Montag, 15. Dezember 2025

Es geht nach Hause...

Ich hatte irgendwann in den letzten Tagen gemerkt, dass ich mich bei der Abflugzeit etwas vertan hatte: nicht 13:00, sondern 11:25. Na ja, ist ja fast das Gleiche, oder...? Jedenfalls hiess 11:25 auch, dass ich - theoretisch - um 09:25 am Flughafen sein sollte. Dann gehen - auch wieder theoretisch - die Check-in-Schalter auf.Es bedeutete aber auch, dass mein Bus zum Flughafen wohl etwas länger haben würde, denn Montagmorgen um halb Neun ist hier noch Stosszeit. Ich bin dann also mal um Acht an die Rezeption. Die halbe Stunde Morgenessen habe ihc mir geschenkt, ich bin ohnehin kein grosser Esser so früh am Morgen. Alles ging blitzschnell, und der Regenguss eine halbe Stunde zuvor hatte sich zum Glück weiter noch Norden verabschiedet, die Strasse war noch nass, aber von oben kam nichts mehr nach. Ich war superschnell am Busbahnhof, und darum sollte es mir sogar auf den früheren Bus um 08:15 reichen. Eine halbe Stunde später war eigentlich eingeplant gewesen. Es wurde dann in etwa ein 08:25er Bus, weil wie gesagt, Stosszeiten = Verspätungen. Insofern: alles richtig gemacht. Kurz nach Neun war ich dann trotzdem bereits am Flughafen, wie üblich wenn man wirklich früh dran ist, ging es schneller als gedacht. Ich war mit der App von Aena unterwegs, der lokalen Betreiberin des Flughafens (nicht nur hier). Darum war mir auch schon klar, welche Schalter für uns zur Verfügung stehen würden: 316 und 317. Dort angekommen hatte es bereits zwei riesige Schlangen vor den Schaltern, ich setzte mich erst mal hin und wartete auf die Anzeigen. Dann war klar: es gab einen dritten Schalter, 318, für Business Class. Und dort stand noch niemand. Ein paar Minuten später ging es los und ich war dann so ziemlich der erste (weil da niemand stand und es zu früh los ging). Dann fehlte Papier für die Gepäcketiketten. Warten. Ich hatte ja Zeit. Irgendwann waren dann die Papierrollen da und es ging weiter - für mich zur Sicherheitskontrolle. Dort hatte es sehr, sehr wenige Leute und es ging schnell vorwärts - bis zum Italiener vor mir. Der hatte Fussballschuhe mit Nägeln im Handgepäck. Das führte dazu, dass das Band stillstand und der Koffer - auf dem Band -geöffnet wurde. Alle dahinter durtten warten.Und nachdem die Diskussion zweier Kollegen kein Ergegnis gebracht hatte, stapften sie zusammen davon  - mit dem Schuh. Einer kam dann irgendwann zurück und führte die Kontrolle weiter, vielleicht steht der Italiener immer noch dort. 
Ich bin mittlerweile in der Lounge am Zmörgele. Ich weiss, es gibt später noch was im Flugzeug. Aber das musste jetzt einfach sein...

