wieder ein Restaurant ausprobiert, in dem ich noch nie war. Etwas weiter hinten in den Gassen, und darum auch besser geschützt vom Wind. Ehrlich gesagt war ich eher zufällig auf Google Maps mit meinem Zeigefinger darauf gekommen, aber die Bilder und Rezensionen waren recht gut. Vor Ort war es dann immer noch gut, aber ich hatte auch den Eindruck, dass es nicht mehr ganz so toll war, wie vielleicht früher einmal. Vielleicht haben die Besitzer gewchselt, ein neuer Koch, was weiss ich. Das Essen war gut, da gab es nichts daran auszusetzen. Aber....es wirkte irgendwie nicht ganz so italienisch, wie ich es aufgrund der Beiträge in Google Maps erwartet hatte. Es gab auch keine Italiener im Lokal, ausser dem Koch. Und das ist schon etwas seltsam, Italiener essen auch im Ausland oft beim Italiener. Kann natürlich auch Zufall sein, ich werde heute Abend sicher dort nochmal vorbeilaufen. Wenn's am Wochenende keine Italiener hat, dann ist das ein Zeichen.
Zurück zum Hier und Jetzt: es ist zwar gemäss Wetterbericht aktuell 19 Grad warm, es fühlt sich aber überhaupt nicht so an. Das Meer sieht sehr speziell aus, es hat eine sehr dunkle Farbe und bis weit raus kann man Gischt erkennen. An den Wellenbrechern brechen sich nicht mehr einzelne Wellen, es ist eigentlich durchgehen weiss von der Gischt. Und ja, es hat einzelne Personen am Strand, sogar einige wenige in Badehosen. Im Meer sehe ich aber gerade keine Menschen - aber es ist ja auch erst halb Neun, da wird es sicher noch ein paar Spinner geben... Ich werde mir wohl heute nochmal etwas die Beine in der Altstadt vertreten. Dort müsste es eigentlich etwas weniger Wind geben, trotzdem bleibt noch immer die Frage: welche Jacke wird es sein: die dünne Regenjacke, oder doch die Daunenjacke?


Donnerstag, 11. Dezember 2025

Das Wetter bestimmt das Programm

Es ist ja nicht so, dass hier auf den kanarischen Inseln nur eitel Sonnenschein herrscht. Wäre auch gar nicht gut, die brauchen auch Niederschläge, das Gebiet ist ohnehin recht trocken. Gestern Nachmittag war nun in Las Palmas Regen angesagt. Das kennen wir bereits, Nordwind, Staulage, Niederschläge im Norden und schöneres Wetter im Süden. Deshalb führte mich ein Bus gestern in knapp zwei Stunden nach Puerto de Mogan - man merke sich diese Zeit (1:45). Preis für die Fahrt: knapp 9 CHF - wenn ich mir überlege, was bei uns ein Ticket für den Stadtbus kostet (ohne Halbtax, damit man richtig vergleicht).... In Puerto de Mogan sah es dann so aus, wie ich es kannte: sonnig und warm. Es hatte relativ wenig Touristen, scheint so eine Art Zwischensaison zu sein (wobei ich nicht wirklich herausfinden konnte, wann es auf dieser Insel überhaupt saisonale Unterschiede gibt). Der Strand war recht dünn besetzt, zumindest im Teil ohne Liegestühle (dort liegen eher die Einheimischen). Die Liegestühle waren gut besetzt, wie immer. Ich mag Sonnenbaden und Baden im Meer auch, aber an einem so schönen Ort wie Puerto de Mogan muss man sich einfach umsehen und alles auf sich wirken lassen: die schmucken Häuser, die engen und verwinkelten Gassen, die steilen Stufen bis zum Aussichtspunkt, den Hafen mit den blumengeschmückten Häusern und Brücken, es ist einfach....schön. Gegessen habe ich bei "meinem" Italiener, dort spreche ich dann aus Prinzip nur italienisch, weil ich weiss: es ist ein Familienbetrieb und es sind Italiener. Auf dem Aussichtspunkt war ich auch, wieder mal, unmittelbar nach dem Mittagessen sozusagen als Verdauungsübung.


Da ich hier schon fast ein wenig zu Hause bin, musste ich auch nicht alles sehen. Noch schnell etwas eingekauft im Spar, was ich bislang in Las Palmas nicht gefunden hatte (vielleicht suche ich am falschen Ort im Laden, oder der ist einfach zu klein). Dann war ich um Viertel nach Drei wieder im Bus zurück nach Las Palmas. Angekommen bin ich um halb Sieben - und wenn man jetzt rechnet, dann stellt man fest: das sind geschlagene 3:15. Verglichen mit den 1:45 der HInfahrt, stellen sich natürlich dem geneigten Leser ein paar Fragen. Nun, die Antwort ist recht einfach: auch hier gibt es Staus, und es ist nicht das erste Mal, dass ich das rund um den Flughafen erlebt habe. Es war das erste Mal so lange, aber immerhin sind wir in einen wunderschönen Regenbogen hineingefahren. In Las Palmas war es dann gerade so wieder trocken, wobei man gut erkannte, dass es anständig geregnet hatte. Die Wetterprognosen haben gepasst, und mein Ausflug war im Prinzip perfekt geplant. Das Wetter bleibt aber ein Thema, es wird nun etwas kühler (kein Problem) und vor allem am Samstag könnte es einiges an Regen geben (weniger schön). Samstag sind im Normalfall die Spanier wieder unterwegs - bin gespannt, ob die einfach jetzt drinnen in den Restaurants sitzen werden (dann wird es sehr eng), oder ob sie vielleicht eher zu Hause bleiben. Spazieren an der Promenade könnte etwas schwierig werden. Ich habe zum Glück noch einiges zu lesen dabei und auch noch Filme/Serien zum Anschauen. Bislang war das kaum je ein Thema gewesen.


Mittwoch, 10. Dezember 2025

Strandtag

Gestern stand ein fauler Tag auf meinem Programm. Nach drei Tagen mit gut gefüllten Stränden, war es gestern an der Zeit, Sonne, Sand und Meer zu geniessen. Platz hatte es genug, alleine war man aber nicht - weder am Strand, noch im Wasser. Das war dann aber schon etwas erstaunlich, weil die rund 20 Grad nicht unbedingt Badewannen-Gefühle aufkommen lassen. Ja, man kommt da gut rein, sollte sich aber vielleicht vorher nicht stundenlang an der Sonne aufheizen. Es ist eine Spur kühler als im letzten Jahr, aber ich bin ja auch später hier. 
Morgenessen um halb Zehn (und da sitze ich dann auch schon mal eine Stunde), da ist der halbe Tag schon fast gelaufen. Ich war um Mittag am Strand und gegen 15 Uhr wieder auf dem Zimmer. Dann habe ich mir eine Sendung angeschaut, die ich mir noch in der Schweiz heruntergeladen hatte. Es ist so eine Sache mit Sunrise TV und den Streaming-Plattformen: die merken einfach, dass man nicht mehr in der Schweiz ist, und die TV-Inhalte sieht man dann nur noch zeitversetzt in der Aufzeichnung. Live geht da gar nichts, aus urheberrechtlichen Gründen. Jedenfalls war ich also etwas am Tablet beschäftigt, musste dann aber noch unbedingt duschen, bevor ich mir noch etwas zu Essen suchte. Sehr salzig ist das Wasser hier zwar nicht, aber die Mischung aus Sonnencreme und Salz macht das Tragen der Kleider dann doch etwas unangenehm. Nach der Dusche fühlte ich mich besser und machte mich auf zum Abendessen - wobei ich mal wieder Mühe hatte mich für ein Restaurant zu entscheiden. Es hat so viele hier an der Promenade...