Sonntag, 14. Dezember 2025

zurück zur Normalität

Heute sieht alles wieder einigermassen normal aus. Die Wellen haben eine vernünftige Höhe, der Regen hat - mehr oder weniger - aufgehört, und vor allem ist der Wind wieder in einem Bereich, den man von Küsten kennt. Ich gehe mal davon aus, dass heute auch beim Morgenessen wieder der Normalzustand anzutreffen sein wird: Menschen in kurzen Hosen draussen beim Frühstücken. Die waren auch gestern noch anzutreffen, nicht beim Morgenessen, aber über den Tag verteilt. Nicht nur Touristen, auch die Einheimischen waren teilweise mit sehr dünner Kleidung unterwegs, kurze Hosen und eine dünne Regenjacke waren keine Seltenheit. Ich hatte da schon mehr angezogen, nur als die Jeans nass waren, da fand ich es dann auch nicht mehr so prickelnd. Aber ich war ja nicht weit weg vom Hotel und konnte problemlos wechseln gehen. 
Der Tag war dann etwas Hotel-lastig, weil draussen wurde man wirklich nicht glücklich. Die Schauer kamen so unvorhersehbar und in einer Stärke daher, dass danach alles Weitere eher ungemütlich wurde: mit nassen Hosen im Bus? Nicht wirklich toll. Oder in einem Kaffee? Macht auch keinen Spass. Darum ging ich nur ins Kaffee um's Eck, die paar Meter waren nicht risikobehaftet. Um's Eck bedeutet glücklicherweise mein geliebtes Cafe Regina. Die Chefin meinte beim Reinkommen zu mir: ein Bier, oder doch ein Kaffee? Natürlich war's ein Kaffee, dazu wieder ein Cheesecake, der Tag war gerettet. Irgendwann gegen 15 Uhr kam dann übrigens noch die Reinigungsequipe in mein ZImmer. Ich war bereits wieder zurück von Kaffee und Kuchen, und bei diesem Wetter ist man dann halt einfach immer im Weg beim Putzen - man kann ja nicht auf den Balkon ausweichen. Könnte man schon, aber dann kommt wieder das Thema der nassen Kleider auf..... Jedenfalls nach dem Putzen waren wieder mal die beiden grossen Handtücher im Badezimmer verschwunden. Immerhin, die Ladies waren noch auf dem Flur, diesmal war das Malheur schnell behoben.
Abendessen gab's nochmal beim Italiener, welchen ich vorgestern zufällig entdeckt hatte. Das Essen dort ist wirklich gut, die Bedienung auch, und es hatte bislang immer problemlos einen freien Tisch. Das ist nicht selbstverständlich, wobei gestern viele Restaurants, vor allem an dern Promenade, eher wenig Gäste hatten. Man blieb offenbar zu Hause, oder zumindest weiter weg vom Meer. Denn auch gestern Abend war es noch so, dass man eigentlich nur in eine Richtung wirklich gut gehen konnte: mit dem Wind. Ein älterer Mann lief beim Abendessen vor dem Restaurant gegen den Wind, mit einem Schirm in der Hand. Der Schirm hatte keine gerade Stange mehr, er hatte sich eher zu einem Hut verformt. Und der Mann hielt in wenige Zentimeter über dem Kopf, die unebene Fläche gegen den Wind. Er hat mir ein wenig leid getan, vermutlich hatte er einfach nichts Besseres dabei. Aber ein Schirm, das war gestern tatsächlich kaum von Nutzen - man konnte froh sein, wenn er einem nicht aus der Hand geblasen wurde....
Und zum Schluss: zurück zur Normalität heisst es dann auch Morgen für mich. Wenn alles klappt, bin ich gegen 17 Uhr in Zürich, und zumindest Petrus sollte auf den ersten Blick nichts dagegen haben. Die Flugzeuge sind übrigens auch gestern mehr oder weniger alle, und sogar pünktlich gelandet und gestartet hier in Las Palmas. Und sollte es etwas später werden - ich habe dann am Dienstag ja offiziell noch frei...

Samstag, 13. Dezember 2025

Herbststurm

Seit gestern Abend weht hier ein anderer Wind. Die Promenade ist leergefegt, ich war gestern vor dem Abendessen noch ein paar Meter dort unterwegs - es geht gar nicht. Ich war eigentlich nur zu faul zurückzulaufen, wollte über die Promenade in die nächste Gasse gehen. Zur Promenade hin kam ich fast nicht vorwärts, und nur dank der Brille habe ich vermutlich keinen Sand in die Augen bekommen. In der Nachbargasse, Wind im Rücken, ging's dann wie von selbst, ich musste eigentlich nur noch bremsen. Verrückt.
In der Nacht hat der Wind etwas gedreht, von Nord auf Ost. Das heisst, er greift nun nicht mehr frontal die Hotelfront an, sonder kommt von Rechts - und dort geht das Hotel ein ganzes Stück nach vorne Richtung Strand, ich habe also einen guten seitlichen Windschutz bekommen. Das Hotel selbst ist zum Spukhotel geworden. Überall pfeift es, komische und unbekannte Geräusche dominieren auf allen Etagen. Kein Wunder bei diesen Leichtbau-Fenstern. Die Türen unten sind zwar weitgehend geschlossen, aber wenn jemand reinkommt oder hinausgeht, dann wird der Weihnachtsschmuck in der Lobby schon etwas durchgeschüttelt. Ein Herbststurm, wie er hier eben mal vorkommt. Die Temperatur ist mit 14 Grad gerade nicht sommerlich, es wird wohl für sehr viele ein Hoteltag werden. Das heisst: Spa ist überfüllt, Bar ist überfüllt, am Morgenessen ist es ebenfalls überfüllt (weil die Tische draussen beim besten Willen nicht benutzt werden können), und vermutlich werden auch die Zimmer selber heute intensiver benutzt als auch schon. Wenn es irgendwie geht, werde ich trotzdem ein paar Schritte nach draussen machen, ob es dann die Promenade sein wird, das bezweifle ich. Aber ein Kaffee unten im Cafe Regina wäre schon nett, vielleicht mit einem Käsekuchen (damit meine ich die süsse Variante).... der Weg dahin führt aber unweigerlich ein paar Meter über die Promenade. Mal schauen, ob dort andere Leute unterwegs sind, sehe ich dann ja, wenn ich beim Morgenessen bin. Ich gehe heute wohl ei paar Minuten früher, weil ich mit einer langen Schlange rechne. Und Morgen, da soll der ganze Spuk dann schon wieder vorbei sein. Zumindest was den Sturm betrifft - Sonnenschein und Wärme wird immer noch etwas spärlich zu finden sein...

Freitag, 12. Dezember 2025

Le vent l'emportera...

Heute Morgen ist mir zuerst ein Lied von Noir Desir in den Sinn gekommen: le vent l'emportera heisst es dort im Refrain, was soviel bedeutet wie "der Wind wird es davontragen". Ich glaube mich zu erinnern, dass es dabei um irgendwelche dunklen Gedanken oder Probleme ging, hier aus Gran Canaria geht es eher um handfeste Dinge. Seit gestern Abend hat der Wind spürbar aufgefrischt - und eigentlich ist der "richtige" Wind erst für die Zeit nach dem Regen (9-11) angekündigt. Ich bin mir also gerade etwas unsicher, welche Jacke heute mit mir unterwegs sein wird. Denn ich liebe ja eigentlich Wind, sofern mir eben keine Gegenstände um die Ohren fliegen. Und ich liebe vor allem die stürmische Stimmung am Meer - keine Angst, ich bleibe auf der Promenade, ich denke, die Liegestühle am Strand bleiben heute wohl grösstenteils leer.
Gestern Abend hat es gerade so noch geklappt mit dem draussen Essen. Ich war natürlich mit der Strickjacke unterwegs, ohne wäre es ein Fall für drinnen gewesen. Und an der Promenade ging's gar nicht, darum habe ich mal wieder ein Restaurant ausprobiert, in dem ich noch nie war. Etwas weiter hinten in den Gassen, und darum auch besser geschützt vom Wind. Ehrlich gesagt war ich eher zufällig auf Google Maps mit meinem Zeigefinger darauf gekommen, aber die Bilder und Rezensionen waren recht gut. Vor Ort war es dann immer noch gut, aber ich hatte auch den Eindruck, dass es nicht mehr ganz so toll war, wie vielleicht früher einmal. Vielleicht haben die Besitzer gewchselt, ein neuer Koch, was weiss ich. Das Essen war gut, da gab es nichts daran auszusetzen. Aber....es wirkte irgendwie nicht ganz so italienisch, wie ich es aufgrund der Beiträge in Google Maps erwartet hatte. Es gab auch keine Italiener im Lokal, ausser dem Koch. Und das ist schon etwas seltsam, Italiener essen auch im Ausland oft beim Italiener. Kann natürlich auch Zufall sein, ich werde heute Abend sicher dort nochmal vorbeilaufen. Wenn's am Wochenende keine Italiener hat, dann ist das ein Zeichen.
Zurück zum Hier und Jetzt: es ist zwar gemäss Wetterbericht aktuell 19 Grad warm, es fühlt sich aber überhaupt nicht so an. Das Meer sieht sehr speziell aus, es hat eine sehr dunkle Farbe und bis weit raus kann man Gischt erkennen. An den Wellenbrechern brechen sich nicht mehr einzelne Wellen, es ist eigentlich durchgehen weiss von der Gischt. Und ja, es hat einzelne Personen am Strand, sogar einige wenige in Badehosen. Im Meer sehe ich aber gerade keine Menschen - aber es ist ja auch erst halb Neun, da wird es sicher noch ein paar Spinner geben... Ich werde mir wohl heute nochmal etwas die Beine in der Altstadt vertreten. Dort müsste es eigentlich etwas weniger Wind geben, trotzdem bleibt noch immer die Frage: welche Jacke wird es sein: die dünne Regenjacke, oder doch die Daunenjacke?