Dienstag, 9. Dezember 2025

gross, grösser, Las Palmas

Manchmal richten sie hier schon etwas mit der grossen Kelle an, das muss ich zugeben. Es gibt wohl auch das eine oder andere, was ich in der Schweiz als etwas übertrieben ansehen würde - weil es einfach nicht zu uns, zu unserem Land passt. Hier wird gefeiert und zelebriert, und das Ganze sieht dann halt auch mal so aus, wie die riesige Christbaumkugel am Strand von Las Canteras. Beleuchtet und mit Musik, da sollte ich mich vielleicht zurückhalten mit den Anmassungen, denn wir haben das ja im Oktober / November noch viel grösser auf dem Bundesplatz. Aber eben - nicht in der Adventszeit, da übernehmen die ruhigeren Weihnachtsmärkte das Zepter, keine laute Musik, keine grossen Lichtspektakel mehr. Dafür - auch das will gesagt sein - sind wir dann wohl etwas eifriger im Glühwein-Trinken. HIer sieht man hin und wieder jemanden mit einem Bier, oder auch mal einem anderen alkoholischen Getränk, aber so Glühwein-Parties wie am Berner Stärnemärit, das habe ich bislang hier noch nicht gesehen.
Der Tag gestern ist einfach erzählt: die Sonne war da, hat Land und Leute erwärmt, und weil Feiertag war und die Spanier diese gerne auch am Strand geniessen, war es ziemlich voll zwischen Häuserzeile und Meer. Sowohl die Promendade, wie auch der Sandstrand waren gut gefüllt. Ich hatte mir mal die andere Seite der Promenade vorgenommen, mit unbestimmten Ausgang: ob ich dann mit dem Bus in die Altstadt fahren würde, oder einfach den gleichen Weg zurücklaufen, das wusste ich noch nicht. Und weil das Portemonnaie mit der Buskarte im Hotel geblieben war, gab es noch eine Ehrenrunde. Am Ende der Promenade, beim grossen Konzertsaal, wird eigentlich immer gesurft. So auch gestern, und dieser Platz ist wirklich perfekt um einfach mal nur dazusitzen und zu geniessen. Es gibt immer etwas zu sehen, aber ist komplett stressfrei, weil nur die wenigsten auf der Promenade bis zum Schluss laufen (ausser, sie wollen ins Einkaufszentrum, oder auf den Bus). Und so sieht das dann aus...


Montag, 8. Dezember 2025

Überraschung

Man kann offenbar noch einen drauf setzen bezüglich Jubel, Trubel, Heiterkeit..... ich war gestern spät beim Frühstücksbuffet, erst gegen halb Zehn (was halb Elf Schweizer Zeit bedeutet, und mir eigentlich perfekt in meinen Sonntags-Rhythmus passt). Ich war in den letzten Jahren jeweils recht früh wach und bin dann auch schnell nach unten gegangen, weil irgendwann ist der Speisesaal voll und man muss kurz warten auf einen freien Platz. Die machen das zwar gut und professionell, aber wer wartet schon gerne wenn es andere Möglichkeiten gibt? Um halb Zehn hatte es Platz und es war auch noch eine Stunde Zeit zum Zmörgele - reichte vollkommen. Bei den Eierspeisen kochte eine freundliche kleine Lady, welche gerne mal ein paar Brocken Spanisch unter die recht lern-resistenten Touristen zu streuen versuchte. Ich habe sie dann gefragt, wie sie den beidseitig gebratenen Eiern sage - ich hatte es vorher gehört und nicht verstanden, klappte auch nicht beim zweiten Mal. Aber immerhin....sie vermutete, ich käme aus Deutschland. Und auf das Stichwort Schweiz kam dann prompt "die beste Schokolade der Welt". Sie wäre aus Kolumbien, von dort (unter anderem) kämen die Kakaobohnen und somit gäbe das eine internationale Zusammenarbeit...
Dann war ich in der Vegueta, dem Quartier mit meiner Lieblingskathedrale, welche ich in früheren Jahren bereits ausgiebig erkundet hatte. In diesem Jahr war der Platz der heiligen Anna aber etwas verunstaltet - meine persönliche Meinung. Der leichti kitschige Weihnachtsklamauk passt so gar nicht zu diesem ehrwürdigen, alten Gebäude. Aber vermutlich hat die Santa Ana das schon sehr, sehr oft gesehen. Und es liegt nicht an mir, hier etwas zu kritisieren, es ist einfach meine persönliche Meinung. Dass die Leute die Adventszeit zelebrieren und feiern, ist ja nicht verkehrt.....



Am Abend habe ich mir kurz noch den zweiten Weihnachtsmarkt angesehen. Auch dort gab es Konzerte, einmal klang es wie Queen, später dann wie Shakira. Gute Cover-Bands, muss ich schon sagen, und alles komplett kostenlos. Finde ich toll. Gibt es übrigens im nächsten Jahr in Bern auch wieder, kostenlose Live-Musik in der ganzen Stadt am Bern-Fest. Aber zurück zur Gegenwart - respektive zur Vergangenheit von gestern Abend. Ich setzte mich in der Triana auf eine Sitzbank und wartete auf das Einschalten der Beleuchtung. Kurz nach Sechs gingen die Strassenlaternen an, soweit ok. Aber die gesamte Beschmückung bliebt unbeleuchtet. Konnte es sein, dass die gar nicht leuchteten? Nein, das konnte ich mir nicht vorstelllen, nicht bei den verspielten Spaniern. Ich setzte mir ein Zeitlimit, 18:30 würde ich weitergehen. Und das war eine gute Entscheidung, denn genau um halb Sieben fiel ich fast vom Bank. Musik in Konzert-Lautstärke beschallte die ganze Strasse, die Menschen hatten bereits ihre Handies gezückt, weil das offenbar immer um diese Zeit stattfand: die Beschmückung begann zu Leuchten und nicht nur das: sie spielte mit dem Takt der Musik. Ein ganz unverwartetes, überraschendes Ereignis für mich. Und einmal mehr konnte ich mich bei meinem Bauchgefühl bedanken, welches mich aus irgendeinem Grund genau zur richtigen Zeit an den richtigen Ort geführt hatte. Man entdeckt auch im fünften Jahr immer wieder etwas Neues....

Sonntag, 7. Dezember 2025

Jubel, Trubel, Heiterkeit

Ja, klar - es war ein Samstag gestern. Aber es ist auch Dezember, Tag der Verfassung in Spanien, und das alles sind doch eher ruhige, besinnliche Themen. Nicht ganz unerwartet ging gestern - und nicht nur gestern - hier so richtig die Post ab. Nicht an der Strandpromenade von las Canteras, da war alles wie gewohnt: man flanierte, man führte Gespräche, bewegte sich und die Kinder (oder die Eltern), dazwischen immer mal wieder ein paar klar erkennbare Touristen. Was anders war: es hatte doch weniger Leute, als ich mir das an einem Samstagabend hier gewohnt bin. Platz in den guten Restaurants hatte es - normalerweise etwas zwischen Glücksfall und Unmöglichkeit. Ich hatte mir schon sowas gedacht, als ich am frühen Abend über den Weihnachtsmarkt beim Hafen gelaufen bin. Den hatte ich ja bereits gestern beim Ankommen durchqueren dürfen, mit vollem Rollkoffer. Der Markt hat in Prinzip drei voneinander getrennte Teile: der Teil am nächsten zum Hafen (und genau dort, wo die Rolltreppe vom Busbahnhof endet) ist jener mit den Verkaufshäuschen. Die sind wirklich schön gemacht, alle gleich, und das Ganze ist in einem knalligen Rot gehalten. Am Abend blendet das schon fast ein wenig..... Der zweite Teil gleich dahinter besteht aus jeder Menge Essen und Trinken, sowie guter Musik (abends und nachts) von einer riesigen Bühne. Hier war gestern so richtig etwas los, aber ich bin dann nicht ewig geblieben. Mein Gedanke war eben: wenn die schon alle hier sind, wer ist dann noch an der Promenade? Eindeutig weniger Leute....eben.
Am Nachmittag war ich übrigens schon mal in der Calle Triana, der Einkaufsstrasse in Richtung Altstadt. Und die Triana ist immer interessant, da gibt es schöne Dekorationen, viele Einheimische, und eben auch mal Live-Music zwischen den Sitzbänken und den zahlreichen Strassencafes. Ich werde mir das sicher nochmal anschauen, wenn es eingedunkelt hat und die Beleuchtung ihre Pracht entfalten kann. Ebenso wie den zweiten Weihnachtsmarkt, wo es übrigens auch Konzerte gibt - aber nur vom 5. bis 8. Dezember. Schwein gehabt.
Den Hafen musste ich mir auch noch rasch anschauen - das kleine Schiff war schon von weitem zu sehen...
 
PS: die Geschichte mit der Weihnachtsgeschichte am Strand will mich nicht so recht loslassen. Ich bin ja vor allem deswegen im Dezember statt im November angereist. Nun wird das Ganze später als üblich eröffnet (sollte tatsächlich schon fertig sein), nämlich am 15. Dezember. Merke: mein Abreisetag. Das ist mal wieder so ein Zeichen, und mir kommt da gerade schon wieder eine  Idee.....

Samstag, 6. Dezember 2025

die ersten Ferien in diesem Jahr - wirklich?

Mein letzter Eintrag in diesem Blog trug den Titel "Überraschung". Natürlich konnte ich mir dazu etwas vorstellen, aber ich war mir plötzlich überhaupt nicht mehr sicher, welche Überraschung hier gemeint gewesen war. Ich musste also zuerst mal genauer hinschauen, das Datum war der 21. November 2024. Alles klar, das war mein Rückflug im letzten Mal, direkt in den tiefverschneiten Winter in der Schweiz. Aber ich war doch Anfang September noch ein paar Tage weg? Gran Canaria im letzten November waren gar nicht meine letzten Ferien gewesen..... offenbar hatte ich in Nizza - ausser find penguins - gar nichts geschrieben. Es gibt Erkenntnisse, die hat man relativ spät - wenn überhaupt. Dass heute auf den Tag genau drei Monate vergangen sind, seit ich aus Nizza zurück in die Schweiz gefolgen bin, fällt mir auch jetzt erst auf.
Nun, heute ist Samichlaus, obwohl ich keine Ahnung habe, ob die Spanier diesen Brauch überhaupt kennen. Meine Schuhe waren heute Morgen jedenfalls leer, dafür war das Frühstücksbuffet üppig gefüllt. Eine Konstante in diesem Hotel, eine von vielen. Ich mag mich nur an ganz wenige, kleine Veränderungen erinnern - am meisten verändert sich das Personal von Jahr zu Jahr, wenn es auch hier einige Konstanten gibt: einzelne Personen, die gemäss meinem Erinnerungsvermögen eigentlich schon immer hier waren. Ich werde mich aber heute auf die Suche nach Samichlaus-Indizien machen, einfach nur Google zu fragen scheint mir zu einfach zu sein. Dass Weihnachten hier ein grosses Thema ist, das konnte ich gestern bereits erleben. Obwohl das Krippenspiel am Strand aus einem mir nicht erfindlichen Grund noch nicht fertiggestellt ist. Bin gespannt, ob ich das heuer noch erlebe...



Donnerstag, 21. November 2024

Überraschung....

Es war ja erwartet worden, aber irgendwie wurden trotzdem alle überrascht. Der Schnee ist da. Das macht vor allem Spass, wenn man Viertel nach Sieben am Abend in Zürich mit dem Flugzeug landet. Ich hatte ja am meisten Respekt vor dem Landen selber, denn mit über 200 Sachen auf einer schneebedeckten Landebahn aufsetzen, und dann noch bremsen, das ist nicht ohne. Dachte ich, war es aber, ich habe ehrlich gesagt keinen Unterschied gespürt. Vielleicht war sie auch einfach saugut geputzt - im Gegensatz zu unserem Abstellplatz. Irgendwo im Nirgendwo, nicht einmal geputzt war der Platz. Das musste natürlich zuerst noch erledigt werden und darum hiess es mal wieder... warten. Nun könnte man auf die Idee kommen, dass die ja längst gewusst hatten, dass wir kommen. Man hätte also schon früher putzen können. Oder auch die Treppe vom Schnee befreien, denn das musste auch noch erledigt werden, nachdem wir schon standen und die Treppe zum Aussteigen bereit war. Ich denke aber, dass das Bodenpersonal einen tollen Job gemacht hat, die hatten ja auch einiges an Zusatzarbeit zu bewältigen. Also beklagen wir uns nicht.... Klagen habe ich dafür aus Bern gehört. Meine Tätowiererin hatte offenbar für die Strecke von Bern nach Belfaux (gleich neben Fribourg) über drei Stunden auf der Autobahn. Sie schrieb etwas von "Lastwagen-Slalom".... scheint toll was los zu sein in Bern, da bin ich ja mal gespannt.
Aus dem Flugzeug raus war ich sehr schnell, der Bus fuhr auch einiges flotter als die lahme Ente in Las Palmas, aber wie so üblich stockte es dann beim Gepäckband. Und zwar sehr, sehr lange. Auch diese Wägeli mussten sich offenbar mühsam durch den Schnee kämpfen. Es hatte ja eigentlich gar nicht so viel davon in Zürich - wie machen das denn die Finnen? Egal, dafür war diesmal mein Koffer richtig früh dran und ich ging in flottem Schritt in Richtung Bahnhof. Ich wollte einfach mal schauen, welches der nächste Zug nach Bern war. Aus der SBB-App wusste ich bereits, dass der Zug um 20:45 nur bis Zürich Hauptbahnhof fuhr. Mit Umsteigen käme ich dann trotzdem nach Bern, aber dieser Zugausfall würde sicher wieder zu einem Dichtestress im Zug führen. Der frühere Zug um 20:15 wäre auch ein Umsteiger, aber noch "normal" - er holt im Prinzip den Zug um 20:08 am Bahnhof ein. Zu meinem Erstaunen war aber eben dieser 20:08 um 20:10 noch auf der Anzeige angeschrieben. Und zwar mit 5 Minuten Verspätung (macht 20:13 - sollte also locker reichen). Einmal mehr zeigte es sich: wenn man sich etwas auskennt und weiss, wo man hin muss, dann klappen auch solche Sachen. Mal schauen, wie die Situation in Bern ist - jetzt habe ich ja noch eine Stunde Zeit, mir das anzuschauen. Irgendein Bus wird wohl nach Zollikofen fahren...irgendwann, irgendwie.

Flughafen Las Palmas

Das klappt doch mal wieder wie am Schnürchen. Dabei hätte ich ja wirklich viel Zeit, aber so ist das bei mir ja immer. Ich war noch einen Bus früher unterwegs und darum um halb Zwölf schon am Flughafen. Die Fahrt war mehr oder weniger direkt, der Bus hält dann halt schon noch ein paar Mal in der Stadt. Aber verkehrstechnisch war's heute angenehm und wettertechnisch... na ja, es ist halt gerade etwas warm. 