Donnerstag, 11. Dezember 2025

Das Wetter bestimmt das Programm

Es ist ja nicht so, dass hier auf den kanarischen Inseln nur eitel Sonnenschein herrscht. Wäre auch gar nicht gut, die brauchen auch Niederschläge, das Gebiet ist ohnehin recht trocken. Gestern Nachmittag war nun in Las Palmas Regen angesagt. Das kennen wir bereits, Nordwind, Staulage, Niederschläge im Norden und schöneres Wetter im Süden. Deshalb führte mich ein Bus gestern in knapp zwei Stunden nach Puerto de Mogan - man merke sich diese Zeit (1:45). Preis für die Fahrt: knapp 9 CHF - wenn ich mir überlege, was bei uns ein Ticket für den Stadtbus kostet (ohne Halbtax, damit man richtig vergleicht).... In Puerto de Mogan sah es dann so aus, wie ich es kannte: sonnig und warm. Es hatte relativ wenig Touristen, scheint so eine Art Zwischensaison zu sein (wobei ich nicht wirklich herausfinden konnte, wann es auf dieser Insel überhaupt saisonale Unterschiede gibt). Der Strand war recht dünn besetzt, zumindest im Teil ohne Liegestühle (dort liegen eher die Einheimischen). Die Liegestühle waren gut besetzt, wie immer. Ich mag Sonnenbaden und Baden im Meer auch, aber an einem so schönen Ort wie Puerto de Mogan muss man sich einfach umsehen und alles auf sich wirken lassen: die schmucken Häuser, die engen und verwinkelten Gassen, die steilen Stufen bis zum Aussichtspunkt, den Hafen mit den blumengeschmückten Häusern und Brücken, es ist einfach....schön. Gegessen habe ich bei "meinem" Italiener, dort spreche ich dann aus Prinzip nur italienisch, weil ich weiss: es ist ein Familienbetrieb und es sind Italiener. Auf dem Aussichtspunkt war ich auch, wieder mal, unmittelbar nach dem Mittagessen sozusagen als Verdauungsübung.


Da ich hier schon fast ein wenig zu Hause bin, musste ich auch nicht alles sehen. Noch schnell etwas eingekauft im Spar, was ich bislang in Las Palmas nicht gefunden hatte (vielleicht suche ich am falschen Ort im Laden, oder der ist einfach zu klein). Dann war ich um Viertel nach Drei wieder im Bus zurück nach Las Palmas. Angekommen bin ich um halb Sieben - und wenn man jetzt rechnet, dann stellt man fest: das sind geschlagene 3:15. Verglichen mit den 1:45 der HInfahrt, stellen sich natürlich dem geneigten Leser ein paar Fragen. Nun, die Antwort ist recht einfach: auch hier gibt es Staus, und es ist nicht das erste Mal, dass ich das rund um den Flughafen erlebt habe. Es war das erste Mal so lange, aber immerhin sind wir in einen wunderschönen Regenbogen hineingefahren. In Las Palmas war es dann gerade so wieder trocken, wobei man gut erkannte, dass es anständig geregnet hatte. Die Wetterprognosen haben gepasst, und mein Ausflug war im Prinzip perfekt geplant. Das Wetter bleibt aber ein Thema, es wird nun etwas kühler (kein Problem) und vor allem am Samstag könnte es einiges an Regen geben (weniger schön). Samstag sind im Normalfall die Spanier wieder unterwegs - bin gespannt, ob die einfach jetzt drinnen in den Restaurants sitzen werden (dann wird es sehr eng), oder ob sie vielleicht eher zu Hause bleiben. Spazieren an der Promenade könnte etwas schwierig werden. Ich habe zum Glück noch einiges zu lesen dabei und auch noch Filme/Serien zum Anschauen. Bislang war das kaum je ein Thema gewesen.