Jedenfalls war ich dann 2,5 Stunden vor Abflug am Flughafen. Macht ja nichts, dachte ich mir, da stehst du ja sowieso noch vor verschlossenen Schaltern und musst auf die Gepäck-Abgabe warten. Nun, ich hatte mich getäuscht: die drei Schalter waren bereits geöffnet. Einer für Economy, ein zweiter für Business, und ein dritter für die reine Gepäckabgabe, wenn man schon eingecheckt war. Ich hatte also zwei Schalter zur Auswahl und obendrein hatte es an keinem der Schalter mehr als 5-6 Parteien. Das fand ich dann schon ganz entspannt, wenn die natürlich die Check-in-Schalter früher öffnen, dann hat es auch weniger lange Schlangen. Wir Schweizer:innen sind da ja sehr pflichtbewusst.... Weiter ging's zur Sicherheitskontrolle. Und wie üblich, wenn ich viel Zeit habe, gab es auch hier kein Anstehen. Wirklich, ich konnte meine Sachen in diese Schalen legen, durchlaufen, und alles wieder verstauen. Keine einzige Person vor mir - das hatte ich noch nie erlebt.
Bereits bekannt war mir die Business Lounge in diesem Flughafen. Die durfte ich im letzten Jahr bereits geniessen, aber ich erkannte sie eigentlich nicht wieder. Ich glaube fast, die haben ordentlich vergrössert und deshalb findet auch jeder und jede problemlos einen Platz.

Ich muss mir das dann später noch genauer anschauen, da hinten rechts verschwinden immer mal wieder Leute, ich glaube da geht's noch weiter. Links sowieso, da hat es nochmal die etwa gleiche Grösse an Raum. ich sitze gerade ein einem Tisch mit Platz für 12 Personen, mit Anschlüssen zum Laden von Geräten (Steckdose und USB). Es sind also eigentlich Plätze für Geschäftsreisende, hat aber gerade keine da, alles ist frei. Oder die sitzen woanders.....
Der Blick voraus: mein Flugzeug wir für 12:43 erwartet, also 17 Minuten zu früh (im Gegensatz zu anderen Flugzeugen, welche zur gleichen Zeit geplant sind - aus Brüssel kommt eine Maschine mit einer erwarteten Ankunftszeit von 15:13 - statt 13:00. Das wäre dann schon eine andere Geschichte....) Also, ich erwarte daher, dass mit den pünktlichen Passagieren und dem früh ankommenden Flugzeug wir hier auch zumindest pünktlich abfliegen werden. Wenn jetzt Frau Holle in Zürich gerade nicht übertreibt....

der letzte Tag - für immer?

Es sind schon etwas andere Fragen, welche mir in diesem Jahr durch den Kopf gehen. Einerseits bin ich mir bewusst, dass die Ferien auf diese Art und Weise etwas teuer sind, und in meinem reduzierten Budget eigentlich nicht wirklich Platz haben.In diesem Jahr habe ich mir das nochmals geleistet, aber ob es beim nächsten Mal wieder dieses Hotel und ein Business Class Flug sein werden? Wohl eher kaum. Und zudem, ich weiss ja gar nicht, wie meine berufliche Situation in einem Jahr aussieht. Also, Pläne machen ist ok, buchen im Moment ein Tabu.
Aktuell haben wir hier halb Zehn, in der Schweiz halb Elf. Das heisst, mein Flieger ist bereits auf dem Weg hierher, mit 6 Minuten Verspätung gestartet (somit pünktlich) und er wird gegen 13 Uhr Ortszeit - also in 3,5 Stunden - hier in Las Palmas erwartet. Sieht also schon mal gut aus, war ja auch noch kein Schnee auf der Startbahn. Bin dann mal gespannt, wie es bei der Landung um 19:15 aussehen wird, wobei ich vermutlich gar nicht so viel sehen werde... Ich bin dann jedenfalls froh, wenn ich um 22 Uhr mit Sack und Pack zu Hause angekommen bin. Allzu viel machen werde ich nicht mehr. Das sich das nicht lohnt - oder es sich eben umgekehrt lohnt, nicht zu früh zu viel zu machen - habe ich in den letzten Stunden gesehen. Ich habe ja dieses Gen, welches mich immer antreibt, frühzeitig zu packen. Meine Philosophie war immer, so merke ich in den verbleibenden Stunden und Tagen noch, was ich alles vergessen habe. Hat diesmal ja besonders gut geklappt bei der Anreise, und bei der Rückreise ist das halt eben etwas anders, einfacher: am Schluss müssen alle Schränke und Schubladen leer sein - Punkt. Gestern habe ich nun tatsächlich so gut wie gar nichts gemacht in Bezug auf die Rückreise. Ausser...ich habe alle Kleider, die ich nicht mehr benötige, konsequent in die Schmutzwäsche-Schublade getan, mir noch eine dieser tollen Stranddecken gekauft (ja, auch die muss in den Koffer), und etwas Turon (Nougat, muss auch in den Koffer). Den Rest habe ich heute Morgen erledigt. Um Acht Uhr war ich beim Frühstück - so wie immer - und kurz vor Neun wieder im Zimmer. 20 Minuten später war alles gepackt. Ich habe jetzt schon zweimal alles kontrolliert, da ist wirklich alles eingepackt und es hatte im Koffer genauso Platz wie geplant. Das gibt's ja eigentlich gar nicht... na gut, dann habe ich jetzt halt noch etwas Zeit. Ich will den Bus um 11:15 erwischen, da rechne ich mal eine Viertelstunde Fussweg, plus Reserve, halb Elf auschecken und auf den Weg machen. Spätestens um Zwölf sollte ich dann am Flughafen sein, und dort will ich mal ganz relaxt auf das Abgeben der Koffer warten. Muss ja nicht jeder eine halbe Stunde vor dem geschlossenen Schalter anstehen...
Noch ein Wort zu gestern: ich war halt nochmal in der Triana, wollte mir dort einen Kaffee gönnen. Hat mal wieder nicht geklappt, war kein Platz frei. Aber ich hatte damit gerechnet und bin nicht direkt dorthin gefahren, sondern zuerst mal der Promenade entlang gelaufen. Ich wollte mir ein relativ weit entferntes Restaurant anschauen, ein Italiener welcher im Internet sehr gut ausgesehen hatte. Ich würde den nie einfach so finden, weil er eben nicht vorne an der Promenade ist. Gleich daneben hat es eine Bushaltestelle, Linie 17 führt direkt zum Teatro (und damit fast zur Calle Triana). Passte. Den Italiener habe ich gefunden, und auf dem Weg dorthin gleich noch ein anderes verstecktes Juwel - das passiert, wenn man eben einfach irgendwo durch marschiert..... zwei Gründe mehr, noch einmal wiederzukommen. Später in der Triana habe ich mich ebenfalls noch etwas in den Nebengassen umgesehen. Nicht zum ersten Mal, aber in diesem Jahr war es ein Novum. Und dabei habe ich noch den Laden von Isabel entdeckt, Isabels Plaza, passenderweise ein Kleidergeschäft. Meinen Kaffee gab's dann übrigens im Café Regina beim Santa Catalina Park....

Mittwoch, 20. November 2024

wie am ersten Tag

So sieht es aus. Genau so, wie am Tag als ich in Las Palmas gelandet bin. Der Himmel ist grau, die Sicht eingeschränkt, und die Wetter-App meldet: Regen endet gegen 09:30. Regen? Ich sehe keinen Regen, aber auch keine Sonne....

Bei 24° sollte man sich aber nicht beklagen, ich habe da heute Morgen ein Bild aus dem Thurgau gesehen, mit Schnee und somit einigen Graden weniger an Wärme. Noch diesen letzten Tag geniessen ist also das Motto, viel steht nicht auf dem Programm.
Im Prinzip wird es wohl ähnlich werden, wie gestern. Vielleicht mit ein paar "Verbesserungen", denn der gestrige Tag war irgendwie etwas anders als die vorangegangenen. Das Zimmer war wieder früh gemacht, noch vor 10 Uhr. Darum machte ich mich zuerst mal auf ins Gym, nach dem Motto "erst die Arbeit....". Ich war, wie fast immer, der einzige Fitness-Begeisterte zu dieser Zeit - wobei es eigentlich keine Rolle spielt, um welche Zeit ich trainiere. Hin und wieder waren ein, zwei Personen mal eine Viertelstunde da, das war's dann schon. Angenehm, ist zu Hause in der Regel ganz anders... Dafür war es gestern am Strand genau gleich. Also nicht, dass ich der einzige gewesen wäre. Aber es hatte - bei schönstem Wetter notabene - nur etwa halb so viele Menschen am Strand wie die Werktage zuvor. Zudem hatte ich das Gefühl, dass plötzlich die deutsche Sprache - nicht nur am Strand, auch abends auf der Promenade - massiv häufiger gehört wurde. Die drei Personen welche ich beim Heimlaufen vom Essen überholte hatten allerdings englisch gesprochen. Und gleich noch ein Klischee bedient, weil die Lady in der Mitte wohl froh war, dass sie links und rechts gestützt wurde. Lustig war sie noch, könnte heute Morgen etwas anders ausgesehen haben. Ich habe jedenfalls einen weiten Bogen um dieses Trio gemacht, und erwähnt wird es im Blog auch nur, weil das eine krasse Ausnahme ist - zum Glück. Neben den vielen Touristen allerorten - besser gesagt, fehlen wohl eher die Spanier:innen - war auch das Personal in den Restaurants wie ausgewechselt. Ist mir ja klar, dass die nicht 7 Tage in der Woche arbeiten können, wollen und dürfen. Aber das war ja vorgestern schon im Ansatz so, gestern waren im Café Regina alles neue Gesichter zu sehen. Das Personal macht aber halt schon auch einen Teil des Erlebnisses aus.... Immerhin, nach dem Pizza-Desaster gab's zwar auch gestern mal etwas zum Ausprobieren, aber eben in meinem Lieblingslokal: der Cesar-Salat wird hier mit Speck, Croutons, Käse und...Poulet gemacht und ist a) ziemlich günstig, und b) gerade richtig in der Grösse, damit nachher noch ein Stück Kuchen Platz hat. Und der erste Kaffee des Tages, abends um Sieben.....

Dienstag, 19. November 2024

Bauchgefühl

Ich weiss es ja eigentlich schon lange - ich sollte auf mein Bauchgefühl hören, wenn es sich so klar meldet. Aber eben, manchmal will der Kopf halt etwas anderes.... Ich hatte da noch meine Pizzeria vom Sonntagabend auf der Liste, da wollte ich in diesen Ferien nochmals hin. Immerhin war das Restaurant vorgestern voll besetzt gewesen. Hätte also was sein können, Konjuktiv. Mein Bauch sagte mir, dass es auch nur beim Hotel ein grosser Salat sein könnte. Mein Kopf meinte, eine Pizza wäre doch fein. Und ich wäre ja noch nicht wirklich viel gelaufen, da täten ein paar Schritte gut. Und wenn wieder alles besetzt wäre, dann könnte ich ja immer noch zurücklaufen und den Salat bestellen. Immer noch alles im Konjunktiv geschrieben.....
Die Schritte habe ich gemacht, einen Platz hatte es auch, also setzte ich mich und bestellte. Zuerst was zu Trinken und dann studierte ich die Karte. Die gab's nur online, man musste einen QR-Code mit dem Handy einscannen und schon hatte man die Wahl. Vorteil: die Karte hat man dann für einen späteren Besuch immer dabei, pardon, hätte. Im Internet hatte mir das Knoblauchbrot gefallen, also zuerst ein solches und danach eine Pizza - die hatten nicht übermässig gross ausgesehen. Bloss, das mit dem Bestellen war gar nicht so einfach. Ich trank mein Bier, wurde aber mehr oder weniger alleine gelassen. Italienisch war das definitv nicht, bereits die Tatsache, dass man einfach seinen Platz selber aussucht ohne zu fragen, hatte mich etwas verwundert. Nun gut, es klappte dann doch mit dem Bestellen. Und dann wurde der Pegelstand im Bierglas immer tiefer, aber kein Knoblauchbrot war auf dem Tisch. Ok, es hatte recht viele Leute, hätte ja sein können...ne, war nicht so. Plötzlich stand die Pizza auf dem Tisch. Auch gut, testete ich mal diese. Unüblich, um nicht zu sagen unitalienisch, war sie bereits in 6 Stücke vorgeschnitten. Ich wollte sie trotzdem mit Besteck essen, das war dann aber gar nicht so einfach. Aussen am Rand war die Pizza kross, aber innen in der Mitte viel zu weich. Typisches Zeichen für einen zu wenig warmen Boden im Pizzaofen. Entweder lief der noch nicht so lange, oder die Wärme kam primär von oben. Geschmacklich war sie ganz gut, aber auch keine Besonderheit. Am Nebentisch sass ebenfalls ein Mann alleine, er war kurz nach mir gekommen und hatte ebenfalls ein Bier und eine Pizza bestellt. Das Bier war leer, darum hatte er noch ein Glas Rotwein zur Pizza bestellt. Machte ich dann auch noch und dann wurde es spannend: er bestellte kurz vor mir sein zweites Glas Rotwein, bekam daraufhin ein Glas Weisswein serviert. Nahm er natürlich nicht an, der Kellner ging zurück, dann kam eine Kellnerin mit zwei Gläsern Rotwein, eines für ihn, eines für mich. Eine Minute später kam wieder der andere Kellner mit einer Pizza - wo er dann selber auf die Idee kam, dass das am Nebentisch nicht passen konnte, der Mann ass ja bereits... Unterm Strich war das alles andere als ein italienisches Restaurant, da fehlte doch so einiges. Ich kann aber trotzdem einen positiven Punkt erwähnen: der Preis für Pizza, ein grosses Bier und ein Glas Rotwein ist mit knapp 19 CHF doch sehr günstig, vor allem bei dieser Toplage. Das Knoblauchbrot ist mir noch zweimal begegnet: einmal an einem Nebentisch (und da wusste ich, das wäre zu viel gewesen), ein zweites Mal auf der Rechnung. Da war es dann aber schnell wieder weg, so gut ist mein Spanisch inzwischen.... Eine Empfehlung kann ich trotzdem aussprechen, und zwar allen Touristen; esst ihr dort, nehmt ihr mir in einem anderen Restaurant keinen Platz weg. Ich persönlich werde dort aber nicht mehr einkehren.
Ansonsten war es ein recht angenehmer Tag, viel Sonnenschein, es wird gefühlt wieder wärmer. Faszinierend ist für mich immer noch der Unterschied des Meeres zwischen Ebbe und Flut. Das wird zwar nicht viel in der Höhe sein, aber wie bereits erwähnt ist das Wasser hinter den Wellenbrechern bei Ebbe ruhig wie in einer Badewanne. Und bei Flut halt eben nicht....