Mittwoch, 10. Dezember 2025

Strandtag

Gestern stand ein fauler Tag auf meinem Programm. Nach drei Tagen mit gut gefüllten Stränden, war es gestern an der Zeit, Sonne, Sand und Meer zu geniessen. Platz hatte es genug, alleine war man aber nicht - weder am Strand, noch im Wasser. Das war dann aber schon etwas erstaunlich, weil die rund 20 Grad nicht unbedingt Badewannen-Gefühle aufkommen lassen. Ja, man kommt da gut rein, sollte sich aber vielleicht vorher nicht stundenlang an der Sonne aufheizen. Es ist eine Spur kühler als im letzten Jahr, aber ich bin ja auch später hier. 
Morgenessen um halb Zehn (und da sitze ich dann auch schon mal eine Stunde), da ist der halbe Tag schon fast gelaufen. Ich war um Mittag am Strand und gegen 15 Uhr wieder auf dem Zimmer. Dann habe ich mir eine Sendung angeschaut, die ich mir noch in der Schweiz heruntergeladen hatte. Es ist so eine Sache mit Sunrise TV und den Streaming-Plattformen: die merken einfach, dass man nicht mehr in der Schweiz ist, und die TV-Inhalte sieht man dann nur noch zeitversetzt in der Aufzeichnung. Live geht da gar nichts, aus urheberrechtlichen Gründen. Jedenfalls war ich also etwas am Tablet beschäftigt, musste dann aber noch unbedingt duschen, bevor ich mir noch etwas zu Essen suchte. Sehr salzig ist das Wasser hier zwar nicht, aber die Mischung aus Sonnencreme und Salz macht das Tragen der Kleider dann doch etwas unangenehm. Nach der Dusche fühlte ich mich besser und machte mich auf zum Abendessen - wobei ich mal wieder Mühe hatte mich für ein Restaurant zu entscheiden. Es hat so viele hier an der Promenade...

Dienstag, 9. Dezember 2025

gross, grösser, Las Palmas

Manchmal richten sie hier schon etwas mit der grossen Kelle an, das muss ich zugeben. Es gibt wohl auch das eine oder andere, was ich in der Schweiz als etwas übertrieben ansehen würde - weil es einfach nicht zu uns, zu unserem Land passt. Hier wird gefeiert und zelebriert, und das Ganze sieht dann halt auch mal so aus, wie die riesige Christbaumkugel am Strand von Las Canteras. Beleuchtet und mit Musik, da sollte ich mich vielleicht zurückhalten mit den Anmassungen, denn wir haben das ja im Oktober / November noch viel grösser auf dem Bundesplatz. Aber eben - nicht in der Adventszeit, da übernehmen die ruhigeren Weihnachtsmärkte das Zepter, keine laute Musik, keine grossen Lichtspektakel mehr. Dafür - auch das will gesagt sein - sind wir dann wohl etwas eifriger im Glühwein-Trinken. HIer sieht man hin und wieder jemanden mit einem Bier, oder auch mal einem anderen alkoholischen Getränk, aber so Glühwein-Parties wie am Berner Stärnemärit, das habe ich bislang hier noch nicht gesehen.
Der Tag gestern ist einfach erzählt: die Sonne war da, hat Land und Leute erwärmt, und weil Feiertag war und die Spanier diese gerne auch am Strand geniessen, war es ziemlich voll zwischen Häuserzeile und Meer. Sowohl die Promendade, wie auch der Sandstrand waren gut gefüllt. Ich hatte mir mal die andere Seite der Promenade vorgenommen, mit unbestimmten Ausgang: ob ich dann mit dem Bus in die Altstadt fahren würde, oder einfach den gleichen Weg zurücklaufen, das wusste ich noch nicht. Und weil das Portemonnaie mit der Buskarte im Hotel geblieben war, gab es noch eine Ehrenrunde. Am Ende der Promenade, beim grossen Konzertsaal, wird eigentlich immer gesurft. So auch gestern, und dieser Platz ist wirklich perfekt um einfach mal nur dazusitzen und zu geniessen. Es gibt immer etwas zu sehen, aber ist komplett stressfrei, weil nur die wenigsten auf der Promenade bis zum Schluss laufen (ausser, sie wollen ins Einkaufszentrum, oder auf den Bus). Und so sieht das dann aus...