Ebbe


Flut - die Steine sind mehr oder weniger weg

Montag, 18. November 2024

die letzten Tage

Ich weiss ja wirklich noch nicht, was das Jahr 2025 bringen wird, bringen könnte. Aber trotzdem bin ich eigentlich der Meinung, dass ich - wenn immer möglich, vor allem finanziell - auch weiterhin  hin und wieder hier ein paar Tage verbringen möchte. Vielleicht nicht unbedingt mit einem teuren Business-Flug anreisen, oder nicht unbedingt dieses tolle, aber auch nicht ganz billige Hotel buchen. Vielleicht auch wieder mit einem Aufenthalt ausserhalb von Las Palmas verbinden, denn die Hotels sind dort günstiger und Busfahren kostet ja bekanntlich nichts. Vielleicht sogar mal auf eine andere Insel? In diesem Jahr wäre Teneriffa perfekt gewesen, heute Abend hätte ich dort sogar ein Spiel der Schweizer Fussball-Nati besuchen können. Aber ist vielleicht besser so, wer sieht schon gerne Niederlagen der eigenen Mannschaft...
Jedenfalls habe ich mir in diesen Tagen nicht nur den schönen Strand angeschaut, sondern auch mal das eine oder andere Hotel aus der Nähe. Klar, die Aussicht ist heute natürlich perfekt. Das Angebot auch, schnell mal hat es dann keinen Fitnessraum oder es fehlt sonst etwas. Aber fehlt das dann wirklich? Wie oft sitze ich draussen auf dem Balkon und schaue auf's Meer? Wie zwingend braucht es den Fitnessraum für eine gute Woche? Und welche Dienstleistungen nutze ich zum Beispiel gar nie in diesem Hotel? Den Pool und das Spa beispielsweise.....
Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch Sachen, welche ich vermissen würde. Beispielsweise ist mir vor zwei Tagen nicht entgangen, dass eine Kellnerin am Nebentisch ihre italienische Herkunft erwähnt hat. Ich habe sie natürlich darauf angesprochen und mit ihr italienisch gesprochen - was erstaunlicherweise im Gegensatz zu früheren Jahren kein Sprachwirrwarr mehr auslöst bei mir. Seitdem wechselt sie auch ein paar Worte mit mir, wenn sie mich gar nicht bedient - auf italienisch natürlich. Solche Sachen mag ich dann halt auch, das würde ich schon vermissen. Geht mir übrigens auch mit einer Kellnerin vom Café Regina so, bei ihr liegt der Fall aber etwas anders: sie hat mal vergessen, meinen Kaffee und den Brownie im Bestellsystem einzutippen. War ihr dann etwas peinlich, seitdem erkennt sie mich auch wenn sie schon Feierabend hat (vor dem Supermarkt gleich neben dem Cafe). 
Sprachen sind etwas unbezahlbares, man sollte eigentlich so viele wie möglich lernen - naturlich nur, wenn man sie auch anwenden kann. Ich stelle dies nicht zum ersten Mal fest, aber in diesem Jahr ist es wirklich ausgeprägt: mit jedem Tag den ich hier verbringe, insbesondere jene an denen ich unter Leuten bin im Bus oder Cafe, verstehe ich das Spanisch von hier besser. Es gibt natürlich auch Ausnahmen, Menschen die sehr schnell und undeutlich sprechen - da bin ich dann schlicht chancenlos. Aber die sprechen ja nicht mit mir, ich höre nur zu. Und weil man Spanisch hier eben den ganzen Tag hört - am Strand sind die Spanier:innen massiv in der Überzahl am Wochenende - geht das einfach langsam ins Ohr, wie man so schön sagt. Leider wird das nicht von Dauer sein, dafür eine Motivation, wieder zu kommen. Dass es auch anders geht, erlebe ich jeden Tag beim Morgenessen. Ganz schön fand ich den älteren Herrn, welcher zur Frau an der Kochstelle meinte: Omelette, due... und dann noch auf zwei der vier Zutaten zeigte, welche man wählen konnte. Kein Vorwurf, er spricht wenigstens nicht einfach seine Muttersprache, wie das andere Zeitgenoss:innen tun. Aber ist halt schon schön, wenn man zuerst als Begrüssung etwas mehr als Hola sagen kann, und dann auch noch auf Spanisch bestellt: una tortilla con queso, jamon y cebolla, por favor. Buenas dias sagt hier übrigens niemand, das heisst dann nur Bun Dia, und manchmal gibt es auch ganz spezielle Kombinationen... beim Einchecken irgendwo zeitlich im Grenzbereich von Buenas Tardes und Buenas Noches meinte die Dame am Empfang: tardes noches. Hatte ich zuerst gar nicht verstanden....
Also, die letzten drei Tage, ich werde sicher insbesondere das machen, was mich gerade gelüstet. Ein paar Besuche in einem der vielen Café Regina, die haben auch guten Kaffee (im Gegensatz zum Hotel). Den Fitness-Raum habe ich auch noch auf dem Plan, die Shirts habe ich gerade erst gewaschen. Sicher werde ich noch einige Male im Meer baden, immer noch 22° und immer noch am Nachmittag mit schönen Wellen. Den Strand werde ich auch noch geniessen, jetzt hat es ja wieder mehr Platz und die Regenprognosen sind quasi vom Winde verweht worden. Aktuell steigen die Temperaturen wieder an, am Donnerstag soll es bis zu 27 Grad warm werden - gibt dann beim Heimflug eine ordentliche Differenz, Zürich erwartet Temperaturen um den Gefrierpunkt, und zwar eigentlich den ganzen Tag. 

Sonntag, 17. November 2024

einfach nur geniessen...

Samstag und Sonntag ist es bekanntlich hier an der Promenade von Las Canteras ziemlich voll. Es gibt hier auch kaum Geschäfte, welche am heutigen Sonntag geschlossen haben, auch die grossen Einkaufszentren in der Stadt sind geöffnet. Etwas anders sieht es in der Calle Triana aus, dort gibt es doch einige der kleineren Geschäfte, welche geschlossen haben. Erfahrungsgemäss ist die Strasse aber trotzdem gut besucht, hat dann schon etwas vom bekannten "Strandweg-Erlebnis"...
Gestern Samstag habe ich mich wirklich auf einen Strandtag gefreut. Wobei, Tag ist natürlich für mich total übertrieben, ich war vielleicht zwei Stunden am Meer, aber dafür dreimal im Wasser. Die Gezeiten verschieben sich ja bekanntlich, sie folgen dem Mond. Und aktuell haben wir zwar am Morgen noch Ebbe, und damit den bekannten "Badewannen-Effekt" hinter den Wellenbrechern. Aber ab Mittag ändert sich das, dann ist die Flut da und die Wellen kommen bis an den Strand. Und das ist schlicht genial.... man kommt zwar nicht ganz so einfach ins Wasser und sollte auch das Rauskommen nicht unterschätzen. Aber es macht so richtig Spass hier zu Baden bei diesem Wellengang. Der Strand war - wie üblich an einem Wochenende - gut gefüllt mit Spanier:innen. Die sind oft mit diesen riesigen Tüchern unterwegs, welche hier am Strand und auf der Promendade von (vermutlich) Nordafrikanern verkauft werden. Die sind ultradünn und darum einerseits platzsparend in der Tasche, andererseits nur zum darauf Liegen geeignet. Abtrocknen kann man sich damit nicht - muss man im Moment aber gerade auch nicht, das erledigt die Sonne und kalt ist es ja nicht. 

Für heute steht da übrigens "Regen möglich am Nachmittag".....ja, das kennen wir schon. Davor hat hier niemand Schiss, und in der Regel sind dann alle überrascht, wenn es trotzdem mal ein paar Tropfen regnet. Ich habe jedenfalls vor, am Nachmittag nochmals das tolle Meer und den Strand zu geniessen. Ob ich dann vorher noch auf's Velo gehe, das weiss ich gerade noch nicht. Kommt vielleicht auch auf das Wetter an: sollte es dann trotzdem Regen geben, wäre das ja eine Alternative für den späteren Nachmittag....