Montag, 8. Dezember 2025

Überraschung

Man kann offenbar noch einen drauf setzen bezüglich Jubel, Trubel, Heiterkeit..... ich war gestern spät beim Frühstücksbuffet, erst gegen halb Zehn (was halb Elf Schweizer Zeit bedeutet, und mir eigentlich perfekt in meinen Sonntags-Rhythmus passt). Ich war in den letzten Jahren jeweils recht früh wach und bin dann auch schnell nach unten gegangen, weil irgendwann ist der Speisesaal voll und man muss kurz warten auf einen freien Platz. Die machen das zwar gut und professionell, aber wer wartet schon gerne wenn es andere Möglichkeiten gibt? Um halb Zehn hatte es Platz und es war auch noch eine Stunde Zeit zum Zmörgele - reichte vollkommen. Bei den Eierspeisen kochte eine freundliche kleine Lady, welche gerne mal ein paar Brocken Spanisch unter die recht lern-resistenten Touristen zu streuen versuchte. Ich habe sie dann gefragt, wie sie den beidseitig gebratenen Eiern sage - ich hatte es vorher gehört und nicht verstanden, klappte auch nicht beim zweiten Mal. Aber immerhin....sie vermutete, ich käme aus Deutschland. Und auf das Stichwort Schweiz kam dann prompt "die beste Schokolade der Welt". Sie wäre aus Kolumbien, von dort (unter anderem) kämen die Kakaobohnen und somit gäbe das eine internationale Zusammenarbeit...
Dann war ich in der Vegueta, dem Quartier mit meiner Lieblingskathedrale, welche ich in früheren Jahren bereits ausgiebig erkundet hatte. In diesem Jahr war der Platz der heiligen Anna aber etwas verunstaltet - meine persönliche Meinung. Der leichti kitschige Weihnachtsklamauk passt so gar nicht zu diesem ehrwürdigen, alten Gebäude. Aber vermutlich hat die Santa Ana das schon sehr, sehr oft gesehen. Und es liegt nicht an mir, hier etwas zu kritisieren, es ist einfach meine persönliche Meinung. Dass die Leute die Adventszeit zelebrieren und feiern, ist ja nicht verkehrt.....



Am Abend habe ich mir kurz noch den zweiten Weihnachtsmarkt angesehen. Auch dort gab es Konzerte, einmal klang es wie Queen, später dann wie Shakira. Gute Cover-Bands, muss ich schon sagen, und alles komplett kostenlos. Finde ich toll. Gibt es übrigens im nächsten Jahr in Bern auch wieder, kostenlose Live-Musik in der ganzen Stadt am Bern-Fest. Aber zurück zur Gegenwart - respektive zur Vergangenheit von gestern Abend. Ich setzte mich in der Triana auf eine Sitzbank und wartete auf das Einschalten der Beleuchtung. Kurz nach Sechs gingen die Strassenlaternen an, soweit ok. Aber die gesamte Beschmückung bliebt unbeleuchtet. Konnte es sein, dass die gar nicht leuchteten? Nein, das konnte ich mir nicht vorstelllen, nicht bei den verspielten Spaniern. Ich setzte mir ein Zeitlimit, 18:30 würde ich weitergehen. Und das war eine gute Entscheidung, denn genau um halb Sieben fiel ich fast vom Bank. Musik in Konzert-Lautstärke beschallte die ganze Strasse, die Menschen hatten bereits ihre Handies gezückt, weil das offenbar immer um diese Zeit stattfand: die Beschmückung begann zu Leuchten und nicht nur das: sie spielte mit dem Takt der Musik. Ein ganz unverwartetes, überraschendes Ereignis für mich. Und einmal mehr konnte ich mich bei meinem Bauchgefühl bedanken, welches mich aus irgendeinem Grund genau zur richtigen Zeit an den richtigen Ort geführt hatte. Man entdeckt auch im fünften Jahr immer wieder etwas Neues....