PS: ich habe mir natürlich auch das Wetter für die kommende Woche zu Hause angeschaut. Sieht ja echt eklig aus am Donnerstag, gerade mal 3 Grad Höchsttemperatur und wenn's dick kommt, landen wir im Schneefall. Das hatte ich ja noch nie...

Samstag, 16. November 2024

Agaete

Nicht immer bin ich mir am Morgen wenn ich das Hotel verlasse sicher, was ich an diesem Tag machen will. Manchmal ist es auch etwas der Zufall, welcher entscheidet. Gestern war so ein Tag. Für Las Palmas waren ein paar Regenfälle angekündigt, die zwar nicht wirklich ins Gewicht fallen aber gerade wenn man am Strand liegt schon stören können. Der Sand ist dann nass und klebt noch mehr als sonst, und das kann wirklich unangenehm werden. Zumal die Temperaturen gestern mit rund 22 Grad auch nicht üppig hoch ausfielen. Das soll sich in den nächsten Tagen aber wieder ändern, es wird sonniger und auch wieder rund 25 Grad warm - so wie es um diese Jahreszeit hier in etwa sein sollte. Ich wusste aber, dass es schon gestern auch auf Gran Canaria Flecken gab, die regenfrei, sonnig und warm waren. Agaete war ein solcher Ort, und darum war Agaete auch ein attraktives Ziel. Auf der anderen Seite...schon wieder Bus fahren? Die halten mich doch irgendwann für verrückt zu Hause - geht in die Ferien und düst jeden Tag auf der Insel rum. Ein Blick in den Fahrplan zeigte: der Bus fährt zu jeder vollen Stunde, ich schaute mal, ob das für mich reichte und machte mich auf den Weg. Notfalls sollte Plan B gelten, ein Kaffee in der Triana....
Von der Paza Santa Catalina bis zum anderen Busbahnhof San Telmo ist es eine schöne Strecke. Bin ich auch schon gelaufen, aber zu Fuss reichte das bestenfalls auf den übernächsten Bus. Mit dem Stadtbus sollte es reichen, ganz genau weiss man das nie bei dem Verkehr hier. Ich hatte zwei Möglichkeiten als ich an der Busstation stand: in 3 Minuten der 1er-Bus, oder in 6 Minuten der 12er. Der 1er fährt über eher kleinere Strassen, hält aber relativ häufig an. Der 12er fährt aussen herum über die Schnellstrasse und hält im Gegenzu weniger oft. Ich entschied mich für den späteren Bus und erreichte locker eine Viertelstunde vor der Abfahrt nach Agaete den Busbahnhof San Telmo. Anden 6 - Anden ist auf deutsch die Kante, an der ein Bus fährt - ich setzte mich mal auf die Bank. Irgendwann stand gleich neben meinem - noch fehlenden - Bus ein anderer, welcher mit "Puerto de las Nieves, Semidirecto" angeschrieben war. Die Linie 130 (ich wollte eigentlich auf die 103) fuhr also in die gleiche Richtung, schneller, bloss war mir nicht klar ob der in Agaete anhält. Vermutlich schon, aber ich konsultierte trotzdem rasch den Fahrplan in meiner App. Dazu muss man wissen: Puerto de las Nieves ist eigentlich der Hafen von Agaete, aber im Gegensatz zu diesem liegt das Dorf rund zwei Kilometer zurückversetzt etwas weiter oben. Der Bus könnte also schon daran vorbeifahren - tat er aber nicht, und darum war ich auch schnell im Bus - der fuhr nämlich 5 Minuten früher und damit dem anderen Bus voraus. Übrigens mit einer Frau am Steuer, was für mich hier auf Gran Canaria etwas Neues war.
Agaete - ich hatte nicht allzu viel erwartet, denn dieses Dorf ist wirklich nicht gross. Auf der Karte hatte ich gesehen, dass es einen archäologischen Park gab. Dieser liegt in einem Vulkangestein-Feld, und auf den ersten Blick erwartete ich einen Haufen Steine. Ich ging trotzdem mal hin, und als dann am Eingang 3 Euro fällig wurden, da dachte ich mir schon: das könnte mehr sein als ein paar Steine. Offenbar wurden (und werden) hier Ausgrabungen gemacht, die viele Erkenntnisse ans Licht gebracht haben. Und auch ein paar Knochen, den die flachen Steinhaufen - von denen hat es hier viele - das sind in Tat und Wahrheit uralte Grabstätten. Man weiss noch nicht, wo die Menschen lebten, welche hier begraben worden sind. Vielleicht kamen sie von der ganzen Insel (was angesichts der Distanzen eher unwahrscheinlich erscheint), aber es gibt diese Gräber offenbar nur hier. Und man hat auch herausgefunden, dass die Menschen auf Gran Canaria vornehmlich Ackerbau betrieben hatten, während auf den anderen Kanarischen Inseln die Viehzucht vorherrschte. Ganz imposant waren auch die vielen Pflanzen, welche quasi aus dem Nichts hier wachsen. Natürlich stimmt das so nicht, unter denn Steinen wird es auch Erde und Sand haben. Zudem sind es in der Regel sehr genügsame, an Hitze gewohnte Pflanzen, welche hier wachsen. Ein eindrücklicher Ort...


Puerto de las Nieves habe ich dann auch noch kurz besucht - wenn ich schon mal hier war. Der Ort ist vor allem wichtig für den inselübergreifenden Verkehr, sieht man doch von hier aus rüber auf die Nachbarinsel Teneriffa. Wie im letzten Jahr war es auch gestern recht dunstig und es waren nur die Umrisse zu erkennen. Aber immerhin sieht man, dass da noch etwas ist. Allzuviel Zeit zum rumflanieren hatte ich aber nicht, bekanntlich fuhr der Bus nur jede Stunde (hier übrigens immer zur halben Stunde). 25 fuhr der Bus vor, der Fahrer stieg aus und meinte, er käme in 5 Minuten wieder. War dann schon 38 als er wieder auftauchte und bis alle Tickets verkauft waren und wir abfuhren war schon fast Viertel vor. Das empfanden selbst die Spanier nicht mehr ganz als normal... beruhigend für mich. Wobei ich ja nicht in Eile war, aber die Sonne war schon recht stark bei der Bushaltestelle...
Zurück in Las Palmas stieg ich diesmal etwas früher aus und ging zu Fuss an die Promenade und ans Meer. Und letztendlich dann auch noch ins Meer, das gehört in diesem Jahr einfach dazu.


Freitag, 15. November 2024

La Isleta

Dort wo die Stadt Las Palmas im Norden endet, liegt La Isleta, die "Inselchen" genannte kleine Halbinsel an der nordöstlichen Spitze von Gran Canaria. Heute verstehe ich, warum die Stadt gerade hier erbaut worden ist. Offenbar war der erste Hafen weiter im Süden, in der Nähe der heutigen Altstadt. Aber da La Isleta eben auch ein ahnsehnlicher Hügel ist, war es natürlich naheliegend hier eine Verteidigung aufzubauen. Auch heute noch gehört ein Teil von La Isleta dem Militär und ist somit Sperrgebiet. Auf der einen Seite der Halbinsel liegt heute der grosse Handelshafen (an den sich jener für die Passagierschiffe anschliesst), auf der anderen liegt in einer Bucht eingebettet der Strand von Las Canteras mit meinem Hotel. Und ausserhalb dieser geschützten Bucht ist das Meer ein anderes...wilder, ungezähmter, und sehr schön.
Ich nahm zuallererst den Bus mit der Nummer 41 rauf nach Las Coloradas. Rund 240 Meter über dem Meer liegt diese kleine, verschlafene Siedlung. Keine Ahnung, wen es hier herauf zieht, aber es ist nicht etwa eine reine Wohnsiedlung, nein, es hat einen Sportplatz, ein auf den ersten Blick sehr gutes Restaurant und auch sonst noch ein paar Geschäfte. Imposant ist aber - vor allem an klaren, sonnigen Tagen - die Aussicht.