Sonntag, 7. Dezember 2025

Jubel, Trubel, Heiterkeit

Ja, klar - es war ein Samstag gestern. Aber es ist auch Dezember, Tag der Verfassung in Spanien, und das alles sind doch eher ruhige, besinnliche Themen. Nicht ganz unerwartet ging gestern - und nicht nur gestern - hier so richtig die Post ab. Nicht an der Strandpromenade von las Canteras, da war alles wie gewohnt: man flanierte, man führte Gespräche, bewegte sich und die Kinder (oder die Eltern), dazwischen immer mal wieder ein paar klar erkennbare Touristen. Was anders war: es hatte doch weniger Leute, als ich mir das an einem Samstagabend hier gewohnt bin. Platz in den guten Restaurants hatte es - normalerweise etwas zwischen Glücksfall und Unmöglichkeit. Ich hatte mir schon sowas gedacht, als ich am frühen Abend über den Weihnachtsmarkt beim Hafen gelaufen bin. Den hatte ich ja bereits gestern beim Ankommen durchqueren dürfen, mit vollem Rollkoffer. Der Markt hat in Prinzip drei voneinander getrennte Teile: der Teil am nächsten zum Hafen (und genau dort, wo die Rolltreppe vom Busbahnhof endet) ist jener mit den Verkaufshäuschen. Die sind wirklich schön gemacht, alle gleich, und das Ganze ist in einem knalligen Rot gehalten. Am Abend blendet das schon fast ein wenig..... Der zweite Teil gleich dahinter besteht aus jeder Menge Essen und Trinken, sowie guter Musik (abends und nachts) von einer riesigen Bühne. Hier war gestern so richtig etwas los, aber ich bin dann nicht ewig geblieben. Mein Gedanke war eben: wenn die schon alle hier sind, wer ist dann noch an der Promenade? Eindeutig weniger Leute....eben.
Am Nachmittag war ich übrigens schon mal in der Calle Triana, der Einkaufsstrasse in Richtung Altstadt. Und die Triana ist immer interessant, da gibt es schöne Dekorationen, viele Einheimische, und eben auch mal Live-Music zwischen den Sitzbänken und den zahlreichen Strassencafes. Ich werde mir das sicher nochmal anschauen, wenn es eingedunkelt hat und die Beleuchtung ihre Pracht entfalten kann. Ebenso wie den zweiten Weihnachtsmarkt, wo es übrigens auch Konzerte gibt - aber nur vom 5. bis 8. Dezember. Schwein gehabt.
Den Hafen musste ich mir auch noch rasch anschauen - das kleine Schiff war schon von weitem zu sehen...
 
PS: die Geschichte mit der Weihnachtsgeschichte am Strand will mich nicht so recht loslassen. Ich bin ja vor allem deswegen im Dezember statt im November angereist. Nun wird das Ganze später als üblich eröffnet (sollte tatsächlich schon fertig sein), nämlich am 15. Dezember. Merke: mein Abreisetag. Das ist mal wieder so ein Zeichen, und mir kommt da gerade schon wieder eine  Idee.....

Samstag, 6. Dezember 2025

die ersten Ferien in diesem Jahr - wirklich?

Mein letzter Eintrag in diesem Blog trug den Titel "Überraschung". Natürlich konnte ich mir dazu etwas vorstellen, aber ich war mir plötzlich überhaupt nicht mehr sicher, welche Überraschung hier gemeint gewesen war. Ich musste also zuerst mal genauer hinschauen, das Datum war der 21. November 2024. Alles klar, das war mein Rückflug im letzten Mal, direkt in den tiefverschneiten Winter in der Schweiz. Aber ich war doch Anfang September noch ein paar Tage weg? Gran Canaria im letzten November waren gar nicht meine letzten Ferien gewesen..... offenbar hatte ich in Nizza - ausser find penguins - gar nichts geschrieben. Es gibt Erkenntnisse, die hat man relativ spät - wenn überhaupt. Dass heute auf den Tag genau drei Monate vergangen sind, seit ich aus Nizza zurück in die Schweiz gefolgen bin, fällt mir auch jetzt erst auf.
Nun, heute ist Samichlaus, obwohl ich keine Ahnung habe, ob die Spanier diesen Brauch überhaupt kennen. Meine Schuhe waren heute Morgen jedenfalls leer, dafür war das Frühstücksbuffet üppig gefüllt. Eine Konstante in diesem Hotel, eine von vielen. Ich mag mich nur an ganz wenige, kleine Veränderungen erinnern - am meisten verändert sich das Personal von Jahr zu Jahr, wenn es auch hier einige Konstanten gibt: einzelne Personen, die gemäss meinem Erinnerungsvermögen eigentlich schon immer hier waren. Ich werde mich aber heute auf die Suche nach Samichlaus-Indizien machen, einfach nur Google zu fragen scheint mir zu einfach zu sein. Dass Weihnachten hier ein grosses Thema ist, das konnte ich gestern bereits erleben. Obwohl das Krippenspiel am Strand aus einem mir nicht erfindlichen Grund noch nicht fertiggestellt ist. Bin gespannt, ob ich das heuer noch erlebe...