Auf Google Maps sind ganz klar erkennbar einige Fusswege die nach unten ans Meer führen - oder eben rauf, was vermutlich einfacher gewesen wäre, aber auch anstrengender. Vor Ort sind diese Trampelpfade dann ehrlich gesagt nicht mehr ganz so gut zu erkennen. Der eine schon, aber der führte mich zu weit nach links, und links hiess in diesem Fall zurück in Richtung Las Palmas. Der andere Weg, weiter rechts, endete für mich irgendwann in einem Bachbett - natürlich trocken, aber das Gestein erschien mir wie überall sehr locker zu sein. In Kombination mit dem anfangs steilen Abstieg war mir das schlicht zu gefährlich. Also ging ich zurück, nahm den anderen Weg und damit einen kleinen Umweg in Kauf. Letztendlich war ich trotzdem dort, wo ich hin wollte...

Von unten sah das Ganze etwas anders aus. Hier wähnte man sich wirklich auf einer Insel vulkanischen Ursprungs. Und ehrlich gesagt weit, weit weg vom pulsierenden Leben in Las Canteras, welches aber immer noch auf der anderen Seite der Bucht zu sehen war. Offenbar darf man hier auch nicht mit dem Auto hinfahren, obwohl es eine Piste hätte - keine wirkliche Strasse. Ich vermute, die wird benutzt von der Gemeindeverwaltung zum Saubermachen und der Pflege. Meines Wissens ist das auch ein Naturschutzgebiet. Jedenfalls präsentierte sich mir hier die Wildheit des Atlantik, unzählige Wellen peitschten an die Küste, und zu meinem Erstaunen entdeckte ich sogar drei Surfer. Irgendwie schafften die es später dann auch problemlos ans Land. Man muss halt offenbar einfach wissen, wie es geht, und Geduld aufbringen. Denn gegen die Wellen funktioniert es nicht, nur mit...


Man fragt sich manchmal in solchen Situationen: warum ist mir das nicht schon viel früher in den Sinn gekommen? Keine Ahnung, für mich hat die Stadt immer an der "Puntilla" aufgehört. Es gab dann zwar noch ein paar Häuser, aber richtig interessant sah das nicht mehr aus. In diesem Jahr packte mich die Neugier und ich schaute mir auf Google Maps an, wie weit die Strandpromenade denn überhaupt führt. Und da merkte ich, die hört erst auf, wo die Häuser enden. Und dann folgt ein gut ausgebauter Weg, später ein breiter Fussweg und zuletzt ein Trampelpfad. Und vor allem sah ich schon dort unzählige schöne Fotos von anderen Menschen - da zeigt sich, wie viel Google bietet.

Donnerstag, 14. November 2024

Teror

Reisen bildet - so die Weisheit. In jedem Fall lernt man immer etwas dazu, auch wenn die Reise öfter an bereits bekannte Orte hinführt. Gestern war das Thema mal wieder der öffentliche Verkehr auf der Insel, der wirklich gut funktioniert. Ich sage nicht pünktlich, aber er funktioniert. Leider ist ebenso auffallend, wie stark der Stadtverkehr seit meinem ersten Besuch vor drei Jahren, am Ende der Pandemie, zugenommen hat. Aber da ich das bereits mitbekommen habe, rechne ich für den Transfer vom Hotel zum Busbahnhof San Telmo wesentlich mehr Zeit ein. Ich will ja nicht stressen, gestern hatte ich 45 Minuten Zeit (dazu muss man wissen, dass ich diese Strecke in einer Stunde auch laufen könnte, wenn ich mich etwas ranhalte). Übrig waren am Ende etwa 10 Minuten, der Bus dafür im Gegenzug sehr pünktlich - man kann sich eben auch nicht auf Verspätungen verlassen. 
Mit der Linie 229 ging's ab in die Berge, sozusagen. Teror liegt etwa gleich hoch wie Thun oder Zollikofen - um mal ein paar prominente Vergleichsbeispiele zu nennen - und der Weg dorthin ist kurvig. Nicht ganz unerwartet setzte der Fahrer seine Hupe regelmässig ein. Diese hat natürlich zum einen den Zweck, den Gegenverkehr vor dem grossen Gefährt zu warnen. Aber es dient auch dazu, Anweisungen zu geben - und den Unmut auszudrücken. Man muss sich vorstellen, da fährt der Bus in eine Haarnadelkurve - übersichtlich, der Verkehr ist auf eine gewisse Distanz erkennbar - und der Automobilist hält vor der Kurve an. Grundsätzlich gut, bloss ist er viel zu nahe, der Bus kann so gar nicht um die Kurve herumfahren. Und weil der Automobilist das eben nicht schnallt, erklingt dann schon mal die Hupe. Der Busfahrer hat natürlich gerade noch so viel Platz gelassen, dass der Automobilist in die Kurve fahren und dort warten kann. Oben wäre es einfacher gegangen, aber es passt auch so. Die Fahrt dauert gemäss Fahrplan 45 Minuten, nach einer Stunde waren wir oben. Alles im grünen Bereich...
Teror - hübsch, übersichtlich, sauber und gepflegt. Ich hatte mich ja unter anderem auch für den Ausflug am Mittwoch entschieden, weil dann einige Restaurants wieder geöffnet hatten. Vor Ort hat mich dann trotzdem jenes Café überzeugt, welches mir schon auf Google gut gefallen hatte. Vor Ort war es für mich dann klar, nicht zuletzt auch, weil es etwas versteckt und trotzdem gut besucht war. Ich bestellte mir für 2 Euro 50 ein Sandwich mit Chorizo. Offenbar ist das zwar geschmacklich ähnlich wie die Wurst, aber eher weich wie eine Paste. Optional gab's ein Stück Ziegenkäse ins Sandwich - natürlich bestellte ich auch das. Vermutlich hat das etwas extra gekostet, aber 5 Euro für Sandwich und Kaffee, da kann man wirklich nicht klagen. Für den Rest des Städtchens sollen dann die Bilder sprechen...






Mein Bus fuhr jede Stunde wieder zurück nach Las Palmas. Kein Problem, das wäre ja planbar, aber irgendwann hat man den Ort dann auch gesehen. Nochmal ins Restaurant nur um Zeit verstreichen zu lassen, das fand ich doof im Hinblick auf meine Kalorienblianz - ich bestell dann ja nicht nur ein Wasser, das hatte ich selber dabei. Also ging ich mal einfach zum Busbahnhof, so wie ich das schon oft gemacht hatte und eigentlich selten enttäuscht wurde. Auch gestern nicht: da stand ein Bus, Linie 216, Las Palmas angeschrieben. Aha - wo der wohl durchfuhr? Egal, besser als eine halbe Stunde rumsitzen ist das allemal. Die Lösung war am Ende dann ganz einfach, das war der Express-Bus....wobei, der fuhr einfach die weniger kurvige Strecke, gemäss Fahrplan 30 Minuten Fahrzeit, nach 45 Minuten waren wir dann am Ziel. Also genau wie das hier normal ist...